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Der Tag im Ticker: Facebook nimmt Pegida-Seite vom Netz

Pegida-Seite auf Facebook gesperrt +++ 15.000 Beamte des Bildungsministeriums in Türkei suspendiert  +++ Sämtliche Opfer des Anschlags von Nizza identifiziert +++ Zwei offenbar betrunkene Piloten kurz vor Abflug in Glasgow festgenommen +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

"Diese Seite ist nicht mehr öffentlich" ist die einzige Meldung auf der Facebook-Seite von Pegida

Nicht mehr öffentlich: Die Facebook-Seite von PEGIDA

+++ 22.32 Uhr: Mann verschanzt sich in stundenlang in Hotel +++

Ein bewaffneter Mann hat sich stundenlang in einem Hotel in Südfrankreich verschanzt und damit einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Der mit einem Messer bewaffnete Mann habe eine "Kiste" bei sich getragen, aus der Drähte ragten, verlautete am Dienstag aus Polizeikreisen. Das Hotel einer Billig-Kette wurde geräumt, die nahegelegene Autobahn zwischen Montélimar und Orange gesperrt. Erst nach mehren Stunden konnte der Mann überwältig werden.

+++ 21.56 Uhr: Abgasskandal: VW drohen weitere Klagen in den USA +++

Trotz eines milliardenschweren Vergleichs haben zwei US-Bundesstaaten Klagen gegen Volkswagen wegen des Abgasskandals eingereicht. New York State und Massachusetts erhoben Klagen gegen VW, in denen auch schwerwiegende Vorwürfe gegen Konzernchef Matthias Müller und dessen Vorgänger Martin Winterkorn erhoben werden. Die beiden damaligen Audi-Manager sollen nach Angaben der beiden Generalstaatsanwälte schon 2006 über Probleme mit den US-Abgasnormen informiert worden sein.

+++ 19.52 Uhr: Marinetaucher retten Wal aus Fischernetz +++

Chilenische Marinetaucher haben einen Buckelwal befreit, der sich in einem Fischernetz verfangen hatte. In der Nähe von Kap Hoorn hatten Fischer darauf aufmerksam gemacht, dass ein rund 15 Meter langer Wal bewegungsunfähig im Netz gefangen sei.
Die chilenische Marine schickte daraufhin Taucher dorthin, die das Netz zerschnitten. Der Wal schwamm in die Freiheit. In den südlichen Gewässern soll es noch rund 10.000 Buckelwale geben.

+++ 19.31 Uhr: Italien erlässt 100 Haftbefehle gegen Mafia-Clan +++

Die italienischen Justizbehörden haben bei Großeinsätzen gegen die kalabrische Mafia 100 Haftbefehle erlassen. "Heute haben wir eine der wichtigsten Familien der 'Ndrangheta am Kopf getroffen", sagte der Staatsanwalt von Catanzaro, Nicola Gratteri, am Dienstag bei einer Bilanz der Einsätze. "Der Muto-Clan führte sich wie ein multinationaler Konzern auf." Unter den Festgenommenen sind demnach Clan-Chef Francesco Muto alias "Der König der Fische" sowie seine Tochter und sein Sohn.

Die Untersuchungen gegen den Muto-Clan setzten 2010 nach der Ermordung des Bürgermeisters Angelo Vassallo ein. Die Ermittlungen zeigten, wie dieser Clan in der Region von Cetraro, rund hundert Kilometer südlich von Neapel, die Kontrolle über den Drogenhandel, die Fischerei und den Tourismus an sich zog.

+++ 18.21 Uhr: Facebook-Seite von Pegida ist vom Netz +++

Die Webseite des fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnisses ist an Dienstagnachmittag vom Netz genommen worden - laut Pegida-Mitbegründer Siegfried Daebritz aus inhaltlichen Gründen. Auf seinem Account veröffentlichte er den Screenshot einer Mitteilung, in der Facebook darauf hinweist, dass gepostete Inhalte offenbar "nicht den Nutzungsbedingungen von Facebook und den Gemeinschaftsstandards" entsprächen.

"Offenbar hat Herr (Bundesjustizminister Heiko) Maas Erfolg gehabt, Facebook hat soeben die PEGIDA Seite gesperrt", kommentierte Daebritz. Dagegen sei Einspruch eingelegt worden. Von Facebook selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Pegida-Seite hatte zuletzt mehr als 200.000 Likes - so oft wurde also der "Gefällt-mir"-Button geklickt.

+++ 18.16 Uhr: Brasilianisches Gericht sperrt WhatsApp landesweit +++

Ein brasilianisches Gericht hat eine landesweite Sperre des Handy-Mitteilungsdienstes WhatsApp angeordnet. Der Dienst sei im ganzen Land gesperrt, sagte ein Gerichtssprecher in Rio de Janeiro am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Grund ist die Weigerung des WhatsApp-Mutterkonzerns Facebook, der Polizei in einem Ermittlungsverfahren Nutzerdaten zu übermitteln.

Es ist nicht das erste Mal, dass das soziale Netzwerk mit der brasilianischen Justiz in Konflikt geriet. Im Dezember hatte ein Richter eine zweitägige Sperre von WhatsApp angeordnet, weil Facebook im Zuge von Strafermittlungen keine Nutzerdaten preisgab. Ein Berufungsgericht hatte die Sperre schließlich nach zwölf Stunden annulliert. Im Mai wurde eine richterlich angeordnete Blockade des Mitteilungsdienstes nach rund 24 Stunden aufgehoben.

WhatsApp ist in Brasilien auf 90 Prozent aller Smartphones installiert. Das Unternehmen zählt in dem Land nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Nutzer.

+++ 17.49 Uhr: Türkei entzieht 21.000 weiteren Lehrern die Lizenz +++

Nicht nur 15.000 Beamte des Bildungsministeriums verlieren ihren Job, nun räumt der türkische Präsident auch unter den Lehrern an nicht-staatlichen Schulen auf: 21.000 von ihnen verlieren ihre Lizenz und dürfen damit nicht weiter unterrichten. "Dabei wurden Hinweise berücksichtigt, dass sie mehrheitlich mit terroristischen Aktivitäten in Verbindung stehen", sagte ein Vertreter des Bildungsministeriums, ohne dies weiter auszuführen.

+++ 17.11 Uhr: Absturz von Unister-Chef: Tausende Franken an Unglücksstelle gefunden +++

Mehrere Tage nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Unister-Chef Thomas Wagner in Slowenien hat die Polizei den Fund einer größeren Summe Bargeld bestätigt. An der Unglücksstelle bei Predmeja im Osten des Landes seien rund 10 000 Schweizer Franken (rund 9200 Euro) entdeckt worden, teilten die Behörden in Nova Gorica am Dienstag auf Anfrage mit. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Berichte über einen Geldkoffer mit mehreren Millionen Euro an Bord gegeben - die Polizei hatte dies bisher aber nicht kommentiert.

Wagner, der über Unister Portale wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de betrieb, war mit einer Privatmaschine am vergangenen Donnerstag auf dem Weg nach Venedig nach Leipzig abgestürzt. Insgesamt starben vier Deutsche. Nach Unternehmensangaben war Wagner auf Investorensuche gewesen. Am Montag meldete die Internetfirma Insolvenz an.

+++ 16.27 Uhr: Türkische Telekommunikationsbehörde entzieht 24 Sendern Lizenz +++

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat die Telekommunikationsbehörde RTÜK insgesamt 24 Radio- und Fernsehstationen die Sendelizenz entzogen. Die Behörde teilte mit, bei den Sendern sei festgestellt worden, dass sie Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen hätten, den die Türkei für den Putschversuch verantwortlich macht. Der Beschluss sei auf einer RTÜK-Sondersitzung in Ankara gefällt worden.

+++ 16.19 Uhr: Drei Tote nach Schüssen - Vermutlich Familiendrama in England +++

In England sind am Dienstag zwei Frauen und ein Mann erschossen worden. Der Vorfall passierte in Spalding in der englischen Grafschaft Lincolnshire, ganz in der Nähe des örtlichen Schwimmbads. "Es sieht alles nach einem tragischen Familiendrama aus", sagte ein Sprecher des Gemeinderats von Spalding zu BBC Radio. Auch Bewohner der Kleinstadt berichteten, dass die drei Getöteten miteinander verwandt gewesen sein sollen. Demnach soll der Mann die beiden Frauen und sich selbst getötet haben.  Die Polizei bestätigte das zunächst nicht. Von einem Vertreter der Einsatzkräfte hieß es: "Die Polizeiermittlungen laufen, und zu diesem Zeitpunkt suchen wir nach niemandem anderen im Zusammenhang mit dem Vorfall." Er fügte hinzu: "Es gibt keine Hinweise, dass es sich um eine Tat in Verbindung mit Terroristen handelt, und es wurden keine Schüsse von der Polizei abgegeben."

Wohl im Zusammenhang mit den Schüssen durchsuchten die Beamten ein Haus in Spalding. Zur Sicherheit empfahl die Polizei den rund 23 000 Einwohnern, besonders vorsichtig zu sein. Bis auf weiteres sollten sie den Bereich rund um das örtliche Schwimmbad meiden.

Ein Polizeiauto steht vor dem Schwimmbad in Spalding

Ein Polizeiauto steht vor dem Schwimmbad in Spalding, wo ein Mann zwei Frauen und sich selbst erschoss

+++ 16.13 Uhr: Bewaffneter Mann verschanzt sich in Hotel +++

In der französischen Stadt Bollène soll sich ein bewaffneter Mann in einem Hotel verschanzt haben, berichtet die Zeitung "Le Figaro". Er soll ein Messer und ein verdächtiges Paket bei sich gehabt haben, als er das Gebäude betrat. Das Hotel wurde laut der Polizei evakuiert. "Der Mann hatte angeblich einen Streit mit dem Manager", sagte ein Polizeisprecher der französischen Zeitung. "Zurzeit warten wir auf einen Unterhändler."

+++ 15.56 Uhr: Mehr als 15.000 Beamte des Bildungsministeriums in der Türkei suspendiert +++

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei hat das Bildungsministerium landesweit 15 200 Staatsbedienstete aus seinem Verantwortungsbereich vom Dienst suspendiert. Die Suspendierungen seien Teil der Operationen gegen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen, den die Türkei für den Putschversuch verantwortlich macht, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Gegen sie seien Ermittlungen eingeleitet worden. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, beim Geheimdienst MIT seien 100 Mitarbeiter suspendiert worden. Diese hätten aber keinen Zugang zu Geheimdienstinformationen gehabt. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, im Amt des Ministerpräsidenten seien 257 Menschen suspendiert worden. Der Sender CNN Türk berichtete, die Religionsbehörde Diyanet habe 492 Mitarbeiter suspendiert. Insgesamt stieg die Zahl der Suspendierungen aus dem öffentlichen Dienst seit Niederschlagen des Putschversuches auf rund 29 000.

+++ 15.27 Uhr: Alle 84 Opfer des Anschlags von Nizza identifiziert +++

Die französischen Behörden haben alle 84 Todesopfer des Anschlags von Nizza identifiziert. Das bestätigte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft. Ein 31-jähriger Tunesier war am Donnerstag mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge auf der Strandpromenade von Nizza gerast. Die offizielle Identifizierung der Opfer folgt strikten Regeln und zog sich deshalb trotz eines beschleunigten Verfahrens mehrere Tage hin. Eine Expertenkommission nutzt in solchen Fällen Angaben aus Patientenakten, Informationen über Zahnfüllungen und -prothesen sowie gegebenenfalls DNA-Proben, um die Getöteten zweifelsfrei zu identifizieren.

+++ 15.06 Uhr: 24 chinesische Touristen bei Busunfall in Taiwan ums Leben gekommen +++

Bei einem Busunfall in Taiwan sind insgesamt 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter 24 Touristen aus der Volksrepublik China. Die Reisegruppe aus Dalian im Nordosten Chinas - 15 Frauen, sechs Männer und drei Kinder - war auf dem Weg zum Flughafen nahe der Hauptstadt Taipeh, als ihr Bus verunglückte und Feuer fing, wie die Behörden mitteilten. Unter den Toten waren auch der Busfahrer und der Reiseleiter, die beide aus Taiwan stammten. Auf Fotos war zu sehen, dass der Unglücksbus in eine Leitplanke an der Schnellstraße zum Flughafen raste. Ein Polizeisprecher sagte, der Bus habe schon gebrannt, bevor er in die Leitplanke fuhr. Allerdings wurde keine Brandursache bekannt. Passanten versuchten, die Insassen zu retten, indem sie Scheiben einschlugen. Allerdings kamen alle Insassen des Busses ums Leben, die Türen blieben verschlossen.

+++ 14.07 Uhr: Zwei offenbar betrunkene Piloten kurz vor Abflug in Glasgow festgenommen +++

Zwei mutmaßlich betrunkene Piloten sind kurz vor dem Start ihrer Maschine im schottischen Glasgow festgenommen worden. Die beiden Piloten der kanadischen Fluglinie Air Transat wurden nach einem Hinweis des Bordpersonals in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte. Die beiden Männer im Alter von 37 und 39 Jahren würden verdächtigt, "unter Alkoholeinfluss gestanden zu haben". Sie sollten noch am Dienstag zu einer Anhörung vor Gericht erscheinen. Die Piloten sollten einen Airbus A310 mit etwa 250 Passagieren an Bord nach Toronto steuern. Der Abflug wurde nach der Festnahme auf Dienstag verschoben. Die Passagiere mussten die Nacht im Hotel verbringen und konnten erst am Dienstag ihre Reise nach Kanada antreten.

Eine Maschine der Fluggesellschaft Air Transat

Die beiden Piloten der kanadischen Fluglinie Air Transat wurden nach einem Hinweis des Bordpersonals in Gewahrsam genommen (Symbolfoto)

+++ 13.37 Uhr: 350.000 Unterzeichner fordern Strafprozess wegen Loveparade +++

Sechs Jahre nach der Loveparade-Katastrophe setzen sich mehr als 350.000 Unterzeichner einer Petition für einen Strafprozess ein. Am Montag wollen die Hinterbliebenen die lange Unterschriftenliste mit der Forderung nach juristischer Aufklärung an das Oberlandesgericht in Düsseldorf übergeben, wie Anwalt Julius Reiter am Dienstag mitteilte. Seine Kanzlei vertritt eine Reihe von Angehörigen und Opfern.

Die Initiatorin der Petition hatte bei dem Unglück mit 21 Toten und mehr als 600 Verletzten ihren Sohn verloren. In dem Aufruf appelliert sie an die Richter, doch noch ein Strafverfahren zu eröffnen. Das Landgericht Duisburg hatte im April die Anklage gegen zehn Beschuldigte wegen zahlreicher Mängel nicht zur Hauptverhandlung zugelassen.

+++ 13.20 Uhr: Polizist wegen Kinderpornos verurteilt +++

Unter anderem wegen des Besitzes von Kinderpornografie und einer illegalen Waffe ist ein Bundespolizist aus Hannover zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 40-Jährige war zunächst wegen Folter-Vorwürfen ins Visier der Ermittler geraten, weil er ein Handyfoto eines auf der Wache gefesselten Flüchtlings mit einem verächtlichen Kommentar an einen Kollegen geschickt hatte. Später räumte er ein, die von ihm  behauptete Misshandlung sei nur Prahlerei gewesen. Schließlich wurde nur das Verbreiten des Fotos angeklagt. Das Verhalten des Mannes sei der Polizei und der ganzen Strafjustiz unwürdig gewesen, sagte Amtsrichter Koray Freudenberg am Dienstag in seiner Urteilsbegründung.

+++ 13.11 Uhr: Verachtung für den Attentäter von Nizza +++

Als Zeichen der Verachtung für den Attentäter von Nizza ist auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais ein Müllhaufen aufgetürmt worden. Wenige Meter von dem Meer aus Blumen und Kerzen entfernt, mit dem an die 84 Todesopfer des Anschlags erinnert werden soll, ist das Wort "lâche! (Feigling) zu lesen.

Passanten spuckten auf den Haufen und legten leere Flaschen, Tüten und Zigarettenstummel dort ab. Anwohner hinterließen auch wütende Botschaften, in denen sie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verfluchen, welche die Tat für sich beansprucht.

+++ 12.48 Uhr: Kollege tötet im Streit Imbiss-Mitarbeiter +++

Bei einem Streit zwischen zwei Mitarbeitern eines Asia-Imbisses in einem Nürnberger Einkaufszentrum ist ein 46-Jähriger getötet worden. Der Mann sei noch am Tatort seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte ein Polizeisprecher mit. Als Tatverdächtiger sei kurz darauf ein 47 Jahre alter Kollege des Opfers festgenommen worden. Worum es bei dem Streit der beiden Imbissmitarbeiter ging, war zunächst unklar. Der Imbiss befindet sich im ersten Stock eines Einkaufszentrums im Norden Nürnbergs.

+++ 12.43 Uhr: EU-Rekordstrafe von fast drei Milliarden Euro gegen Lkw-Kartell +++

Die EU-Kommission hat gegen vier Lastwagenbauer wegen Preisabsprachen eine Rekordstrafe von insgesamt über 2,9 Milliarden Euro verhängt. Am höchsten fiel die Geldbuße für den deutschen Daimler-Konzern mit gut einer Milliarde Euro aus, wie die Behörde mitteilte. Ungeschoren kam die VW-Tochter MAN, die in dem Wettbewerbsverfahren von der Kronzeugenregelung profitierte.

+++ 12.08 Uhr: Silvio S. bricht sein Schweigen +++

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat völlig überraschend vor Gericht sein Schweigen gebrochen. "Ich möchte mich eigentlich nur entschuldigen bei all denen, denen ich mit meinen Taten Leid zugefügt habe, bei den Familien und Freunden von Elias und Mohamed", sagte der 33-Jährige im Prozess am Landgericht Potsdam.

"Ich bereue, was ich getan habe. Und ich weiß auch, was ich getan habe." Die Anklage wirft ihm vor, im vergangenen Jahr die beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) entführt und ermordet zu haben. Der Angeklagte betonte: "Es gibt kein Wort auf der Welt, das beschreiben könnte, wie leid es mir tut. Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es tun. Ich selbst aber kann mir das nicht verzeihen. Ich werde in der Haft alle Behandlungen annehmen, die angeboten werden, damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passieren kann. Egal wie das Urteil auch ausfällt: Die Verantwortung für die schrecklichen Taten und den Tod von Mohamed und Elias wird immer bleiben, genauso die Gewissheit, dass ich das nicht wieder gut machen kann." Das Urteil wird für Dienstag nächster Woche erwartet.

Rettungswagen Symbolfoto

In Nürnberg hat ein Mann seinen Kollegen in einem Imbiss niedergestochen (Symbolfoto)

+++ 10.55 Uhr: Außenminister bestätigt deutsche Todesopfer in Nizza +++

Bei dem Terroranschlag in Nizza sind auch eine Lehrerin und zwei Schülerinnen aus Berlin getötet worden. Dies teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Dienstag in Berlin mit. Insgesamt starben bei dem Anschlag am Donnerstagabend neben dem Angreifer mindestens 84 Menschen.

+++ 9.55 Uhr: Zweijähriger ertrinkt bei Kita-Ausflug +++

Ein zwei Jahre alter Junge ertrinkt in einem Teich in Schleswig-Holstein. Einsatzkräfte entdecken den Jungen am Montagabend leblos, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagt. Wiederbelebungsversuche durch einen Notarzt scheitern. Der Junge gehörte zu einer Hamburger Kita-Gruppe, bestehend aus 19 Kindern im Alter zwischen einem und sieben Jahren sowie sieben Betreuern. Die Gruppe war erst  am Montagnachmittag angereist und gerade dabei, sich in einem Jugendheim in der Gemeinde Hoisdorf einzurichten. "Nach 15 Minuten ist aufgefallen, dass der Kleine nicht mehr da ist", sagte der Polizeisprecher. Die Betreuer alarmierten gegen 17.40 Uhr die Polizei. Anschließend suchten Feuerwehrleute, die DLRG mit einem Boot und auch eine Rettungshunde-Staffel nach dem Kind. Gegen 20.10 Uhr wurde es schließlich entdeckt. Seelsorger kümmerten sich um die Kita-Gruppe.

+++ 8.09 Uhr: Gülen glaubt nicht an seine Auslieferung +++

Der islamische Prediger Fethullah Gülen rechnet nicht mit einer Auslieferung in die Türkei. Er habe keine Bedenken, sagte der Kleriker in einem Interview, das er der Nachrichtenagentur AFP und anderen Medien in seinem Anwesen in der Ortschaft Saylorsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania gab. Die USA seien ein Rechtsstaat. "Ich glaube nicht, dass diese Regierung irgendetwas Beachtung schenken wird, das rechtlich nicht einwandfrei ist." Ein Auslieferungsgesuch der Türkei war bereits 2013 gescheitert.

+++ 07.20 Uhr: 13 Tote bei Gefängnisrevolte in Guatemala +++

Bei einer Gefängnisrevolte in Guatemala werden mindestens 13 Menschen getötet. In der Haftanstalt Pavón nahe der Hauptstadt Guatemala-Stadt seien zwei rivalisierende Gruppen von Gefangenen aufeinander losgegangen, sagt Innenminister Francisco Rivas. Der Minister schildert Szenen großer Brutalität: Vier der Opfer seien enthauptet worden, einer sei verbrannt worden.

+++ 06.59 Uhr: Talibanangriff bei Kundus abgewehrt +++

Nach mehr als 15-stündigen Gefechten in der afghanischen Nordprovinz Kundus schlagen Sicherheitskräfte einen schweren Talibanangriff auf ein Bezirkszentrum zurück. Das berichtet am Dienstag der Leiter des Bezirks Kala-e Sal, Mahbubullah Saidi. Der Angriff hatte am frühen Montagmorgen begonnen. Nach Angaben von Saidi können Armee und Polizei die Taliban am späteren Abend aus der Bezirkshauptstadt Akina vertreiben. Unterschiedliche Quellen berichten am Montag von 100 bis 500 Angreifern. Nach Angaben der Behörden werden mindestens acht Talibankämpfer und ein afghanischer Soldat getötet. Viele Zivilisten fliehen aus der Stadt. Sicherheitskräfte planen nun einen Gegenoffensive.

+++ 06.59 Uhr: Beckenbauer will Hoeneß wieder als Bayern-Präsident  +++

Franz Beckenbauer macht sich für ein Comeback von Uli Hoeneß an der Spitze des Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München stark. "Der FC Bayern braucht Uli Hoeneß - und Uli Hoeneß den FC Bayern. Auch in einem so funktionierenden und erfolgreichen Verein sollte man nicht auf die Erfahrung von Uli verzichten. Er ist immer mit Herzblut bei der Sache. Ich würde mich freuen über seine Rückkehr", sagt Beckenbauer der "Bild". Zuletzt haben sich die Anzeichen für eine Rückkehr von Hoeneß in die Führungsetage beim FC Bayern München verdichtet. Der Vereinspatron plane ein Comeback als Präsident und  Aufsichtsratsvorsitzender in Personalunion, hieß es zuletzt. Bis Ende Juli soll die Entscheidung um Hoeneß' Zukunft auch offiziell bekanntgegeben werden.

+++ 06.05 Uhr: Nordkorea testet erneut Raketen +++

Nordkorea setzt sich abermals über ein Verbot des UN-Sicherheitsrats hinweg und zündet mehrere Raketen. Die drei ballistischen Flugkörper seien in der Nacht zu Dienstag in Richtung des Japanischen Meers abgefeuert worden und 500 bis 600 Kilometer weit geflogen, teilt der Generalstab Südkoreas in Seoul mit. Die USA sprechen von einer "Provokation" und kündigten an, die Vereinten Nationen einzuschalten.

+++ 06.03 Uhr: Ministertreffen zu MH370 verschoben +++

Das geplante Ministertreffen über das weitere Vorgehen bei der Suche nach dem vor zwei Jahren verschwundenen Flug MH370 wird in letzter Minute verschoben. Die Verkehrsminister Malaysias, Australiens und Chinas wollten sich eigentlich am Dienstag in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur treffen. Sie wollten darüber beraten, ob die bislang vergebliche Suche nach dem Wrack der Malaysia-Airlines-Boeing fortgesetzt werden soll. Gastgeber Malaysia macht keine Angaben über die Hintergründe. Aus der Behörde für Zivilluftfahrt verlautet, dass der chinesische Minister verhindert war. Das Treffen finde womöglich nun am Donnerstag statt. MH370 verschwand mit 239 Menschen an Bord am 8. März 2014 spurlos. Satellitenauswertungen legten später nahe, dass die Maschine im Indischen Ozean westlich von Australien abstürzte.

Der Kleinwagen der vierköpfigen Familie wurde komplett zusammengestaucht

Der Kleinwagen der vierköpfigen Familie wurde komplett zusammengestaucht

+++ 04.00 Uhr: Horrorunfall auf A1 in Hamburg +++

Vier Menschen kommen am Montagabend bei einem Unfall auf der Autobahn A1 in Hamburg ums Leben gekommen. Dabei handelt es sich vermutlich um eine Familie, wie ein Polizeisprecher sagt. Am Ende eines Staus prallt ein Lastwagen in ihr Auto und schiebt es gegen einen davor stehenden Lastwagen. Der Wagen wird durch den Aufprall stark zusammengestaucht. Die A1 in Höhe der Anschlussstelle Hamburg-Öjendorf ist in der Nacht Richtung Süden gesperrt. Bis zum Morgen sollte die Sperrung aufgehoben sein. Die beiden Lastwagenfahrer stehen unter Schock und kommen ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt.

+++ China startet großes Manöver +++

China startet neue Militärmanöver im Südchinesischen Meer. Eine Woche nach dem Urteil des internationalen Schiedsgerichts, dass die weit reichenden chinesischen Ansprüche in dem Seegebiet ohne rechtliche Grundlage seien, wird ab Dienstag ein Sektor östlich der Südspitze der Insel Hainan bis Donnerstag jeweils am Tage für die Schifffahrt gesperrt. Das teilt die chinesische Meeresverwaltung mit. Die Ankündigung der Manöver erfolgt während des Besuches des Marinechefs der USA, John Richardson, in Peking. Sein chinesischer Konterpart Wu Shengli sagt dem US-Admiral, China werde "niemals seine Souveränität und Interessen im Südchinesischen Meer opfern".

tis / DPA / AFP