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  • Fischsterben in der Oder: Umweltkatastrophe tötet wohl 100 Tonnen Fisch

Zum Artikel Fischsterben in der Oder: Umweltkatastrophe tötet wohl 100 Tonnen Fisch
Der BUND-Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder am Montag auf bis zu 100 Tonnen. Das sei eine Hochrechnung auf Grundlage der Meldungen über einzelne Sammelaktionen, sagte der Experte der Umweltorganisation der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Fisch liegt bei Lebus am brandenburgischen Oder-Ufer.
Der BUND-Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder am Montag auf bis zu 100 Tonnen. Das sei eine Hochrechnung auf Grundlage der Meldungen über einzelne Sammelaktionen, sagte der Experte der Umweltorganisation der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Fisch liegt bei Lebus am brandenburgischen Oder-Ufer.
© Patrick Pleul / DPA
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Viele tote Fische treiben im Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder im Nationalpark Unteres Odertal nördlich der Stadt Schwedt. Am selben Tag informierte sich Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen) bei einem Vor-Ort-Besuch über die Lage am Fluss. Das Fischsterben in der Oder ist nach Angaben der polnischen Umweltschutzbehörde wahrscheinlich von einer Wasserverschmutzung durch die Industrie ausgelöst worden.
Seitdem treiben unzählige tote Fische im flachen Wasser, wie hier…
…und hier in Genschmbar, Brandenburg.
Freiwillige Helfer, wie hier in Lebus (Brandenburg), versuchen, die toten Fische aus dem Wasser zu bergen.
Hier bergen die freiwilligen Helfer einen großen toten Graskarpfen aus dem Wasser.
Auch das technische Hilfswerk (THW) ist im Einsatz.
Der Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt in der Uckermark (hier im Bild) wurde vor mehr als 25 Jahre gegründet und gilt als Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark. Das Gebiet an der deutsch-polnischen Grenze hat eine Länge von 50 Kilometern und erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 10.000 Hektar. Er zieht sich am westlichen Uferrand der Oder von Hohensaaten im Süden bis Staffelde im Norden. Wasservögel und andere Zugvögel nutzen das Areal als Rastgebiet.
Ein Schild, das vor dem Kontakt mit dem Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder warnt, hängt in Lebus (Brandenburg) an einem Zaun. Seit mehren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben auch die Anwohner des Flusses. Die Untersuchungen zur Aufklärung des massenhaften Fischsterbens in der Oder dauern an.
Polen, Slubice: Auch auf der polnischen Seite des deutsch-polnischen Grenzflusses, in Slubice, hängt ein Zettel mit der Aufschrift "Achtung Gift – Nicht ins Wasser der Oder gehen". Das polnische Veterinärinstitut schloss am Samstag Quecksilber als Ursache für das Fischsterben aus. Man warte nun auf die Ergebnisse von Untersuchungen auf andere Schadstoffe.
Nach Angaben von Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (im Bild) weist die Oder "sehr stark erhöhte Salzfrachten" auf. Das sei "absolut atypisch", sagte der Grünen-Politiker am Freitagabend. Vogels Ministerium erklärte, die gemessenen Salzfrachten könnten im Zusammenhang mit dem Fischsterben stehen. "Nach jetzigen Erkenntnissen wird es jedoch nicht ein einziger Faktor sein, der das Fischsterben in der Oder verursacht hat", hieß es in einer Mitteilung. Der Begriff Salzfrachten bezeichnet im Wasser gelöste Salze. Es handele sich um erste weitere Ergebnisse des Landeslabors Berlin-Brandenburg zu den Tagesproben, die bis zum Freitag an der automatischen Messstation in Frankfurt (Oder) entnommen wurden, erläuterte das Ministerium am Abend.
In Widuchowa und auch andernorts entlang der Oder wurden schwimmende Ölbarrieren ausgelegt, um die auf dem Wasser treibenden Fischkadaver zu sammeln
Der BUND-Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder am Montag auf bis zu 100 Tonnen. Das sei eine Hochrechnung auf Grundlage der Meldungen über einzelne Sammelaktionen, sagte der Experte der Umweltorganisation der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Fisch liegt bei Lebus am brandenburgischen Oder-Ufer.
Bei Krajnik Dolny, Polen, werden die toten Fische mit einem Bagger aus der Oder geholt und mit einem LKW abtransportiert.  Die Dimension sei vergleichbar mit der Sandoz-Katastrophe von 1986, sagte Maier der dpa. Damals war beim Chemiekonzern Sandoz (heute Novartis) ein Brand in einem Schweizer Lager ausgebrochen. Große Mengen verunreinigten Löschwassers gelangten in den Rhein und verursachten ein großes Fischsterben. Das Unglück damals sei Anlass für internationale Alarm- und Meldepläne von Flussanrainern gewesen - und genau diese seien jetzt an der Oder nicht eingehalten worden, sagte Maier.
Am Montag machte sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ein Bild von der Lage an der Oder. "Wir wissen bis jetzt nicht, was genau diese Vergiftungserscheinungen bei den Fischen verursacht hat", sagte er in Lebus. Experten aus Polen und Deutschland sollen nun in einer gemeinsamen Taskforce die Ursachen ermitteln. Erste Untersuchungsergebnisse werden für Anfang dieser Woche erwartet.  Wegen des rätselhaften Fischsterbens in der Oder wächst in Deutschland der Unmut über die spärlichen Informationen aus Polen. "Das lief nicht, wie es sein müsste", sagte  Woidke.
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