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+++ News des Tages +++: Mann im Berliner Hauptbahnhof von ICE überrollt

Neuer Volksverhetzungsprozess gegen Pegida-Chef Bachmann +++ Physik-Nobelpreisträger Haldane stolperte über Entdeckung +++ CDU-Politiker attackieren SPD-Chef Gabriel +++ Die News des Tages im Überblick.

Berlin Hauptbahnhof

In Berlin wurde ein Mann von einem ICE überrollt und starb (Archivbild)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:

+++ 22.22 Uhr: UN-Sicherheitsrat arbeitet weiter an Nordkorea-Sanktionen +++

Der UN-Sicherheitsrat strebt neue Sanktionen gegen Nordkorea als Reaktion auf dessen international scharf kritisierte Atomtests an. Der Rat arbeite schnell darauf hin, weitere Strafmaßnahmen zu verhängen, sagte Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft am Dienstag in New York. Das höchste UN-Gremium hatte zuletzt im März neue Sanktionen verhängt. Nordkorea hatte mit seinem fünften und bislang stärksten Atomwaffentest am 9. September weltweit Empörung ausgelöst. Das Land will Atomraketen entwickeln, die auch die USA erreichen könnten. 

+++ 21.59 Uhr: EU ratifiziert Weltklimavertrag +++

Die EU hat den Weltklimavertrag ratifiziert. Nachdem das Europaparlament am Mittag den Weg frei gemacht hatte, stimmten die EU-Staaten in einem letzten, rein formalen Schritt ebenfalls zu. Das teilte das EU-Vorsitzland Slowakei am Dienstagabend in Brüssel mit. Die nötigen Dokumente sollen am Freitag in New York den Vereinten Nationen übergeben werden. "Wir können alle gemeinsam stolz auf diese Leistung sein", erklärte der slowakische Umweltminister Laszlo Solymos.

+++ 20.55 Uhr: Anwalt: Nolilane-Spenden an CDU kommen von Ex-Agent Mauss +++

Zumindest ein Teil der möglicherweise illegalen Spenden an die CDU Rheinland-Pfalz stammt nach Angaben seines Anwalts von dem Ex-Geheimagenten Werner Mauss. In einer Mitteilung vom Dienstagabend bezog sich Mauss' Anwalt Gero Himmelbach auf die Firma Nolilane, die Auftraggeber eines Teils der Spenden an die Landes-CDU und die CDU Cochem-Zell war. Er erklärte: Das Einkommen und Vermögen der Gesellschaft Nolilane N.V. werde "unmittelbar Herrn Mauss als eigenes Einkommen und Vermögen zugerechnet". Dies gehe hervor aus einem Schreiben der Frankfurter Rechtsanwälte GGV hervor, die Mauss in Steuerangelegenheiten vertreten. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass Nolilane und andere Gesellschaften der Steuerminderung oder der Steuerhinterziehung dienen sollten. Die CDU Rheinland-Pfalz erhielt nach eigenen Angaben 2010 zwei Spenden von der Eisenacher Anwaltskanzlei Franz Hansen über insgesamt 18 500 Euro. Der CDU Cochem-Zell wurden von 2008 bis 2015 insgesamt 63 500 Euro über ein Anderkonto des Anwalts Hansen überwiesen. Der Hinweis "Nolilane" findet sich laut Landes-CDU bei vier Spenden.

+++ 18.10 Uhr: 18-jähriger Asylbewerber bei Messerangriff lebensgefährlich verletzt +++

Bei einem Messerangriff nahe einer U-Bahnstation in Hamburg ist am Montagabend ein 18 Jahre alter Asylbewerber lebensgefährlich verletzt worden. Der junge Mann sei zusammen mit seinem 25 Jahre alten Bruder und dessen Lebensgefährtin auf dem Weg zu seiner Unterkunft gewesen, teilte die Polizei mit. Dabei seien sie einem Unbekannten begegnet. Vermutlich sei es zu einer Rempelei und einem Wortwechsel gekommen. Dann habe der Unbekannte ein Messer gezogen und zugestochen. Als der ältere Bruder des Opfers dazwischenging, bekam er demnach selbst einen Messerstich ab. Es gebe keinen Hinweis einen fremdenfeindlichen Hintergrund. "Es kann alles sein", sagte eine Polizeisprecherin zum möglichen Motiv. Der 18-Jährige wurde im Krankenhaus notoperiert und kam auf die Intensivstation.

+++ 17.24 Rotes Brunnenwasser als Protest gegen teure Tampons +++

Aus Protest gegen den Mehrwertsteuersatz für Tampons haben Schweizer Demonstranten zehn Brunnen in Zürich blutrot gefärbt. Es könne nicht angehen, dass auf Tampons, Binden und andere Hygieneartikel der in der Schweiz übliche achtprozentige Mehrwertsteuer erhoben werde, während für andere Güter des täglichen Bedarfs ein reduzierter Satz von 2,5 Prozent gelte, werde, erklärte das Kollektiv Aktivistin.ch. Mit der Aktion solle ein Diskurs über den gesellschaftlichen Umgang mit dem weiblichen Körper angeregt werden.

+++ 17.15 Uhr: Verwahrloster Mann nach 43 Jahren aus Elternhaus befreit +++

Ein verwahrloster 43-jähriger Mann ist in Bayern nach mehreren Jahrzehnten Isolation in seinem Elternhaus in ein Krankenhaus gebracht worden. "Wir wissen noch nicht genau, seit wann der Mann dort ohne ständigen Kontakt zur Außenwelt war und wie konkret das aussah - ob er zum Beispiel die Möglichkeit gehabt hätte, das Anwesen zu verlassen", sagte Polizeisprecher Harald Stadter. Man könne aber von Isolation sprechen. Der 43-Jährige sei verwahrlost gewesen, aber nicht unterernährt.

Gegen die Eltern seien Ermittlungen wegen Körperverletzung durch Unterlassung und auch Freiheitsberaubung eingeleitet worden. Zuerst hatte der "Nordbayerische Kurier" über den Fall berichtet. Nach einem Hinweis hatte die Polizei den Mann bereits am 21. September vom Haus der Eltern im Landkreis Bayreuth ins dortige Bezirkskrankenhaus gebracht. Von "Befreiung" wolle er aber nicht sprechen, sagte Stadter. "Vielleicht wollte der Mann das auch so." Die Polizei gehe von einer Zeit zwischen 20 und 30 Jahren aus, in denen der Mann isoliert bei seinen Eltern gelebt habe. 

+++ 16 Uhr: Tödlicher Unfall in Berlin: Mann von ICE überrollt  +++

Ein Mann ist am Dienstagmittag im Berliner Hauptbahnhof ins Gleis gestürzt, von einem ICE-Zug erfasst und getötet worden. Nach einer ersten Sichtung von Videomaterial ging die Bundespolizei von einem Unfall aus, wie ein Sprecher am Nachmittag sagte. Die Fern- und Regionalverkehrsgleise 11 bis 14 auf der oberirdischen Ost-West-Trasse wurden vorübergehend gesperrt und die Bahnsteige geräumt. Die Spurensicherung der Berliner Polizei war vor Ort.

+++ 15.36 Uhr: Ermittlungen gegen Böhmermann wegen "Schmähgedicht" eingestellt +++

Die Ermittlungen gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann wegen dessen "Schmähgedicht" über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sind eingestellt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Mainz mitteilte, sind "strafbare Handlungen nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachzuweisen".


+++ 15.31 Uhr: Polizei holt randalierenden Kegelclub aus dem Zug +++

Auf der Rückfahrt von einem Ausflug nach Hamburg hat ein Kegelclub vom Niederrhein so über die Stränge geschlagen, dass die Polizei die neun Männer in Gelsenkirchen aus dem Zug holte. Die Kegelbrüder hätten nicht nur die Mitreisenden durch laute Musik gestört und das Abteil vermüllt, teilte die Bundespolizei mit. Im Hauptbahnhof von Münster hätten die zwischen 23 und 31 Jahre alten Männer auch die Weiterfahrt des Zuges blockiert, um bei offenen Türen rauchen zu können. Die vom Zugpersonal alarmierte Bundespolizei ließ die Männer aus Voerde beim nächsten Halt in Gelsenkirchen aussteigen. Auf sie kommt jetzt ein Bußgeldverfahren wegen der Türblockade zu. Immerhin: Das Abteil hätten die Männer gründlich gereinigt, heißt es im Polizeibericht.

+++ 14 Uhr: Mann stürzt aus fahrendem Zug - Mob soll ihn bedrängt haben +++

Ein aggressiver Mob soll einen jungen Mann in Sachsen-Anhalt so sehr bedrängt haben, dass dieser die Tür eines fahrenden Zuges öffnete und nach draußen stürzte. Der 25-Jährige erlitt bei dem Vorfall am Wochenende lebensgefährliche Verletzungen. "Er hat aufgrund der Bedrohung durch den gewaltbereiten Mob selbst die Notentriegelung betätigt", sagte Polizeisprecher Marc Becher. Ob der 25-Jährige aus dem Landkreis Börde das bewusst oder aus Versehen getan habe, müsse noch ermittelt werden. Ebenso unklar war noch, ob der Mann aus dem Zug gestoßen wurde oder selbst sprang.

Der 25-Jährige und drei Bekannte seien am Bahnhof Haldensleben in eine große Menge gewaltbereiter und betrunkener Fußballfans aus Halle an der Saale geraten. Die drei Begleiter des jungen Mannes seien von der Menge am nächsten Haltepunkt zum Aussteigen gezwungen worden.

+++ 13.43 Uhr: Iran spielt Aufregung um Gabriels Israel-Äußerungen herunter +++

Der iranische Regierungssprecher hat versucht, die wegen Äußerungen von Vizekanzler Sigmar Gabriel entstandene Aufregung in Teheran herunterzuspielen. "Herr Gabriel respektiert sowohl das iranische Volk als auch die Regierung, und das Ziel seiner Reise war der Ausbau der bilateralen Beziehungen", sagte Sprecher Mohammed Bagher Nobacht. Politische Äußerungen Gabriels vor dem Besuch waren nach Einschätzung des Iraners für das deutsche Publikum gedacht. Hintergrund der Aufregungen in Teheran ist ein Gespräch Gabriels mit dem "Spiegel" vor seiner Iran-Reise. "Ein normales, freundschaftliches Verhältnis zu Deutschland wird erst dann möglich sein, wenn Iran das Existenzrecht Israels akzeptiert", hatte er gesagt.

+++ 13.36 Uhr: Mastercard startet Onlinezahlungen per Selfie oder Fingerabdruck in Europa +++

Der Kreditkartenanbieter Mastercard ermöglicht seinen Kunden in Europa, sich bei Interneteinkäufen per Selfie oder Fingerabdruck zu identifizieren. Seit Dienstag ist die Technik in Deutschland und elf weiteren europäischen Ländern verfügbar, wie das Unternehmen mitteilte. Eine Passworteingabe sei somit nicht mehr nötig; die Karteninhaber profitierten "von deutlich schnelleren digitalen Einkaufserlebnissen und gleichzeitig mehr Sicherheit", erklärte Mastercard.

Den Angaben zufolge können Nutzer der App namens Identity Check Mobile zur Verifizierung ihrer Identität einen Finger auf den Fingerabdruckscanner ihres Smartphones legen. Alternativ können sie ein Selfie machen, dass dann zur Gesichtserkennung verwendet wird. Ziel seien "möglichst reibungslose Online-Zahlungserlebnisse" ohne Kompromisse bei der Sicherheit, erklärte der zuständige Mastercard-Manager Ajay Bhalla. Er sprach von einem "bedeutenden Meilenstein".

+++ 13.24 Uhr: Ermittler zu Klinikbrand: Patientin zündete sich an +++

Die Ursache des Großbrands am Freitag in einer Bochumer Klinik mit zwei Toten ist geklärt. Nach Angaben der Ermittler hat sich eine 69 Jahre alte Patientin in Suizidabsicht mit einem brennbaren Desinfektionsmittel übergossen und angezündet. Diesem Verdacht waren die Ermittler schon am Wochenende nachgegangen. Neben der 69-Jährigen starb ein 41-jähriger bettlägeriger Patient im Nachbarzimmer an Rauchgasen. Die Ermittlungen zum Motiv seien noch nicht abgeschlossen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler korrigierten dabei die Zahl der Verletzten nach unten. Es habe 10 Verletzte gegeben und nicht wie bislang angenommen 16. Niemand schwebe mehr in Lebensgefahr. Der Sachschaden liege in dreistelliger Millionenhöhe.


+++ 12.51 Uhr: EU-Parlament macht Weg frei für Weltklimavertrag +++

Der historische Pariser Klimavertrag kann Anfang November in Kraft treten. Das Europaparlament votierte am Dienstag mit großer Mehrheit für das erste weltweit verbindliche Abkommen zum Kampf gegen die Erderwärmung - damit sind die Voraussetzungen erfüllt. Für das Ende 2015 in Paris ausgehandelte Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase stimmten 610 EU-Abgeordnete, 38 stimmten dagegen und 31 enthielten sich.

+++ 12.24 Uhr: Neuer Volksverhetzungsprozess gegen Pegida-Chef Bachmann +++

Der Prozess wegen Volksverhetzung gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann wird neu aufgerollt. Das Landgericht Dresden verhandelt den Fall am 23. und 30. November, wie ein Sprecher sagte. Zuvor hatte die "Dresdner Morgenpost" berichtet. Bachmann wird vorgeworfen, in Facebook-Kommentaren im September 2014 Flüchtlinge als "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack" bezeichnet zu haben. Der Mitgründer des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses war Anfang Mai vom Amtsgericht wegen herabwürdigender und hetzerischer Beleidigungen gegen Flüchtlinge zu einer Geldstrafe von 9600 Euro verurteilt worden. Der 43-Jährige bestreitet, Verfasser dieser Posts gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft hatte auch wegen Bachmanns vieler Vorstrafen eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung gefordert. Die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt. Beide legten Berufung gegen das Urteil ein.


+++ 12.14 Uhr: Noch keine heiße Spur nach Attacke auf Oersdorfer Bürgermeister +++

Nach der Knüppelattacke auf den Bürgermeister von Oersdorf bei Hamburg, Joachim Kebschull, ermittelt die Polizei weiterhin in alle Richtungen. Eine heiße Spur gebe es in dem Fall noch nicht, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Der 61-Jährige befindet sich auf dem Weg der Besserung. Laut Vize-Bürgermeister Hans-Herrmann Gravert will Kebschull noch in dieser Woche seine Arbeit wieder aufnehmen. Kebschull habe in einem Telefonat gesagt, er habe bei dem Angriff am Donnerstagabend eine leichte Gehirnerschütterung erlitten. Es ist nach wie vor unklar, ob es sich bei dem Vorfall in der vergangenen Woche um eine fremdenfeindliche Tat handelt. Es hatte vor der Attacke Drohbriefe gegeben, die sich auf einen inzwischen verworfenen Plan bezogen, Flüchtlinge in einem Haus im Dorf unterzubringen.


+++ 11.52 Uhr: Physik-Nobelpreis für die Erforschung von Materiezuständen +++

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die drei in den USA tätigen Forscher David J. Thouless, F. Duncan Haldane und J. Michael Kosterlitz. Die drei Wissenschaftler erhielten den Preis für die Erforschung exotischer Materiezustände, wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt gab.

Haldane hat nicht mit der renommierten Auszeichnung gerechnet. "Ich war sehr, sehr überrascht und sehr dankbar", sagte Haldane, "es war wie bei vielen Entdeckungen: Du stolperst über sie und musst einfach begreifen, dass du dort etwas sehr Interessantes gefunden hast." 

+++ 11.24 Uhr: Chaos-Auftritt von Teenieschwarm: Polizei sucht Verantwortlichen +++

Zwei Tage nachdem mehrere Teenager bei einer Autogrammstunde des Sängers Lukas Rieger in Ulm kollabiert sind, sucht die Polizei weiter nach einem Verantwortlichen. "Wir gehen ins Gespräch mit allen Beteiligten", sagte ein Sprecher. Die Beamten müssten klären, wer für die Veranstaltung und das Sicherheitskonzept am Sonntag verantwortlich war. Unter anderem stehe man im Kontakt mit dem Einkaufszentrum. Polizei und Rettungskräfte seien vorab nicht über die dortige Autogrammstunde informiert worden.

Das Einkaufszentrum hatte am Sonntag Darstellungen widersprochen, wonach es zu einer Panik gekommen sei. Die Veranstaltung sei vorbereitet gewesen, das Sicherheitspersonal für den Auftritt Riegers extra verstärkt worden. "Wir schulen unsere Mitarbeiter speziell auch mit Blick auf solche Situationen, damit sie möglichst immer angemessen handeln", hatte das Management mitgeteilt. "Wenn das im Einzelfall einmal nicht gelingt, so möchten wir uns dafu?r entschuldigen." Der Vorfall werde "in allen Details" aufgearbeitet. 18 Jugendliche erlitten bei dem Auftritt in Ulm leichte Verletzungen, vor allem aufgrund von Atem- und Kreislaufbeschwerden. Eine Glasscheibe ging zu Bruch, zwei Jugendliche erlitten Schnittverletzungen. 6 Streifenwagen und an die 100 Rettungskräfte waren im Einsatz.

+++ 11.05 Uhr: Merkel und Länderchefs suchen Einigung zu Bund-Länder-Finanzen +++

Bund und Länder wollen bei einem überraschend angesetzten Spitzentreffen in Berlin eine Einigung über die künftigen Finanzbeziehungen ausloten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für den Nachmittag mehrere Ministerpräsidenten zu möglicherweise entscheidenden Gesprächen ins Kanzleramt geladen.

+++ 11 Uhr: Fast 13.000 Polizisten in der Türkei nach Putschversuch suspendiert +++

Türkische Behörden haben nach der Verlängerung des Ausnahmezustandes um drei Monate fast 13.000 Polizeibeamte vom Dienst suspendiert. Die betroffenen Beamten seien wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zwangsbeurlaubt worden, teilte die türkische Polizeiführung in Ankara im Internet mit. Unter den 12.801 suspendierten Polizisten befänden sich auch 2523 Polizeichefs. Die Türkei macht Gülen für den Putschversuch im Juli verantwortlich. Der in den USA lebende Geistliche streitet diese Vorwürfe ab. Seit dem gescheiterten Putsch wurden mehr als 100.000 Staatsbeamte verschiedener Ministerien und Ämter vom Dienst suspendiert, darunter Lehrer, Justizbeamte und Polizisten. Mehr als 50.000 von ihnen wurden entlassen. 32.000 Putschverdächtige sitzen zur Zeit in Untersuchungshaft, darunter auch zahlreiche Journalisten.


+++ 10.48 Uhr: Drei Verletzte bei illegalem Autorennen in Berlin +++

Bei einem illegalen Autorennen in Berlin sind drei Menschen verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, sollen sich zwei Autos am Montagabend ein Wettrennen geliefert haben. Als eine Ampel auf Grün schaltete, sollen beide Fahrer nach Aussage von Zeugen Gas gegeben haben und mit überhöhter Geschwindigkeit davongerast sein. Kurz darauf stieß einer der Wagen mit dem Auto einer 19-Jährigen zusammen. Der 24-jährige Unfallverursacher prallte anschließend noch gegen ein weiteres, geparktes Auto. Er wurde mit Kopf- und Rückenverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die 19-jährige Autofahrerin und ihre Beifahrerin erlitten leichte Kopfverletzungen, die ambulant behandelt wurden.

+++ 9.25 Uhr: Landtag von Mecklenburg-Vorpommern konstituiert sich +++

Nach der Wahl Anfang September kommt der neue Landtag Mecklenburg-Vorpommerns heute in Schwerin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Eröffnet wird das Parlament von der AfD-Abgeordneten Christel Weißig als Alterspräsidentin. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl des Präsidiums. Die SPD nominierte als stärkste Fraktion Sylvia Bretschneider, die bereits seit 2002 das Amt der Landtagspräsidentin inne hat. Umstritten ist die Kandidatur des AfD-Abgeordneten Ralph Weber für einen der drei Vizeposten. Die SPD und die Linkspartei kündigten an, nicht für Weber zu stimmen. Der Landtag tagt im sogenannten Konzertfoyer des Schweriner Staatstheaters, weil im Schweriner Schloss, dem eigentlichen Parlamentssitz, ein neuer Plenarsaal eingebaut wird. 

Landtagswahl in MV : "Das ist 'ne Protestbewegung à la #brexit!"

+++ 9.11 Uhr: Mindestens 22 Tote bei Selbstmordanschlag auf Hochzeit in Syrien +++

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsfeier in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 22 Menschen getötet worden. Der Attentäter sprengte sich in einem Saal in der nordöstlichen Provinz Hasakeh in die Luft, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Bräutigam, ein gegen den IS kämpfender Rebellenkämpfer, und seine Frau überlebten den Anschlag offenbar. Der Attentäter habe seine Sprengstoffweste gezündet, als sich Braut und Bräutigam im Dorf Tall Tauil nördlich der Stadt Hasakeh gerade das Jawort gaben, berichtete ein Augenzeuge, der bei dem Anschlag selbst verletzt wurde, der Nachrichtenagentur AFP. Die Explosion sei gewaltig gewesen und habe die Opfer förmlich zerrissen. Auch Ärzte in Hasakeh berichteten von mehr als 20 Toten und dutzenden Verletzten. Viele von ihnen schwebten demnach in Lebensgefahr.

+++ 8.49 Uhr: Türkei suspendiert 13.000 Polizisten +++

Die türkische Polizei suspendiert im Zuge der Ermittlungen zum gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli fast 13.000 Beamte. Unter den insgesamt 12.801 Betroffenen seien 2523 Polizeichefs, teilt das Polizeihauptquartier in Ankara mit. Die Polizisten werden demnach verdächtigt, zur Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu gehören, den die Regierung für den Umsturzversuch verantwortlich macht, und dessen Bewegung als Terrororganisation eingestuft ist.

+++ 6.26 Uhr: Schul-Mitarbeiterin vergleicht Michelle Obama mit Gorilla +++

Eine Schule in der US-amerikanischen Stadt Atlanta entlässt eine Mitarbeiterin, weil sie Michelle Obama mit rassistischen Posts im Internet verunglimpft hat. Das berichtet "Spiegel online". Demnach habe sie die Frau des US-Präsidenten auf Facebook mit einem Gorilla verglichen. In einer Stellungnahme der örtlichen Schulbehörde heiße es, man toleriere keine Form von Rassismus oder Diskriminierung. Facebook reagiere offensichtlich schnell. Die Seite der Mitarbeiterin sei nicht mehr zu finden.

+++ 6.18 Uhr: CDU-Politiker weisen Gabriels Kritik an Deutscher Bank zurück +++

Die Attacke von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gegen die Deutsche Bank wird von Unions-Politikern scharf kritisiert. Gabriels Äußerungen schadeten dem Wirtschaftsstandort Deutschland, "das ist nicht hinnehmbar", sagt der Unions-Obmann im Bundestagsfinanzausschuss, Hans Michelbach (CSU), der "Passauer Neuen Presse". Zwar wolle auch die Union nicht, dass am Ende womöglich Steuergeld zur Rettung der Deutschen Bank verwendet werden müsse, "aber man darf ihre Marktchancen nicht noch einschränken, indem man sie schlecht macht".

Gabriel hatte am Sonntag auf dem Flug in den Iran scharfe Kritik am Auftreten der Deutschen Bank geübt. "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll, dass die Bank, die das Spekulantentum zum Geschäftsmodell gemacht hat, sich jetzt zum Opfer erklärt", sagte Gabriel. "Das Szenario ist, dass Tausende Menschen ihre Arbeit verlieren werden. Sie tragen jetzt die Verantwortung für den Wahnsinn, der betrieben wurde von verantwortungslosen Managern."

+++ 5.40 Uhr: Gefechte in Kundus gehen weiter +++

Die Gefechte mit radikalislamischen Taliban im Zentrum der nordafghanischen Stadt Kundus gehen in den zweiten Tag. "Im Moment haben wir Kämpfe im ersten und dritten Distrikt der Stadt", sagt ein Provinzratsmitglied, Sargul Alimi. In der Nacht seien Kämpfer in die Gebäude der Anti-Drogen-Polizei sowie der Hilfsorganisation Roter Halbmond eingedrungen und lieferten sich von dort aus Gefechte mit Sicherheitskräften. Die deutsche Bundeswehr ist mit einer kleinen Gruppe von Beratern in einem afghanischen Militärlager in Kundus. Einer ARD-Reporterin hat der Kommandeur der deutschen Einheiten in Nordafghanistan, Hartmut Renk, am Montagabend gesagt, es habe Kämpfe vor allen an den Stadträndern gegeben, aber "eine kleine (Taliban-)Gruppe" sei auch in der Stadt.  

+++ 5.38 Uhr: Zehn Länder nehmen 65 Prozent aller Flüchtlinge auf +++

Amnesty International fordert die reichen Länder auf, deutlich mehr Flüchtlinge aufzunehmen. 21 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht, wie aus Bericht der Menschenrechtsorganisation zur Flüchtlingskrise hervorgeht. 65 Prozent dieser Flüchtlinge werden demnach von nur zehn Ländern aufgenommen, die direkt an Konfliktgebiete angrenzen und zusammen für gerade einmal 2,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung stehen. Mit 2,7 Millionen Flüchtlingen hat Jordanien dem Bericht zufolge die meisten Menschen aufgenommen, gefolgt von der Türkei (mehr als 2,5 Millionen), Pakistan (1,6 Millionen) und dem Libanon (mehr als 1,5 Millionen). Weitere Aufnahmeländer, die hunderttausende Flüchtlinge beherbergen, sind demnach der Iran, Äthiopien, Kenia, Uganda, die Demokratische Republik Kongo und der Tschad.

+++ 4.48 Uhr: Anschlag auf Büro von umstrittener CDU-Politikerin Kuddla +++

Auf das Wahlkreisbüro der umstrittenen CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla in Leipzig wird ein Anschlag verübt. Wie ein Sprecher der Polizei sagt, beschmieren Unbekannte in der Nacht zum Dienstag die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, werfen vier Fenster ein und verwüsten das Büro. Hinweise auf mögliche Täter oder Hintergründe des Anschlags liegen zunächst nicht vor.

+++ 4.39 Uhr: Polizei in Los Angeles rechtfertigt tödliche Schüsse auf zwei Schwarze +++

Die Polizei im kalifornischen Los Angeles verteidigt tödliche Schüsse auf zwei Schwarze. Der 18-jährige Carnell Snell Jr, der sich nach einem mutmaßlichen Autodiebstahl am Samstag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei lieferte, habe eine geladene Schusswaffe auf die Polizisten gerichtet, sagt Polizeichef Charlie Beck. Die Polizisten hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Ein zweiter Mann, der bei einem Polizeieinsatz am Sonntag erschossen wurde, hat nach Angaben des Polizeichefs keine echte Waffe dabei. Als sich die Polizisten dem Verdächtigen zu Fuß genähert hätten, habe er mit einer Waffe auf sie gezielt, sagt Beck. Dass es sich um eine Spielzeugpistole handelte, hätten die Beamten nicht sehen können, weil die orangefarbene Spitze übermalt war. 

+++ 3.01 Uhr: IS-Selbstmordanschlag auf Hochzeitsfeier in Syrien +++

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsfeier in Syrien werden nach Angaben von Aktivisten mindestens 22 Menschen getötet. Der Attentäter sprengt sich in einem Saal in der nordöstlichen Provinz Hasakeh in die Luft, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt. Zu dem Anschlag bekennt sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Der Bräutigam, ein gegen den IS kämpfender Rebellenkämpfer, und seine Frau überleben den Anschlag offenbar. 

+++ 2.38 Uhr: Drei Verletzte bei illegalem Autorennen in Berlin +++

Vermutlich bei einem illegalen Autorennen im Berliner Bezirk Reinickendorf wird ein Mensch schwer verletzt. Zwei weitere Personen erlitten bei dem Unfall am Montagabend leichte Verletzungen, wie ein Polizeisprecher in der Nacht zu Dienstag sagt.
Zeugen berichten demnach, dass sich Autofahrer auf der Residenzstraße ein Rennen geliefert haben. Wie viele Autos beteiligt waren und wie es zu dem Unfall kam, ist zunächst unklar.

+++ 1.04 Uhr: NRW-Steuerfahnder ermitteln gegen mehrere Dutzend Banken +++

Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen leiten nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in den vergangenen beiden Jahren gegen 57 Banken aus der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Luxemburg Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein. Auf die Spur gekommen seien die Fahnder den Finanzinstituten durch die Auswertung von Selbstanzeigen deutscher Bürger, die den Behörden Schwarzgeldkonten im Ausland meldeten.

tis / AFP / DPA