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Stand der Ermittlungen Opfer, Täter und mögliches Motiv: Was wir über die Messerattacke in Würzburg wissen

Stand der Ermittlungen: Opfer, Täter und mögliches Motiv: Was wir über die Messerattacke in Würzburg wissen
Sehen Sie im Video: Tote und Verletzte bei Messerangriff in Würzburg


Bei einem Angriff in der Würzburger Innenstadt sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden, twitterte die Polizei am Freitag. Der Angreifer sei nach polizeilichem Schusswaffengebrauch überwältigt worden. Es bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Medienberichten zufolge attackierte ein Mann mehrere Personen mit einem Messer. Mehrere Menschen starben, weitere seien zum Teil schwer verletzt worden. Der Täter sei durch einen Schuss ins Bein gestoppt worden. Bereiche in der Innenstadt seien weiterhin gesperrt.
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Mindestens drei Tote, mehrere teils Schwerletzte: Das ist die traurige Bilanz der Messerattacke von Freitag in Würzburg. Was über die Opfer, den Tatverdächtigen und das mögliche Motiv bekannt ist und was noch nicht, erfahren Sie hier.

Nach dem tödlichen Messerangriff in Würzburg ist noch nicht klar, ob der Täter psychisch verwirrt handelte oder tatsächlich ein islamistisches Motiv hatte. Bei dem Angriff am späten Freitagnachmittag in der Innenstadt gab es mindestens drei Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Der Verdächtige wurde durch einen Polizeischuss gestoppt und festgenommen.

Was wir über die Messerattacke in Würzburg wissen

Die Tat: Offensichtlich ohne jede Vorwarnung greift der 24-Jährige am Freitag gegen 17.00 Uhr in einem Kaufhaus am Barbarossaplatz der bayerischen Mainstadt Menschen mit einem langen Messer an. Auch in einer gegenüberliegenden Bank und auf der Straße attackiert er der Polizei zufolge Passanten, die er nach bisherigem Kenntnisstand wohl gar nicht kennt. Drei Menschen sterben durch die Stiche. Fünf kommen schwer verletzt in Krankenhäuser, zwei davon schweben in Lebensgefahr. Zudem soll es weitere Leichtverletzte geben – wie viele genau, will eine Polizeisprecherin am Samstagmorgen zunächst nicht sagen.

Der mutmaßliche Täter: Der Angreifer ist den Ermittlern zufolge 24 Jahre alt und hat die somalische Staatsbürgerschaft. Er soll 1997 in der Hauptstadt Mogadischu geboren und seit etwa sechs Jahren in Deutschland sein. Zuletzt lebt er in einer Obdachlosenunterkunft in Würzburg. Er befindet sich legal auf der Grundlage eines Asylverfahrens in Deutschland, sagen die Behörden. Warum genau er sein Heimatland, wo seit 30 Jahren Bürgerkrieg herrscht, verließ, ist unklar. Der Polizei ist der Mann bereits vor der Attacke bekannt – allerdings nicht wegen islamistischer Umtriebe. Nach psychischer Auffälligkeit musste er kürzlich in psychiatrische Behandlung – zwangsweise, wie Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) sagt.

Die Ermittlungen: Die Polizei ist am Freitag mit einem Großaufgebot in der Universitätsstadt präsent. Auch ein Hubschrauber wird eingesetzt. Beamte sind in der Obdachlosenunterkunft unterwegs – ob sie Beweise sichern können, verraten sie am Samstagvormittag noch nicht. Hinweise auf einen zweiten Täter haben die Ermittler nicht. Am Samstag übernehmen Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft München die Ermittlungen von den örtlichen Behörden. Dies ist dann der Fall, wenn eine Amoklage vorliegt. Für einen klaren Terrorangriff wäre allerdings der Generalbundesanwalt zuständig. Der trat im Fall Würzburg bisher nicht in Erscheinung.

Was wir nicht wissen

Die Opfer: Zur Identität der Opfer gibt die Polizei auch am Samstag nicht viel preis. Klar ist: Bei den Getöteten handelt es sich allesamt um Frauen. Eine davon war Verkäuferin in einem Kaufhaus, wo sich der Mann die Tatwaffe, ein Messer, angeeignet hatte. Auch bei den Verletzten handelt es sich fast ausschließlich um Frauen, mit Ausnahme eines männlichen Jugendlichen, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft leicht verletzt wurde.

Das Motiv: Diese wohl drängendste Frage ist auch am Tag danach noch nicht beantwortet. So gibt es Hinweise auf ein islamistisches Motiv des Angreifers. Allerdings schließen die Ermittler nach wie vor auch eine psychische Erkrankung als Hintergrund der Tat nicht aus. "Es gibt jedenfalls Indizien dafür, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte", sagt Hermann der Deutschen Presse-Agentur. Ein Zeuge gibt ihm zufolge an, der Verdächtige habe bei der Tat "Allahu Akbar" (deutsch: Gott ist groß) gerufen. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf interne Behördeninformationen berichtete, soll der 24-Jährige nach seiner Festnahme gegenüber der Polizei erklärt haben, seinen "Dschihad" verwirklicht zu haben. Eine offizielle Bestätigung dieser Aussage gibt es bislang nicht. Aus Sicherheitskreisen heißt es nur, der mutmaßliche Täter habe bei seiner Vernehmung eine Äußerung gemacht, die auf religiösen Fanatismus schließen lasse. Der Verdächtige ist laut Polizei in den vergangenen Monaten bereits gewalttätig gewesen und psychisch aufgefallen.

Die Vorgeschichte: Der Mann ist seit seiner Einreise nach Deutschland im Mai 2015 bereits mehrfach in Erscheinung getreten. Einmal soll er ein Messer geschwungen haben - dabei sei aber niemand verletzt worden, heißt es von der Polizei. Zuletzt habe er in psychisch angeschlagenem Zustand einen Verkehrsteilnehmer belästigt. Daraufhin sei er zwangsweise in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen, wenig später aber wieder entlassen worden.

mod / yak DPA

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