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Hintergrund zum Atomunfall in Japan Die schwersten AKW-Katastrophen


Von Majak bis Tschernobyl - die Geschichte der Atomkraft ist von vielen Pannen geprägt. Die Folgen des Atomunfalls in Japan sind noch nicht abzusehen. Er ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von dramatischen Katastrophen, die in Atomkraftwerken stattfanden. Ein Überblick.

Seit Beginn der Atomenergie kommt es immer wieder zu Unfällen in den Reaktoren. Einige wurden lange Jahre vertuscht, andere setzten tausende Menschen gefährlicher Strahlung aus. Eine Übersicht der besonders dramatischen Kratastrophen:

April 1986: Tschernobyl

Die bisher weltweit schwerste Katastrophe war vor 25 Jahren die Explosion des Leichtwasser-Graphit-Reaktors von Tschernobyl in der Ukraine - damals Teil der Sowjetunion. 32 Menschen sterben sofort, tausende an den Spätfolgen nuklearer Verstrahlung. Atomkraftgegner gehen sogar von bis zu 100 000 Opfern aus. 120 000 Menschen müssen umgesiedelt werden. Wolken und Winde tragen die freigesetzte Radioaktivität auch nach Westeuropa.

März 1979: Three Mile Island/Harrisburg

Zum bisher schwersten Atomunfall in den USA kommt es im Kernkraftwerk Three Mile Island/Harrisburg (Pennsylvania). Eine radioaktive Wolke wird noch mehrere hundert Kilometer vom Unglücksort gemessen. Mehr als 200 000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Oktober 1957: Windscale

In einer Anlage bei Windscale in Großbritannien bricht in einem zur Herstellung von Bombenplutonium genutzten Reaktor ein Feuer aus. Radioaktive Gase verseuchen ein Gebiet von mehreren hundert Quadratkilometern. Mindestens 39 Menschen sterben an den Folgen.

September 1957: Majak

Von einer der größten Atomkatastrophen der Geschichte erfährt die Welt erst Jahre später. In der sowjetischen Plutoniumfabrik Majak explodiert ein unterirdischer Betontank mit flüssigen, radioaktiven Abfällen. Mindestens 1000 Menschen sterben, 10 000 werden verstrahlt. Verlässliche Zahlen gibt es bis heute nicht. Ein 300 Kilometer langer und bis zu 40 Kilometer breiter Landstreifen ist seitdem verseucht. Der Fall wird erst 1976 durch einen emigrierten Wissenschaftler bekannt, 1990 offiziell bestätigt.

liri/DPA DPA

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