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Leichter Internethandel : Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland steigt kontinuierlich. Im vergangenen Jahr gab es neun Prozent mehr Todesfälle durch Drogen wie Heroin, Kokain oder Crack. Auch die Zahl der Drogendelikte hat zugenommen.

Jemand zündet eine Crack-Pfeife an, um Drogen zu konsumieren

Nicht nur durch das Rauchen von Crack: In Deutschland gibt es wieder mehr Tote durch den Konsum von Drogen (Symbolbild)

In Deutschland sterben immer mehr Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Bereits zum vierten Mal hintereinander stieg die Zahl der Drogentoten, in vergangenen Jahr waren es 1333. Damit sind 2016 neun Prozent mehr Menschen als im Jahr zuvor gestorben, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumierten. Die Zahl der registrierten Drogendelikte, die etwa Handel und Beschaffungskriminalität umfasst, stieg um sieben Prozent auf 302.592 Fälle.

"Umfassende Hilfe ist notwendig"

Das geht aus dem Jahresbericht 2016 zur Rauschgiftkriminalität hervor, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, am Montag in Berlin vorstellten.

2015 war die Zahl der Drogentoten um 18,8 Prozent auf 1226 gestiegen. Ein Jahr zuvor waren es 1032 Drogentote gewesen - 2013 noch 1002. Bis 2012 war die Opferzahl zurückgegangen.

Den stärksten Anstieg gab es dem Bericht zufolge in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hamburg. Auch in Berlin und Brandenburg gab es deutlich mehr Drogentote. "Wir brauchen noch umfassende Hilfe für Abhängige und deren Angehörige", forderte Mortler. Prävention und Frühintervention seien die Schlagwörter. "Jeder, der erstmalig mit einer verbotenen Substanz aufgegriffen wird, muss mit seinem Drogenkonsum konfrontiert werden und umgehend Beratung erhalten."

Die meisten Drogentoten in Deutschland sind Männer

Analog zum Vorjahr seien 84 Prozent der Opfer männlich gewesen. Der Altersdurchschnitt lag bei knapp über 38 Jahren. Die meisten Drogentoten sind erneut auf den Konsum von Opioiden und Opiaten wie Heroin zurückzuführen. Der Bericht untersuchte den Konsum verbotener Substanzen, Alkohol und Tabak zählten daher nicht in die Statistiken.

Konsumenten bekommen die illegalen Substanzen längst nicht mehr nur an der Straßenecke. "Der Internethandel macht Drogen leichter verfügbar", berichtete Münch. Es gebe Verkaufsplattformen, auf denen illegale Drogen aller Art angeboten und per Post an den Empfänger geschickt würden, sagte der BKA-Chef.

sie / DPA

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