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News am Osterwochenende Putin erlaubt sich selbst das Weiterregieren bis 2036

Wladimir Putin
Wladimir Putin
© Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin / DPA
Die News am Osterwochenende im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier

Die News am Osterwochenende im stern-Ticker:   

19.39 Uhr: Unfall mit mindestens 15 Fahrzeugen auf A3 in Hessen

Bei einem Unfall auf der Autobahn 3 im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis nahe der Stadt Idstein sind mindestens 15 Fahrzeuge zusammengestoßen. Nach ersten Erkenntnissen gibt es mindestens drei Verletzte, wie die Polizei am Montagabend mitteilte. Die Unfallursache war ebenso wie die Schwere der Verletzungen bei den Beteiligten zunächst unbekannt.

18.18 Uhr: Mosambiks Armee bringt Küstenstadt Palma wieder weitgehend unter Kontrolle

Fast zwei Wochen nach dem Dschihadisten-Angriff auf die Küstenstadt Palma im Norden Mosambiks hat die Armee die Stadt wieder weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Der Befehlshaber des Einsatzes, Chongo Vidigal, sagte im staatlichen Sender TVM, die Armee habe am Sonntag zuletzt den Flugplatz von Palma "gesäubert". Er sprach allerdings noch nicht von einer vollständigen Rückeroberung der Stadt. Bei den Kämpfen wurden seinen Angaben zufolge zahlreiche Dschihadisten getötet.

Extremistische Islamisten hatten die 75.000-Einwohner-Stadt am 24. März eingenommen. Dabei töteten sie dutzende Zivilisten. Mehr als 11.000 Menschen ergriffen nach UN-Angaben die Flucht. Palma liegt in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinz Cabo Delgado. Seit drei Jahren verüben radikalislamische Gruppen dort immer wieder Angriffe, bei denen nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen bisher mindestens 2600 Menschen getötet und 670.000 vertrieben wurden. Nach etlichen Militäreinsätzen hatte sich die Lage in den vergangenen Monaten aber beruhigt.

In unmittelbarer Nähe von Palma bauen unter anderem der französische Ölriese Total und der US-Konzern ExxonMobil eine milliardenschwere Anlage zur Erschließung von Flüssig-Erdgas. 

17.59 Uhr: Nawalny: Gesundheitszustand im Straflager weiter verschlechtert

Der im Straflager inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny hat eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands beklagt. Man habe ihm 38,1 Grad Fieber sowie "starken Husten" attestiert – seinen vor einigen Tagen begonnen Hungerstreik werde er trotzdem fortsetzen, schrieb Nawalny am Montag auf Instagram. Bereits drei seiner Mitgefangenen seien wegen Tuberkulose in ein Krankenhaus gebracht worden.

Schon seit längerem berichtet der Oppositionspolitiker, der in einem Straflager rund 100 Kilometer östlich von Moskau inhaftiert ist, über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Am vergangenen Mittwoch erklärte Nawalny, aus Protest gegen mangelnde medizinische Versorgung in einen Hungerstreik getreten zu sein.

Nawalny war im Februar in einem viel kritisierten Prozess zu einer mehrjährigen Straflager-Haft verurteilt worden. Die russische Justiz wirft ihm vor, in einem früheren Strafverfahren gegen Meldeauflagen verstoßen zu haben, während er sich in Deutschland von einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholte.

17.56 Uhr: Ärzte: Mindestens 18 Tote bei neuen Kämpfen in Darfur

Bei neuen Kämpfen in der sudanesischen Unruheregion Darfur sind nach Angaben von Ärzten mindestens 18 Menschen getötet und 54 weitere verletzt worden. In die Krankenhäuser würden weiterhin bei den Gefechten verletzte Menschen eingeliefert, teilte das Ärztekomitee für West-Darfur am Montag mit. Nach seinen Angaben wurde auch ein Krankenwagen mit Verletzten angegriffen.

Augenzeugen berichteten von heftigen Kämpfen in El Geneina, der Hauptstadt des Bundesstaats West-Darfur. Die Gefechte zwischen Mitgliedern verschiedener Volksgruppen tobten demnach seit dem Wochenende und dauerten zu Wochenbeginn an. Wodurch die jüngsten Kämpfe entfacht wurden, war zunächst unklar.

16.24 Uhr: Putin erlaubt sich selbst das Weiterregieren bis 2036

Mit einer Unterschrift hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin den theoretischen Machterhalt bis 2036 selbst ermöglicht. Das Gesetz, das Putins bisherige Amtszeiten auf null setzt, wurde am Montag auf einem Regierungsportal veröffentlicht. Die Staatsduma hatte das Gesetz Ende März verabschiedet. Damit wurde ein zentraler Punkt der umstrittenen neuen Verfassung umgesetzt, über die die Russen im vergangenen Juli abgestimmt hatten.

Nach der alten Verfassung von 1993 hätte Putin den Kreml 2024 verlassen müssen. Durch die Annullierung seiner bisherigen Amtszeiten seit 2000 darf er nun aber auch bei den nächsten beiden Präsidentenwahlen antreten – und so theoretisch bis 2036 weiterregieren. Ob er das tatsächlich vorhat, ließ der 68 Jahre alte Kremlchef bislang allerdings offen.

Der größte Verfassungsumbau der russischen Geschichte hatte Putin auch deutlich mehr Machtbefugnisse gebracht. Russische Oppositionelle warfen dem Präsidenten damals Machtmissbrauch und einen Verfassungsumsturz vor. 

14.19 Uhr: Belgischer Zoll: Über 27 Tonnen Kokain in sechs Wochen gefunden

Im Hafen von Antwerpen hat der Zoll in den vergangenen sechs Wochen 27,64 Tonnen Kokain sichergestellt. Allein in der Nacht von Freitag auf Samstag sei eine Menge von knapp 11 Tonnen beschlagnahmt worden, berichtet die Nachrichtenagentur Belga am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der Marktwert liege bei knapp 1,4 Milliarden Euro. Die Funde stünden im Zusammenhang mit einer halbe Milliarde entschlüsselter Nachrichten, die abgefangen worden seien.

13.12 Uhr: Ostermarsch-Aktionen in 100 deutschen Städten

In rund 100 deutschen Städten haben laut dem "Netzwerk Friedenskooperative" in diesem Jahr Ostermarsch-Aktionen stattgefunden. Pandemiebedingt seien die Friedensdemonstrationen teils auf der Straße und teils virtuell erfolgt, teilte das Netzwerk am Montag mit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten die Senkung der Rüstungsausgaben, den Beitritt zum UN-Atomwaffenverbot und den Stopp von Rüstungsexporten.

Die Teilnehmerzahlen seien "überraschend positiv" gewesen, hieß es in der Mitteilung. Wegen der Pandemie seien die Erwartungen im Vorfeld eher pessimistisch gewesen. Bei den auf der Straße stattfindenden Ostermärschen hätten die Friedensaktivistinnen und -aktivisten "mit Maske und Abstand und Einhaltung der Hygienekonzepte protestiert und damit gezeigt, wie verantwortungsvoller und achtsamer Protest aussehen kann". 

13.05 Uhr: Büro: Abbas wegen medizinischer Untersuchung auf dem Weg nach Deutschland

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist auf dem Weg nach Deutschland, um sich einer medizinischen "Routineuntersuchung" zu unterziehen. Während seines Besuchs werde der 86-Jährige auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen, hieß es am Montag aus dem Umfeld des Präsidenten. Abbas verließ Ramallah im Westjordanland an Bord eines jordanischen Hubschraubers. 

Ein Reh kracht durch die Windschutzscheibe in einen Schulbus

11.10 Uhr: Behörde: Schiffsverkehr am Suezkanal läuft wieder normal

Der Stau von Schiffen am Suezkanal in Ägypten hat sich aufgelöst. Die letzten 60 von etwa 420 Schiffen, die seit dem Unfall des Frachters "Ever Given" auf Durchfahrt gewartet hatten, hätten den Kanal in beiden Richtungen passiert, teilte die Kanalbehörde am Samstag mit. Das 400 Meter lange Containerschiff war am 23. März auf Grund gelaufen, stellte sich quer und blockierte sechs Tage lang die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa.

10.16 Uhr: Zahl der Toten nach Fährunglück in Bangladesch auf mindestens 20 gestiegen

Nach dem Fährunglück in Bangladesch ist die Zahl der Toten auf mindestens 20 gestiegen. 15 weitere Leichen seien geborgen worden, sagte eine Behördensprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Montag in Narayanganj. Am Sonntag waren bereits fünf Leichen gemeldet worden, nachdem die in der Industriestadt Narayanganj gestartete Fähre mit rund 50 Menschen an Bord mit einem anderen Schiff zusammengestoßen war. Das Unglück ereignete sich im Fluss Shitalakhsya rund 20 Kilometer von der Hauptstadt Dhaka entfernt. Nach Angaben der Polizei war die Fähre überfüllt, nachdem die Regierung einen landesweit geltenden harten Lockdown ab Montag bestätigt hatte. Unter anderem ruht der inländische Fähr-, Bus-, Zug- und Flugverkehr für sieben Tage. 

10.03 Uhr: Staatsanwaltschaft wirft Netanjahu in Korruptionsprozess Machtmissbrauch vor

Im Korruptionsprozess gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat die Staatsanwaltschaft dem 71-Jährigen Machtmissbrauch vorgeworfen. Dieser habe die ihm anvertraute Regierungsmacht unter anderem dazu genutzt, "unzulässige Vorteile von Eigentümern großer Medien in Israel zu verlangen", sagte die leitende Staatsanwältin Liat Ben-Ari am Montag vor Gericht. Er habe damit seine eigenen Interessen vorantreiben wollen, "auch bei seinem Bestreben, wiedergewählt zu werden". 

Netanjahu erschien zu dem Termin persönlich vor dem Bezirksgericht in Jerusalem. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten Menschen gegen den Regierungschef. Knapp zwei Wochen nach der vorgezogenen Parlamentswahl setzt die israelische Justiz damit den Prozess gegen den seit zwölf Jahren amtierenden Regierungschef fort. Netanjahu ist als erster amtierender Ministerpräsident des Landes wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Untreue angeklagt. 

News am Osterwochenende: Putin erlaubt sich selbst das Weiterregieren bis 2036

9.30 Uhr: Fast 90 Tote bei Sturzfluten in Indonesien und Osttimor

Nach den Sturzfluten und Erdrutschen in Indonesien und Osttimor ist die Zahl der Toten auf mindestens 87 gestiegen. In Indonesien kamen nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vom Montag mindestens 66 Menschen ums Leben. In Osttimor wurden nach Behördenangaben bislang 21 Tote verzeichnet, die meisten davon in der Hauptstadt Dili. Dutzende Menschen wurden noch vermisst. Schlamm und das anhaltend schlechte Wetter behinderten die Rettungsarbeiten.

Starke Regenfälle hatten die Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Auf der indonesischen Insel Flores versanken kleine Ortschaften regelrecht im Schlamm, Bäume wurden entwurzelt und Häuser standen unter Wasser. Auf der Insel Lembata wurden ganze Teile von Dörfern durch Schlammlawinen einen Berghang hinuntergerissen. Tausende Menschen flohen in Notunterkünfte. 

8.51 Uhr: Israels Präsident Rivlin beginnt Beratungen mit Parteichefs

Knapp zwei Wochen nach der Parlamentswahl hat Israels Präsident Reuven Rivlin Beratungen mit den Parteichefs begonnen. Er traf am Montag zunächst Repräsentanten der rechtskonservativen Regierungspartei Likud. Im Verlauf des Tages sind Gespräche mit 13 Fraktionen geplant. Sie müssen jeweils ihren Favoriten für eine Regierungsbildung empfehlen. Bis Mittwoch muss Rivlin einem Kandidaten den Auftrag erteilen.

Die vierte Wahl binnen zwei Jahren hat erneut eine politische Pattsituation ergeben. Weder das Lager des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (Likud) noch seine Gegner haben eine klare Mehrheit. Insgesamt schafften 13 Listen den Einzug ins Parlament. Netanjahus Likud erzielte 30 von insgesamt 120 Mandaten. Auf den zweiten Platz kam mit 17 Mandaten die Zukunftspartei von Jair Lapid, die in der politischen Mitte angesiedelt ist. Drittstärkste Kraft wurde die strengreligiöse Schas-Partei mit neun Mandaten.

8.39 Uhr: Türkei nimmt zehn pensionierte Admirale nach Kritik an Wasserstraßen-Projekt fest

Die türkischen Behörden haben zehn pensionierte Admirale nach deren Kritik an einer von Präsident Recep Tayyip Erdogan geplanten Wasserstraße in Gewahrsam genommen. Gegen die zehn Männer seien Haftbefehle erlassen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Ankara am Montag mit. Laut einem Bericht des Senders NTV wird ihnen der Versuch vorgeworfen, "mit Gewalt und Zwang die verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen". Vier weitere Verdächtige wurden nach Justizangaben aufgrund ihres Alters nicht festgenommen, müssen sich jedoch innerhalb der nächsten drei Tage bei der Polizei in Ankara melden.

Die Festgenommenen hatten sich in einem von insgesamt rund 100 pensionierten Admiralen unterzeichneten offenen Brief kritisch über das Projekt "Kanal Istanbul" geäußert und zum Vertrag von Montreux, einem internationalen Schifffahrtsabkommen, bekannt. Das Abkommen von 1936 regelt die Durchfahrt in den Meerengen zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer, dem Bosporus und den Dardanellen. Es garantiert unter anderem zivilen Schiffen die Durchfahrt in Kriegs- und Friedenszeiten. Die Regierung plant eine alternative Wasserstraße zum Bosporus. Der "Kanal Istanbul" ist nach offiziellen Angaben notwendig, um den Bosporus zu entlasten. Kritiker befürchten jedoch, dass das umgerechnet rund acht Milliarden Euro teure Projekt den Vertrag von Montreux unterwandern könnte. 

6.22 Uhr: Vietnamesische Nationalversammlung bestimmt neuen Präsidenten

Die regierende Kommunistische Partei in Vietnam hat den bisherigen Ministerpräsidenten Nguyen Xuan Phuc zum neuen Präsidenten bestimmt. Die knapp 500-köpfige Nationalversammlung votierte bei ihrer Frühjahrstagung in Hanoi am Montag für den 66-Jährigen, der zuvor fünf Jahre Regierungschef war. Er wurde sofort vereidigt.

Phuc löst Nguyen Phu Trong ab, der seit 2018 Präsident war. Der 76-jährige Trong bleibt aber KP-Generalsekretär – der Posten gilt als wichtiger als das Präsidenten- oder Ministerpräsidentenamt. Im Laufe des Montags will Phuc einen neuen Ministerpräsidenten ernennen. Beobachter tippen auf den 62-jährigen Pham Minh Chinh.

5.34 Uhr: Elektronikhersteller LG zieht sich aus Smartphone-Geschäft zurück

Der südkoreanische Elektronikhersteller LG schließt seine verlustbringende Smartphone-Sparte. Der Verwaltungsrat habe den Schritt am Montag gebilligt, teilte LG Electronics mit. Die Stilllegung des "Geschäfts mit Mobiltelefonen" werde voraussichtlich bis Ende Juli abgeschlossen sein. Es sei eine strategische Entscheidung gewesen, sich aus dem Bereich "mit unglaublich starker Konkurrenz" zurückzuziehen. Das Unternehmen wolle künftig seine Ressourcen auf Wachstumsbereiche wie etwa Teile für Elektrofahrzeuge und Robotertechnik konzentrieren. LGs Rückzug aus dem Smartphone-Geschäft hatte sich seit längerem angedeutet. Die Sparte wies seit Jahren einen operativen Verlust aus.

4.21 Uhr: Schlammlawine in Indonesien: Mindestens 18 Tote

Mindestens 18 Menschen sind durch eine Schlammlawine vom Vulkan Lewotolo auf der indonesischen Insel Lembata östlich von Bali getötet worden. Weitere 62 Menschen würden vermisst, nachdem ihre Dörfer und Häuser am Sonntag nach heftigen Regenfällen von den Muren getroffen worden seien, sagte Thomas Ola, der Vorsitzende des Bezirks Lembata in der Provinz Ost-Nusa Tenggara, der Deutschen Presse-Agentur am Montag. "14 Dörfer sind immer noch vollkommen abgeschnitten, die Straßen sind unzugänglich." Die Zahl der Todesopfer werde wahrscheinlich noch steigen, da noch immer Informationen aus den Dörfern gesammelt würden. Der Vulkan war im Dezember erstmals nach 2012 wieder ausgebrochen.

Auch in anderen Gegenden im Osten Indonesiens hatten Sturzfluten am Wochenende viele Menschen getötet. Auf der Insel Adonara stieg die Zahl der Opfer um drei auf 44, weitere 20 Menschen würden weiter vermisst, teilte der Katastrophenschutz mit. Die Behörde für Klimakunde und Meteorologie prognostizierte auch für die kommenden Tage für einige Teile des südostasiatischen Landes extreme Wetterbedingungen – mit schweren und sintflutartigen Regenfällen, starken Winden und hohen Wellen. 

1.06 Uhr: Wahlsieger Borissow bietet Expertenregierung an

Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow hat nach dem voraussichtlichen Sieg seiner bürgerlichen Partei bei der Parlamentswahl den anderen Parteien die Bildung einer Expertenregierung angeboten. "Ich schlage euch Frieden vor – lasst uns Experten einsetzen und bis Dezember die Verantwortung übernehmen, die (Corona-)Pandemie zu bewältigen, damit es wieder aufwärts geht", sagte Borissow in der Nacht zu Montag. Seine Partei GERB bleibt nach der Wahl am Sonntag Meinungsforschungsinstituten zufolge mit 25 Prozent stärkste politische Kraft, steht aber vor komplizierten Verhandlungen für eine neue Regierungskoalition. Das Endergebnis wird bis Donnerstag erwartet.

Die Nachrichten von Ostersonntag, den 4. April 2021

20.40 Uhr: Ein Toter nach Crash zweier Güterzüge in Tschechien

Beim Zusammenstoß zweier Güterzüge in Tschechien ist ein Lokführer ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich am Sonntag im Nordwesten des Landes, wie die Nachrichtenagentur CTK berichtete. Ein weiterer Mensch sei verletzt in eine Klinik gebracht worden. Bei dem Crash entgleisten mehrere Waggons, darunter drei mit Gas, wie CTK berichtete. Eine der Lokomotiven hatte zu brennen angefangen, sei aber von der Feuerwehr gelöscht worden, bevor das Feuer auf die Ladung übergreifen konnte. Laut einem Experten der zuständigen Aufsichtsbehörde, den CTK zitierte, ereignete sich der Unfall vermutlich, nachdem ein Lokführer ein Stoppsignal nicht beachtet hatte. 

News am Osterwochenende: Putin erlaubt sich selbst das Weiterregieren bis 2036

19.54 Uhr: Juristin Osmani in erneutem Anlauf zur Präsidentin des Kosovo gewählt

In einem erneuten Anlauf ist die populäre Juristin Vjosa Osmani zur Präsidentin des Kosovo gewählt worden. Mit 71 Stimmen der 82 anwesenden Abgeordneten des Parlaments in Pristina habe die 38-Jährige die Wahl gewonnen, stellte Parlamentspräsident Glauk Konjufca am Sonntagabend fest. Am Samstag war die Wahl am Boykott der Opposition und der serbischen Minderheit gescheitert, bei einem erneuten Scheitern hätten erneut vorgezogene Neuwahlen gedroht.

19.11 Uhr: Nachwahlbefragungen: Partei von Bulgariens Regierungschef bei Parlamentswahl vorn

Bei der Parlamentswahl in Bulgarien ist die Partei des konservativen Regierungschefs Bojko Borissow offenbar erneut stärkste Kraft geworden. Borissows Partei Gerb (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens) erzielte laut am Sonntag nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten Nachwahlbefragungen etwa 25 Prozent der Stimmen. Deutlich besser als erwartet schnitt demnach die neue populistische Protestpartei des Sängers und Fernsehmoderators Slawi Trifonow ab.

17.07 Uhr: Halbbruder von Jordaniens König der Untergrabung der Sicherheit beschuldigt

Die jordanischen Behörden werfen dem Halbbruder des Königs, Hamsa bin Hussein, und weiteren Verdächtigen Untergrabung der Sicherheit des Königreichs vor. Den Sicherheitsbehörden zufolge habe es "Kontakte zu ausländischen Vertretern" gegeben, die darauf abzielten, "die Sicherheit Jordaniens zu destabilisieren", sagte der stellvertretende Regierungschef Ayman Safadi am Sonntag. Neben Bassem Awdallah und Scherif Hassan ben Said, die führende Posten innehatten, seien 14 bis 16 weitere Verdächtige festgenommen worden.

Der frühere Kronprinz Hamsa steht nach eigenen Angaben unter Hausarrest. Die Sicherheitsdienste hätten König Abdullah II. empfohlen, alle Beteiligten vor das Staatssicherheitsgericht zu stellen, fügte Safadi hinzu. 

Die US-Zeitung "Washington Post" hatte berichtet, Hamsa sei im Zuge von Ermittlungen zu einem Komplott unter Restriktionen gestellt worden. Das Komplott zielte demnach offenbar auf den Sturz von Abdullah II. ab. Der Monarch hatte den Thron 1999 nach dem Tod seines Vaters König Hussein bestiegen. Der 41-jährige Hamsa dementierte in einem von der BBC veröffentlichten Video, in eine Verschwörung verwickelt zu sein. 

16.05 Uhr: Baby kommt am Ostersonntag auf Seenotrettungskreuzer zur Welt

Eine 25-jährige Frau hat ihr Baby in der Nacht zum Ostersonntag auf einem Seenotrettungskreuzer zur Welt gebracht. Die werdende Mutter sollte mit dem Schiff "Pidder Lüng" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) von Sylt zum dänischen Havneby gebracht und von dort aus mit einem Rettungswagen zur Klinik in Flensburg gefahren werden. Doch der kleine Junge mit Namen Bosse kam bereits auf See zur Welt, wie die DGzRS berichtete. "Wir sind superglücklich, und es geht uns allen gut", ließ die junge Mutter Lara Müller-Maron ausrichten.

Der am Hafen wartende Rettungswagen aus Flensburg wurde nicht mehr benötigt. Mutter und Kind konnten nach rund einer Stunde mit der "Pidder Lüng" die Rückreise nach List antreten. Auch wenn die Seenotretter nach Angaben der DGzRS grundsätzlich darauf vorbereitet sind, medizinische Notfälle zu versorgen, seien Geburten an Bord selten. Letztmals sei dies vor knapp zehn Jahren der Fall gewesen. Damals kam auf dem Seenotrettungskreuzer der Station Amrum ein Junge zur Welt.

15.12 Uhr: Sri Lanka gedenkt der 268 Todesopfer der Osteranschläge 2019

Mit Messen und Gedenkfeiern haben die Menschen in Sri Lanka am Sonntag der 268 Todesopfer der Osteranschläge vor zwei Jahren gedacht, die sich vor allem gegen Kirchen gerichtet hatten. Die Ostergottesdienste der christlichen Minderheit im Land fanden unter massivem Sicherheitsaufgebot statt; sowohl Soldaten als auch Polizisten waren im Einsatz. Christen im ganzen Land hielten um 8.45 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt des ersten Angriffs vor zwei Jahren, zwei Schweigeminuten ab. 

Bei den Anschlägen auf drei Kirchen und drei Hotels in Sri Lanka am 21. April 2019 waren 268 Menschen getötet worden, darunter auch mehrere Ausländer. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe NTJ für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich.

14.53 Uhr: Festnahmen wegen Terrorverdachts in Frankreich

Wegen der mutmaßlichen Planung eines terroristischen Anschlags sind in Frankreich mehrere Frauen festgenommen worden. Eine der fünf Frauen habe dabei besonders im Visier der Ermittler gestanden, hieß es am Sonntag aus Justizkreisen. Die anderen vier gehörten demnach zur Familie der Hauptverdächtigen. Eine von ihnen sei minderjährig. Die Frauen seien in der Nacht zu Sonntag in der südfranzösischen Stadt Béziers festgenommen worden, hieß es weiter.

Die Zeitung „Le Point“ berichtete, dass die Ermittler eine geplante Gewalttat in Montpellier befürchteten. Die Frauen sollen demnach bekannt für radikal-islamistische Überzeugungen gewesen sein. Von der Staatsanwaltschaft gab es dafür aber zunächst keine Bestätigung. Weitere Hintergründe waren zunächst noch unklar. 

12.41 Uhr: Großer Brand auf der Kykladeninsel Andros

Auf der griechischen Kykladeninsel Andros kämpfen Feuerwehr und Freiwillige seit Sonntagmorgen gegen einen Buschbrand, der sich stark ausgebreitet und mehrere Dörfer bedroht hat. Zwei Ortschaften seien vorsorglich evakuiert worden, berichteten griechische Medien. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch den starken Südwind in der Region. Es ist der erste große Brand in Griechenland in diesem Jahr. Vor allem im Hochsommer wird das Land bei Hitze, Trockenheit und starkem Wind häufig von großen Feuern heimgesucht. Am Wochenende waren die Temperaturen vielerorts auf rund 20 Grad gestiegen.

11.23 Uhr: Mehr als 40 Tote bei Sturzfluten in Indonesien

Bei von Starkregen ausgelösten Sturzfluten in Indonesien sind mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen würden nach dem Unglück auf der Insel Flores noch vermisst, sagte ein Sprecher der nationalen Katastrophenschutzbehörde am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Die Rettungskräfte hätten Schwierigkeiten, in die betroffene Region zu gelangen. Häuser seien überflutet, Brücken und Straßen im Osten der Insel zerstört.

Separate Todesfälle meldete die Katastrophenschutzbehörde durch Überschwemmungen in der Stadt Bima in der Provinz West Nusa Tenggara. Zwei Menschen seien gestorben, fast 10.000 Häuser seien überflutet worden. 

10.30 Uhr: Mehr als 20 indische Sicherheitskräfte bei Kämpfen mit maoistischen Rebellen getötet

Bei Gefechten mit maoistischen Rebellen im Zentrum Indiens sind mindestens 22 Sicherheitskräfte getötet worden. 30 weitere Sicherheitskräfte seien bei dem Vorfall am Samstag verletzt worden, sagte der ranghohe Polizeivertreter Ashok Juneja am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Im Zentrum Indiens kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Sicherheitskräften und maoistischen Rebellen. Den Angaben zufolge waren die Sicherheitskräfte im Bezirk Bijapur des Bundesstaats Chhattisgarh in einen Hinterhalt geraten, nachdem sie zuvor einen Wald in dem Gebiet durchsucht hatten. Es handele sich um den tödlichsten Hinterhalt dieser Art seit vier Jahren.

Die Suchaktion nach mehr als einem Dutzend noch vermissten Sicherheitskräften dauere an, sagte Juneja. Bei den Gefechten sei auch eine unbekannte Zahl maoistischer Kämpfer getötet worden.

10.26 Uhr: Mindestens elf Tote bei Busunglück in China

Bei einem schweren Busunglück in China sind am Sonntag mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua ereignete sich das Unglück, als ein Lkw auf einer Autobahn in der Provinz Jiangsu eine Absperrung durchbrach und in den Bus krachte. Einen weiteren Auffahrunfall gab es demnach am Ende des durch den Unfall entstandenen Staus. Laut Xinhua wurden 19 Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Auf von Lokalmedien veröffentlichten Videos war der umgekippte Bus auf den Trümmern der Absperrung zu sehen. 

9.10 Uhr: Ostermesse in Jerusalemer Grabeskirche zelebriert

Christen im Heiligen Land haben am Sonntag Ostern gefeiert. Der höchste katholische Würdenträger im Heiligen Land, Patriarch Pierbattista Pizzaballa, zelebrierte am Morgen in der Grabeskirche in Jerusalem die traditionelle Ostermesse. Anders als im vergangenen Jahr durften trotz der Corona-Pandemie wieder Gläubige teilnehmen. Wegen Einreisebeschränkungen waren allerdings weiterhin weder Pilger noch Touristen dabei. Dreieinhalb Monate nach Beginn der Corona-Impfkampagne in Israel sind die Infektionszahlen deutlich gesunken. Vor allem geimpfte und genesene Personen können neue Freiheiten genießen.

7.35 Uhr: Hongkonger Polizei meldet Rekord-Drogenfund

Die Hongkonger Polizei hat am Sonntag einen Rekordfund von 700 Kilogramm Kokain gemeldet. Beamte entdeckten das Rauschmittel demnach am Freitag, als sie einen Mann mit einem Rollwagen im Industriebezirk Fo Tan durchsuchten. Dabei hätten die Beamten 150 mit Kokain gefüllte Pappschachteln gefunden, 492 weitere seien kurz darauf in einem Industriegebäude entdeckt worden. Zwei Männer im Alter von 19 und 25 Jahren wurden festgenommen. Den Angaben zufolge hatte das Kokain einen Wert von rund 930 Millionen Hongkong-Dollar (101,7 Millionen Euro). Der letzte Drogenfund in dieser Größenordnung in Hongkong liegt neun Jahre zurück.  

7.06 Uhr: 22 Mumien von ägyptischen Pharaonen quer durch Kairo in neues Museum gebracht

Eine Fahrzeug mit einer Mumie fährt aus dem Ägyptischen Museum

6.05 Uhr: Parlamentswahl in Bulgarien angelaufen

In Bulgarien ist am Sonntag inmitten der dritten Corona-Welle die Parlamentswahl angelaufen. Insgesamt 6,7 Millionen Stimmberechtigte waren aufgerufen, 240 Abgeordnete für die Volksversammlung in Sofia zu wählen. Angetreten sind knapp 7000 Kandidaten. Die Wahl wird darüber entscheiden, ob im ärmsten EU-Land die pro-europäische bürgerliche Regierungspartei GERB von Ministerpräsident Boiko Borissow weiter an der Macht bleibt. Gegen die Koalitionsregierung der GERB mit Nationalisten als Juniorpartner hatte es im vergangenen Sommer Straßenproteste gegeben wegen Korruptionsvorwürfen. Der Regierungspartei GERB wurden in Umfragen gute Chancen beigemessen, die Wahl zu gewinnen. Sie dürfte aber die absolute Mehrheit verfehlen und Koalitionspartner brauchen, um weiter zu regieren.

0.56 Uhr: Halbbruder von Jordaniens König nach Berichten über Komplott unter Hausarrest

Nach Berichten über ein großangelegtes Komplott hat Jordaniens Armee einen Halbbruder von König Abdullah II. aufgerufen, alle Aktivitäten zu unterlassen, die der Sicherheit des Landes schaden könnten. Überdies berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Petra am Samstag, ein früherer Berater von Abdullah und weitere Verdächtige seien "aus Sicherheitsgründen" festgenommen worden. Abdullahs Halbruder, der frühere Kronprinz Hamsa bin Hussein, erklärte in einem Video, er stehe unter Hausarrest.

Jordaniens Generalstabschef Jussef Huneiti dementierte, dass Hamsa unter den Festgenommenen sei. Entsprechende Berichte seien "nicht wahr", erklärte er. Hamsa sei aber aufgefordert worden, "Aktivitäten zu unterlassen, die genutzt werden könnten, um der Stabilität und der Sicherheit des Königreichs zu schaden". Es laufe eine Untersuchung, und die Ergebnisse würden später mitgeteilt, kündigte Huneiti an. In einem an den britischen Sender BBC geschickten Video bestritt Hamsa, Teil einer Verschwörung zu sein. Er sei "nicht verantwortlich für den Zusammenbruch der Regierungsführung, die Korruption und für die Inkompetenz" in der Führung des Landes.

Die Nachrichten von Samstag, den 3. April 2021

21.06 Uhr: Ägypten feiert Verlegung von Mumien mit Prozession

Tausende Jahre nach ihrem Tod sind die Mumien von 22 Königen und Königinnen aus dem alten Ägypten in einer feierlichen Prozession durch Kairo transportiert worden. Anlass der Fahrt am Abend war die Verlegung der Mumien vom Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz ins neu eingeweihte Museum für Ägyptische Zivilisation (NMEC). Nach Jahrzehnten in dem neoklassizistischen Bau im Zentrum der Hauptstadt sollen die Mumien der 18 Könige und 4 Königinnen künftig dauerhaft im NMEC unterkommen.

Ägypten verwandelte die Verlegung in eine Prozession nach antikem Vorbild, als verstorbene Herrscher mit großen Ehren zu ihren Grabstätten transportiert wurden. Unter dem Titel "Die goldene Parade des Pharaos" fuhren die Wagen begleitet von einer Polizeikolonne die abgesperrte Nil-Promenade entlang. Dutzende Reiter und kostümierte Darsteller zogen Teile des Wegs ebenfalls mit. Am NMEC verfolgte Präsident Abdel Fattah al-Sisi die Ankunft der Mumien.

20.06 Uhr: Drei Männer ertrinken in Fluss in Tschechien

Drei junge Männer sind in Tschechien in einem Fluss ertrunken. Ein zuletzt noch vermisster Mann wurde von Tauchern tot geborgen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Zu dem Unglück kam es am späten Freitagnachmittag, als einer der Männer in dem Fluss Ostravice im Osten des Landes baden ging. Der 24-Jährige wurde von der Strömung fortgerissen. Seine beiden 21 Jahre alten Freunde sprangen hinterher, um ihm zu helfen, ertranken dabei aber ebenfalls. Nach Medienberichten fehlte an der gefährlichen Stelle an einem Wehr eine Rettungsleine, die offenbar gestohlen worden war. Die Polizei hat Ermittlungen zum genauen Hergang aufgenommen.

18.26 Uhr: Sprengsatz tötet fünfjährigen Jungen in der Ostukraine

Im Konfliktgebiet Ostukraine sind erneut Menschen getötet und verletzt worden. Örtlichen  Medienberichten zufolge wurde nahe der Ortschaft Olexandriwske im Donezker Separatistengebiet ein  fünfjähriger Junge getötet und seine 66-jährige Großmutter schwer verletzt. Mit einer Drohne sei ein  Sprengsatz in den Hof des Einfamilienhauses geworfen worden, hieß es. Unabhängige Bestätigungen lagen dafür zunächst nicht vor. Am Vortag war im Luhansker Separatistengebiet ein Kämpfer getötet worden. Seit Jahresbeginn starben trotz geltender Waffenruhe auf Regierungsseite mindestens 22 Soldaten. Im Rebellengebiet wurden im gleichen Zeitraum etwa 23 Menschen getötet.

18.21 Uhr: Unruhe-Bilanz: Mehrere Polizisten bei Protesten in Nordirland verletzt

Bei Protesten im nordirischen Belfast sind mehrere Polizisten verletzt worden. Die Einsatzkräfte seien mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen worden, sagte Simon Walls vom Police Service of Northern Ireland. In Belfast seien dabei 15 und in Londonderry zwölf Polizisten verletzt worden. Sieben Menschen wurden festgenommen. Die Unruhen waren laut Berichten der BBC rund um einen Platz in Belfast ausgebrochen, an dem sich rund 100 sogenannte Loyalisten - also Anhänger des Verbleibs von Nordirland im Vereinigten Königreich - zum Protest versammeln wollten. Auch in anderen Teilen  ordirlands ist es seit Tagen zu Angriffen auf Polizisten gekommen, in der Stadt Londonderry bereits mehrere Abende in Folge. Der zuständige britische Minister Simon Walls rief zur Ruhe auf.

Unruhen in Belfast, Nordirland
Mehrere Polizisten wurden bei Unruhen in Belfast verletzt. Unionisten, die für den Verbleib Nordirlands im Vereinigten Königreich eintreten, protestierten gegen die Handelsgrenze in der Irischen See.

17.51 Uhr: Brandsätze beschädigen Impfzentrum im norditalienischen Brescia

In der norditalienischen Stadt Brescia haben zwei Brandsätze Schaden an einem Corona-Impfzentrum angerichtet. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, gab es bei dem Angriff am frühen Morgen keine Verletzten, die Schadenshöhe steht noch nicht fest. Die Impfungen sollen dem Blatt zufolge weitergehen. Die beiden Molotow-Cocktails seien unter anderem an der Wand eines Zeltes zerplatzt. Auf Fotos war dort ein großer Brandfleck zu sehen. Die Polizei sichtete Medienberichten zufolge die Bilder der umliegenden Überwachungskameras.

Zu der Tat bekannt hatte sich bislang niemand. Der Präsident der Region Lombardei, in der Brescia liegt, äußerte sich auf Facebook und sprach von einem "niederträchtigen Angriff".

16.21 Uhr: Ostermärsche in mehr als 60 deutschen Städten

Nach dem Ausfall der traditionellen Ostermärsche im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie sind in diesem Jahr wieder hunderte Friedensaktivisten auf die Straße gegangen. Das Ostermarschbüro in Frankfurt zählte allein heute, dem wichtigsten Tag für die Märsche, Aktionen in mehr als 60 Städten. Bereits gestern hatte es erste Demonstrationen gegeben. Auch bei Online-Veranstaltungen wurden die Forderungen der Friedensbewegung verbreitet. "Dies zeigt die stabile Organisationsstruktur der Friedensbewegung, die auch unter Corona-Bedingungen im ganzen Land in der Lage ist, für Frieden und Abrüstung gegen die Militarisierung nach Innen und Außen Aktionen zu organisieren", hieß es in der Erklärung des Ostermarschbüros.

Die Ostermärsche werden bis einschließlich Montag fortgesetzt. Wichtiges Thema in diesem Jahr ist die Forderung nach der Abkehr von der Zwei-Prozent-Vorgabe der Nato. Dabei hatten sich die Bündnismitglieder darauf verpflichtet, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.

15.46 Uhr: 270 Migranten im Mittelmeer laut Helfern in akuter Lebensgefahr

Auf drei im Mittelmeer treibenden Flüchtlingsbooten befinden sich nach Angaben von Aktivisten rund 270 Menschen in Lebensgefahr. Vorbeifahrende Handelsschiffe hätten die Hilfe verweigert, erklärte die Organisation Alarm Phone, die Anrufe von Flüchtlingen in Seenot entgegennimmt. Die Situation der Migranten sei lebensbedrohlich. "Sie wurden alle vor vielen Stunden auf See aufgegeben und drohen zu ertrinken." Zumindest in eines der Boote dringe nach Angaben von Insassen bereits Wasser ein, schrieb Alarm Phone in Internet-Netzwerken. "Wir wollen keine neue Ostertragödie." Der Organisation zufolge verweigerten sowohl Malta als auch Italien, in deren Nähe sich die Boote befänden, direkte Hilfe und auch die Koordinierung von Hilfsaktionen.

Seit Jahren versuchen immer wieder Menschen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Nach offiziellen Zahlen starben dabei im vergangenen Jahr mehr als 1200 Menschen. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

14.41 Uhr: Grüne und CDU in Baden-Würtemberg einigen sich auf Koalitionsverhandlungen

Die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg haben sich bei ihrem abschließenden Sondierungsgespräch darauf verständigt, bald in Koalitionsverhandlungen einzutreten. Wie die Deutsche Presse-Agentur in Stuttgart aus Verhandlungskreisen erfuhr, einigten sich beide Seiten auf ein gemeinsames Papier als Grundlage für die künftige Koalition. Bei der Grünen-Basis hatte es vor Kurzem noch starke Zweifel an einer Wiederauflage von Grün-Schwarz gegeben. Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann und CDU-Landeschef Thomas Strobl wollen noch heute gemeinsam vor die Presse treten.

14.14 Uhr: Schiffsverkehr am Suezkanal soll ab morgen wieder normal fließen

Fünf Tage nach Ende der Blockade im Suezkanal sprechen die Verantwortlichen dort von einer Normalisierung des Schiffsverkehrs. Der Stau werde sich voraussichtlich im Laufe des Tages auflösen, sagte Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, dem Fernsehsender MBC Masr. Bis morgen werde sich der Verkehr dann "komplett normalisiert" haben.

ntv-Reporterin Carolin Unger am Sueskanal

Die Ermittlungen zur Frage, wie das Containerschiff "Ever Given" im Kanal auf Grund laufen konnte, dauern derweil an. Erst nach deren Abschluss werde es Gespräche über Schadenersatz geben, sagte Rabi. Ägypten will dem 400 Meter langen Containerschiff die Weiterfahrt erst bei einer Einigung erlauben. Die "Ever Given" hat am Großen Bittersee zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Kanals geankert.

13.22 Uhr: Mehrere Polizisten bei Protesten in Belfast verletzt

Bei Protesten im nordirischen Belfast sind mehrere Polizisten verletzt worden. Die Einsatzkräfte wurden laut dem Police Service of Northern Ireland mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen. Acht Polizisten seien verletzt und sieben Menschen festgenommen worden. Die Unruhen waren BBC-Berichten zufolge am Freitagabend rund um einen Platz ausgebrochen, an dem sich rund 100 sogenannte Loyalisten, also Anhänger des Verbleibs von Nordirland im Vereinigten Königreich, zum Protest versammeln wollten. Auch in anderen Teilen Nordirlands kommt es seit Tagen zu Angriffen auf Polizisten.

Nordirland-Minister Brandon Lewis verurteilte die Gewalt heute als "völlig inakzeptabel". Auch die probritischen Unionisten sowie Vertreter der nationalistischen Partei Sinn Fein, die sich für ein vereinigtes Irland einsetzt, mahnten Ruhe an. Der Sinn Fein-Politiker Paul Maskey kritisierte jedoch, die Unionisten hätten durch ihre Rhetorik die Spannungen erhöht. In den letzten Tagen hatte es unter anderem Streit darüber gegeben, dass Mitglieder von Sinn Fein im vergangenen Jahr an der Beerdigung eines früheren führenden Mitglieds der Terrorbewegung IRA teilgenommen und dadurch möglicherweise Corona-Regeln missachtet hatten.

13.03 Uhr: Auto fährt in Menschengruppe – Mordkommission ermittelt

Ein Autofahrer ist im sauerländischen Iserlohn in Nordrhein-Westfalen an einem Spielplatz möglicherweise gezielt in eine Menschengruppe gefahren. Nach bisherigen Ermittlungen wurde eine Person am Donnerstagabend von dem Wagen erfasst und in die Luft geschleudert, mehrere andere seien noch rechtzeitig zur Seite gesprungen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft heute mit. Wegen eines mutmaßlichen versuchten Tötungsdelikts werde der unbekannte Autofahrer gesucht, eine Mordkommission ermittelt.

Der Fahrer soll sich der Gruppe von etwa 30 Menschen zunächst langsam genähert haben. Dann habe er seinen Wagen beschleunigt und sei auf etwa fünf Personen zugefahren. Als die Polizei eintraf, befand sich ein leicht verletzter 19-Jähriger vor Ort. Ob er angefahren wurde, sei jedoch noch unklar, hieß es. Polizei und Staatsanwaltschaft schließen eine "Milieu-Tat" nicht aus.

12.52 Uhr: Drogenring in Spanien zerschlagen – Schmuggel nach Nordeuropa

Die spanische Polizei hat einen Drogenring zerschlagen, der große Mengen Haschisch und Marihuana nach Nordeuropa geschmuggelt hatte. Insgesamt seien an verschiedenen Orten Andalusiens in Südspanien 100 Menschen festgenommen und mehr als fünf Tonnen Haschisch sowie 230 Kilogramm Marihuana-Samen beschlagnahmt worden, teilte die Guardia Civil auf ihrer Internetseite mit. Die Bande habe die Drogen, die per Schnellboot von Marokko über das Mittelmeer transportiert worden waren, den Fluss Guadalquivir hinauf bis Sevilla gebracht und dort in geheimen Lagerhallen zwischen Fruchtladungen versteckt. Diese wurden dann per Lastwagen nach Frankreich und weiter Richtung Norden geschickt. Zwei der Lkw seien in Spanien und einer in Frankreich abgefangen worden.

12.06 Uhr: Polizei mit starkem Aufgebot bei Demonstrationen in Stuttgart

Die Polizei in Stuttgart hat sich mit einigen Hundert Beamten für mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen und geplante Gegenproteste aufgestellt. Am Vormittag seien schon mehrere Hundert Teilnehmer einer angemeldeten Versammlung auf dem Marienplatz eingetroffen, teilte die Polizei mit. Ersten Berichten über viele Teilnehmer ohne Maske und Abstand werde nachgegangen. Die Stadt hat angekündigt, bei Verstößen gegen die Maskenpflicht und die vorgeschriebenen Abstände Versammlungen aufzulösen.

Neben mehreren kleineren Versammlungen im Stadtgebiet werden rund 2500 Menschen allein zu einer Kundgebung der sogenannten Querdenker um 16 Uhr auf dem Cannstatter Wasen erwartet. Die Bewegung spricht sich gegen die derzeitigen Corona-Maßnahmen aus und wird vom Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet. Vergangenen Sommer hatten auf dem Wasen bis zu 10.000 Menschen demonstriert. Zuletzt hatte am 20. März eine Demo in Kassel mit mehr als 20.000 Teilnehmern für Schlagzeilen gesorgt – erlaubt waren nur 6000. Es kam zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Ein weißhaariger älterer Mann trägt statt einer FFP2-Maske einen schwarzen Maulkorb für Hunde

11.31 Uhr: Mindestens drei Tote nach Schießerei bei Hausparty in den USA

Während einer Party in einem Haus im US-Bundesstaat North Carolina sind nach Medienberichten mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere vier seien bei dem Vorfall in Wilmington gestern Abend kurz vor Mitternacht (Ortszeit) verletzt worden, zitierte der örtliche Sender WECT TV den Polizeichef der Stadt, Donny Williams. Das Motiv für die Schüsse sei noch völlig unklar. Die Suche nach Verdächtigen dauert an.

11.05 Uhr: Mindestens fünf Tote bei neuen Protesten in Myanmar

In Myanmar sind bei neuen Protesten gegen den Militärputsch vom Februar mindestens fünf Menschen getötet worden. Alleine in Monywa im Norden des südostasiatischen Landes seien drei Menschen ums Leben gekommen, als Kräfte der Militärjunta gegen Demonstranten vorgegangen seien, berichtete das Nachrichtenportal Myanmar Now. In Thahtone im Süden des Landes starb ein Mensch durch einen Kopfschuss, wie das Portal Bago Weekly schrieb. Auch ein 18-jähriger Passant, der nicht demonstriert hatte, kam dort dem Portal zufolge ums Leben.

Einsatzkräfte gehen seit Wochen mit brutaler Gewalt gegen jeden Widerstand vor. Nach neuen Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Putsch vor zwei Monaten mindestens 550 Menschen getötet. Laut der Hilfsorganisation Save the Children sind mindestens 46 Kinder unter den Opfern. Zudem befinden sich AAPP zufolge derzeit mehr als 2750 Menschen in Haft, und 126 weitere werden mit Haftbefehl gesucht.

10.49 Uhr: Britin stirbt im Garten nach Angriff von zwei ausgerissenen Hunden

Eine britische Seniorin ist in ihrem eigenen Garten gestorben, nachdem zwei ausgerissene Hunde sie attackiert hatten. Die Tiere waren in das Grundstück der über 80 Jahre alten Frau im englischen Rowley Regis eingedrungen und hatten sie mehrfach gebissen, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte versuchten, die Schwerverletzte vor Ort wiederzubeleben, konnten ihr jedoch nicht mehr helfen. Die Polizei nahm einen 43 Jahre alten Anwohner aus der Nähe fest. Er stehe unter Verdacht, der Besitzer der Hunde zu sein und diese nicht ausreichend beaufsichtigt zu haben.

10.38 Uhr: Mehrere rechtsextreme Verdachtsfälle bei Hamburger Feuerwehr

Bei der Hamburger Feuerwehr gibt es mehrere Rechtsextremismus-Verdachtsfälle. Von der Polizei in der Hansestadt sei der Hinweis gekommen, dass mehrere Mitarbeiter verfassungswidrige Symbole ausgetauscht haben sollen, teilte die Feuerwehr mit. Gegen fünf Angehörige der Feuerwehr seien "entsprechende disziplinarische Ermittlungen" eingeleitet worden mit dem Ziel, "den Sachverhalt konsequent und schnellstmöglich aufzuklären". Außerdem habe das Landesamt für Verfassungsschutz den Hinweis gegeben, dass ein Beamter der Feuerwehr in sozialen Medien Rechtsextremisten unterstützt und dort mehrfach rassistische Inhalte verbreitet habe. Gegen den Beamten seien disziplinarische Ermittlungen eingeleitet und "ein sofortiges Verbot des Führens der Dienstgeschäfte" ausgesprochen worden.

"Rechtsextremismus hat keinen Platz in der Feuerwehr Hamburg", erklärte Feuerwehrchef Christian Schwarz. "Wir sind alle aufgefordert, nicht nur nicht wegzusehen, sondern aktiv einzuschreiten, sollte es Grenzüberschreitungen Einzelner gegenüber anderen Angehörigen der Feuerwehr Hamburg oder auch Dritten geben."

9.20 Uhr: Karriere-Netzwerk Linkedin gibt ganzer Belegschaft eine Woche frei

Das Karriere-Netzwerk Linkedin schickt seine Belegschaft für eine Woche in den Urlaub. Wie das US-Unternehmen mitteilte, haben fast alle der 15.900 Vollzeit-Beschäftigten ab Montag eine Woche frei, um sich nach mehr als einem Jahr im Corona-Homeoffice zu erholen und einen Burnout zu verhindern. Nur eine kleine Mannschaft soll den Betrieb aufrechterhalten und dann später eine Auszeit nehmen. "Es hat etwas Magisches, wenn die ganze Firma zur selben Zeit eine Pause macht", erklärte Linkedin auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Das Beste daran sei, bei der Rückkehr zur Arbeit keine Flut unbeantworteter interner E-Mails vorzufinden.

Linkedin und viele andere US-Technologie-Unternehmen hatten ihre Angestellten schon kurz nach Beginn der Corona-Pandemie ins Homeoffice geschickt. Linkedin erwartet seine Beschäftigten erst ab September zurück in den Büros. Sie sollen aber weiterhin die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Homeoffice ableisten dürfen. Die Firma ist mit mehr als 740 Millionen Nutzern nach eigenen Angaben das größte berufliche Netzwerk der Welt. Seit 2016 gehört sie zum Microsoft-Konzern.

9.08 Uhr: Nach Unfall weiter Störungen auf Bahnstrecke Berlin-Hannover

Nach dem Zusammenstoß zweiter Loks in Wolfsburg kommt es auf dem Streckenabschnitt zwischen Berlin und Hannover weiter zu Störungen. Heute ist mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Grund für die Beeinträchtigungen ist der eingleisige Bahnverkehr zwischen Wolfsburg und Hannover. Betroffen sind Züge auf der Strecke Berlin - Hannover - Bad Bentheim - Amsterdam - sie fallen zwischen Berlin und Hamm (Nordrhein-Westfalen) in beide Fahrtrichtungen aus. Bahnen auf den Strecken von Bonn/Köln/Düsseldorf über Hamm und Hannover nach Berlin sowie von Berlin nach Süddeutschland/Schweiz verspäten sich in beide Fahrtrichtungen. Auch Reisende, die Züge auf der Strecke Binz - Berlin - Hannover - Köln nutzen, müssen sich auf Verspätungen in beide Richtungen einstellen. "Mit diesen Beeinträchtigungen ist noch bis zum Abend zu rechnen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

5.01 Uhr: Schwäbische Feuerwehr baut sich Übungsstrecke im Kuhstall

Weil der normale Übungsort wegen der Coronakrise nicht zur Verfügung steht, hat sich die Freiwillige Feuerwehr im schwäbischen Wemding in einer alten Scheune eine provisorische Übungsstrecke selbst gebaut, auf der die knapp 100 aktiven Mitglieder der Feuerwehr ihre regelmäßigen Trainings mit Atemschutzgeräten absolvieren können. Die Idee zu der Anlage hatte Feuerwehrmitglied Thomas Hönle, weil die Atemschutzstrecke in der Kreisstadt Donauwörth wegen der Pandemie gesperrt wurde. Bei der Feuerwehrführung habe er sich die Genehmigung geholt und dann den leerstehenden früheren Kuhstall bei seinem Elternhaus entsprechend ausgebaut.

Er habe für die Kameraden ein Übungsobjekt schaffen wollen, "das den lehrreichen Aspekt und den Faktor Spaß beinhaltet", berichtete Hönle. Nach seinen Angaben wurden 155 Quadratmeter Spanplatten und etwa 100 Meter Vierkanthölzer verbaut, um einen Parcours zu erschaffen. So seien zwei Tunnel über zwei Stockwerke mit einer Gesamtlänge von 25 Metern entstanden. Außerdem sei ein Schlafzimmer im alten Stalltrakt eingebaut worden, um die Rettung einer schlafenden Person zu simulieren.

4.24 Uhr: Neue Vorwürfe gegen CSU-Politiker Sauter

Der wegen der Maskenaffäre unter Korruptionsverdacht stehende CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter hat einem Bericht zufolge womöglich auch in einem weiteren Fall Mandat und Geschäftsinteressen miteinander verquickt. Sauter habe im Dezember 2020 als Abgeordneter das Büro von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) "dringend" gebeten, sich für die Sonderzulassung eines Corona-Schnelltests einzusetzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe. Im Februar habe Sauter als Anwalt mit dem Hersteller des Tests ein Honorar in Höhe von 300.000 Euro vereinbart, das nach Angaben der Firma auch bezahlt worden sei.

Die Zulassung für die Schnelltests von GNA Biosolutions wurde schließlich am 23. Dezember erteilt. Söders Staatskanzlei erklärte, sie habe auf Sauters Intervention hin nichts unternommen und sich für die Firma GNA Biosolutions weder schriftlich noch telefonisch eingesetzt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärte nach "SZ"-Angaben, es habe sich um ein "reguläres Sonderzulassungsverfahren" ohne "Einflussnahme Dritter" gehandelt.

3.38 Uhr: Sieben Hundewelpen bei Polizeikontrolle auf A99 beschlagnahmt

Bei einer Polizeikontrolle auf der Autobahn 99 nahe München sind sieben Hundewelpen in einem Kleintransporter beschlagnahmt worden. Als der 30-jährige Fahrer aus Bulgarien gestern Morgen angehalten wurde, fielen bei der Überprüfung der Ladung laut Polizeiangaben zwei Kisten auf, in denen sich die Tiere befanden. Auf Nachfrage der Beamten zeigte der Mann zwar Papiere für die Hunde vor. Dennoch wurden ihm die Welpen von der Polizei abgenommen, weil diese weder das nötige Mindestalter noch die nötige Tollwutimpfung für die Einfuhr nach Deutschland hatten. Gegen den Fahrer wurde Anzeige erstattet wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

1.39 Uhr: Unfall bei Autorennen auf A63 – Vier Frauen verletzt

Bei einem Verkehrsunfall in Folge eines Autorennens auf der Autobahn 63 sind in Rheinland-Pfalz vier Frauen verletzt worden. Eine 31-Jährige hatte sich nach Polizeiangaben gestern Nachmittag am Steuer ihres Sportwagens ein Rennen mit einem 32-jährigen Autofahrer geliefert. Dabei fuhr sie mit überhöhter Geschwindigkeit auf den Kleinwagen einer 65-Jährigen auf, die die Fahrspur wechseln wollte. Die 65-Jährige und ihre Beifahrerin wurden durch den Aufprall schwer verletzt, die 31-Jährige und ihre Begleiterin leicht. Alle vier wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die A63 war nach dem Unfall bei Biebelnheim in Fahrtrichtung Mainz bis zum Abend für mehrere Stunden gesperrt.

0.53 Uhr: Brasiliens Ex-Präsident Lula stellt neue Kandidatur in Aussicht

Brasiliens Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva hat nach der Aufhebung seiner Haftstrafe eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. Wenn er gesund bleibe und es nötig sei, dass er noch eine Aufgabe erledige, werde er bei der Wahl dabei sein, sagte der 75-Jährige dem portugiesischen Fernsehsender RTP. Er werde dann immerhin ein Jahr jünger sein als US-Präsident Joe Biden bei dessen Wahlsieg im vergangenen November. Eines sei sicher: Der amtierende Staatschef Jair Bolsonaro dürfe nicht Präsident bleiben.

0.26 Uhr: IWF gewährt Kenia Hilfspaket in Höhe von 2,34 Milliarden US-Dollar

Der Internationale Währungsfonds unterstützt das ostafrikanische Land Kenia bei der Bewältigung der Coronakrise mit einem Hilfspaket in Höhe von rund 2,34 Milliarden US-Dollar (2 Milliarden Euro). Die auf dreieinhalb Jahre angelegte Finanzierung zu sehr günstigen Konditionen werde Kenia beim Kampf gegen die Pandemie unterstützen und auch dabei helfen, eine Staatsschuldenkrise abzuwenden, erklärte der IWF in Washington. Kenia sei von der Pandemie hart getroffen und stehe nun vor der Herausforderung, die Wirtschaft anzukurbeln und die Armut zu reduzieren, hieß es. Der IWF hatte Kenia wegen der Coronakrise bereits vergangenen Mai eine Hilfe in Höhe von 739 Millionen Dollar gewährt.

Die Nachrichten von Freitag, den 2. April 2021

19.30 Uhr: US-Kapitol: Mann fährt Polizisten an – Fahrer erschossen, ein Polizist tot, einer im Krankenhaus

Bei einem neuen Sicherheitsvorfall am US-Kapitol in Washington ist ein Polizist getötet worden. Ein Autofahrer habe in der Nähe des Sitzes des US-Kongresses zwei Beamte angefahren, erklärte die Polizei. Erste Ermittlungen deuteten nicht auf einen terroristischen Hintergrund hin. Wegen des Vorfalls war das Kapitol komplett abgeriegelt worden.

Die beiden verletzten Beamten wurden ins Krankenhaus gebracht. "Einer unserer Kollegen ist seinen Verletzungen erlegen", sagte die Chefin der Kapitol-Polizei, Yogananda Pittman, später auf einer Pressekonferenz. Sie bestätigte zudem Medienberichte, wonach der Fahrer des Autos getötet wurde. Dieser habe erst die beiden Polizisten angefahren und sei dann mit einem Messer bewaffnet ausgestiegen - und von der Polizei getötet worden.

Der Vorfall ereignete sich nur knapp drei Monate nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar. Damals griffen radikale Anhänger des früheren US-Präsidenten Donald Trump das Kongressgebäude an. Im Zuge der Ausschreitungen in der US-Hauptstadt kamen insgesamt fünf Menschen zu Tode.

19.17 Uhr: Japans Ministerpräsident besucht US-Präsident Biden als erster

Als erster ausländischer Regierungschef reist Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga zu persönlichen Gesprächen mit US-Präsident Joe Biden nach Washington. Das Treffen ist für den 16. April geplant, wie Regierungssprecher Katsunobu Kato am Freitag mitteilte. Es unterstreiche die starken Bande zwischen Japan und den USA und Amerikas Engagement in der Pazifikregion, sagte er. Pläne für Sugas Besuch im Weißen Haus waren bereits im März bekannt geworden, allerdings zunächst ohne Datum.

Bidens Sprecherin Jen Psaki erklärte im Weißen Haus, das Treffen unterstreiche die Bedeutung der amerikanischen "Freundschaft und Partnerschaft mit dem Japanischen Volk". Biden hatte sein Amt am 20. Januar von Vorgänger Donald Trump übernommen.

18.33 Uhr: Biden sagt ukrainischem Präsidenten Unterstützung zu

US-Präsident Joe Biden hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj versichert, dass er auf die "unerschütterliche Unterstützung" Amerikas für die Souveränität des Landes zählen könne. Das Weiße Haus warf Russland in der Mitteilung zu dem ersten Telefonat der beiden Präsidenten seit Bidens Amtsantritt im Januar "anhaltende Aggression" im Donbass und auf der Krim vor. Biden habe Selenskyj darüber hinaus Unterstützung bei dessen Anstrengungen zugesagt, die Korruption zu bekämpfen und Reformen umzusetzen. Thema sei auch die Eindämmung der Corona-Pandemie gewesen.

Selenskyj verlieh in Kiew seiner Freude über das Gespräch Ausdruck. "Wir stehen Schulter an Schulter, wenn wir unsere Demokratien bewahren müssen", schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Erklärungen des ukrainischen Verteidigungsministeriums, wonach die USA ihre Unterstützung "im Fall einer Eskalation" in der Ostukraine zugesichert hätten, hatten am Freitag eine Warnung Moskaus vor weiteren Spannungen in der Konfliktregion nach sich gezogen.

18.14 Uhr: De Maizière für befristeten Ausnahmezustand im Grundgesetz

Der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière schlägt eine Änderung des Grundgesetzes vor, um für künftige Krisen in Deutschland die Möglichkeit eines befristeten Ausnahmezustands einzuführen. Die gegenwärtigen Entscheidungsverfahren - zum Beispiel über die Ministerpräsidentenkonferenz - verlangten in Krisensituationen zu viel Zeit, sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "In der Krise aber braucht man Tempo, Verbindlichkeit, klare Verantwortlichkeiten."

Nach der Corona-Pandemie werde auch die nächste Krise kommen, sagte de Maizière, der auch Verteidigungsminister war. Deshalb sei "die Regelung eines Ausnahmezustandes für Deutschland" unerlässlich. Dieser müsse immer befristet sein und vom Parlament beschlossen werden. Nötig sei ein ressortübergreifender Krisenstab, der im Verhältnis zu Ländern und Kommunen über ein Weisungsrecht verfüge.

"Wenn das Saarland dann zum Beispiel in der Pandemie Experimente mit Lockerungen machen will, kann er das geschehen lassen oder untersagen", fügte der CDU-Politiker mit Blick auf die aktuelle Debatte hinzu.

17.55 Uhr: Russlands Menschenrechtsbeauftragte lässt Nawalny-Beschwerden prüfen

Die Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung, Tatjana Moskalkowa, lässt die Beschwerden des in Hungerstreik getretenen Kremlgegners Alexej Nawalny prüfen. Nach Nawalnys Klage über fehlende medizinische Hilfe im Straflager habe sie eine Reihe von Nachrichten sowohl von den Anwälten des 44-Jährigen als auch von anderen Bürgern erhalten, sagte Moskalkowa der Agentur Interfax zufolge. Sie haben sich daraufhin an den Direktor des russischen Strafvollzugs gewandt mit der Bitte, die Beschwerden zu prüfen.

Nawalny klagt über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Kürzlich schrieb er, er werde im Lager nicht nur durch Schlafentzug gefoltert, sondern auch medizinisch nicht ausreichend versorgt. Der russische Strafvollzug wies diesen Vorwurf zurück. Nawalny war im Februar zu mehrjähriger Straflager-Haft verurteilt worden, weil er in einem früheren Strafverfahren gegen Meldeauflagen verstoßen haben soll.

17.04 Uhr: Streit um Schadenersatz - "Ever Given" darf Suezkanal nicht verlassen

Wegen der Auseinandersetzung um Schadenersatz könnte sich die Weiterfahrt der "Ever Given" noch längere Zeit hinziehen. Die Kanalbehörde fordert wegen der tagelangen Blockade des Suezkanals Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar und will die Weiterfahrt erst bei einer Einigung erlauben. "Wir haben viel Mühe und Arbeit in die Rettung des Schiffs gesteckt. Wir haben täglich Einnahmen verloren. Uns steht eine Entschädigung zu", sagte Usama Rabi, Chef der Kanalbehörde der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram zufolge. An Bord des Containerriesen sei Fracht im Wert von 3,5 Milliarden Dollar, sagte Rabi. Derzeit liegt die "Ever Given" im Großen Bittersee zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Suezkanals.

Für verspätet ankommende Fracht trage die taiwanesische Reederei Evergreen Marine, die das Schiff gechartert hat, nach Worten ihres Präsidenten Eric Hsieh keine Verantwortung. Mögliche Schäden würden durch Versicherungen gedeckt. Sie könnte aber haften für Verspätungen anderer Schiffe, die zu Hunderten tagelang auf Durchfahrt am Kanal warten mussten.

17 Uhr: Wirrwarr um Opferzahl: Zwei Tote und mehrere Verletzte nach Brand in Berliner Klinik

Bei dem Brand heute früh in einer Klinik im Berliner Stadtteil Zehlendorf ist ein Menschen gestorben, eine weitere Patientin starb, als sie wegen des Feuers verlegt werden musste. Ein dritter Patient, der laut Klinik wie die Frau ebenfalls bereits im Sterben gelegen hatte, war entgegen ersten Meldungen nach Ermittlungen der Polizei bereits vor Ausbruch des Feuers tot. Zunächst hatte die Feuerwehr gemeldet, dass es einen Toten gegeben hätte, später sprach die Polizei von zwei Toten. Am Nachmittag hatte die Klinik erklärt, dass neben dem Patienten im brennenden Zimmer selbst auch zwei Palliativ-Patienten gestorben waren.

Sechs weitere Personen wurden laut Polizei verletzt, zwei Patienten davon befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung. Gegen vier Uhr sei ein Patientenzimmer aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten, hieß es. Die Feuerwehr sei automatisch durch die ausgelöste Brandmeldeanlage gerufen worden. In dem Zimmer lag der Patient, der durch das Feuer ums Leben kam. Die Flammen konnten laut Klinik innerhalb von rund zwei Stunden gelöscht werden. Der betroffene Gebäudeteil sei komplett geräumt, 70 Patienten verlegt worden.

15.50 Uhr: Nur noch leichte Verzögerungen auf der Bahnstrecke Berlin-Hannover

Reisende auf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover können aufatmen: Nach dem Zusammenstoß zweier Loks in Wolfsburg am Mittwochabend steht seit dem frühen Nachmittag wieder ein Gleis zur Verfügung. Wie eine Bahnsprecherin mitteilte, können somit die Züge des Fernverkehrs wieder planmäßig fahren und auch am Bahnhof in Wolfsburg halten. Demnach kommt es nur noch geringfügig zu Verspätungen. Die Bahnverbindung zwischen Berlin und Amsterdam werde allerdings bis einschließlich Ostersonntag ausfallen. Ein Gleis zwischen Wolfsburg und Hannover bleibt gesperrt.

Am Mittwochabend war am Bahnhof Fallersleben in Wolfsburg eine Lok mit dem Triebfahrzeug eines Güterzuges kollidiert. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Die Kollision sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Bahn.

15.45 Uhr: Einjähriger stürzt zehn Meter in die Tiefe und überlebt

Ein kleiner Junge ist in Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz aus einem Fenster im vierten Stock eines Hauses gestürzt und schwer verletzt worden. Das ein Jahr alte Kind sei bei dem Sturz aus rund zehn Metern Höhe zwar erheblich verletzt worden, es bestehe jedoch keine Lebensgefahr, teilte die Polizei mit. Der Junge sei über einen Sessel zu dem geöffneten Fenster geklettert und dann in die Tiefe auf einen Grünstreifen gestürzt. Beim Eintreffen der Rettungskräfte sei das Kind ansprechbar gewesen und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden. Die 28 Jahre alten Eltern hätten das Fenster zum Lüften geöffnet und in der Wohnung geputzt. Der Vorfall werde untersucht.

15.15 Uhr: Junger Mann zeigt Zivilcourage und wird mit Messer schwer verletzt

Ein 25 Jahre alter Mann hat in Regensburg Zivilcourage gezeigt und wurde dabei mit einem Messer schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hatte es gestern am Busbahnhof einen handfesten Streit zwischen einem 42-Jährigen und seiner zehn Jahre jüngeren Bekannten gegeben. Der junge Mann wollte einschreiten und wurde einem Polizeisprecher zufolge von dem Älteren mit dem Messer mehrfach am Rücken verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Tatverdächtige und der 25-Jährige nicht kannten. Der Verletzte wurde stationär in einer Klinik aufgenommen. Polizeisprecher Florian Beck beschrieb seinen Zustand als stabil, er sei ansprechbar. Neben dem 25-Jährigen hatten noch weitere Zeugen den Streit beobachtet und teilweise auch versucht, einzuschreiten, wie Beck erklärte. Nach der Messerattacke verfolgten mehrere Passanten den flüchtigen Mann, der schlussendlich von einer Streife der Bundespolizei festgenommen werden konnte. Ein Richter schickte den verdächtigen Deutschen heute wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft.

14.25 Uhr: Russisches Gericht verurteilt Twitter zu fast 100.000 Euro Strafe wegen Protest-Aufruf

Im Zusammenhang mit Protesten gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny ist Twitter in Russland zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Weil der US-Konzern Mitte Januar Demo-Aufrufe an Minderjährige nicht gelöscht haben soll, müsse er nun insgesamt umgerechnet rund 99.200 Euro zahlen, urteilte ein Gericht in Moskau. Im Laufe des Tages wollte das Gericht laut Agentur Interfax außerdem noch über ähnliche Verstöße urteilen, die die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor Facebook vorwirft. Roskomnadsor hatte entsprechende Bußgelder gegen soziale Netzwerke bereits Anfang des Jahres angekündigt.

Ende Januar waren in russischen Städten Zehntausende für die Freilassung von Nawalny, der mittlerweile in einem Straflager inhaftiert ist, auf die Straße gegangen. Die Justiz wirft seinen Mitarbeitern vor, über soziale Medien gezielt Minderjährige zur Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen aufgerufen zu haben. Die Unterstützer des 44-Jährigen wiederum sehen darin einen Vorwand, gegen die Proteste und ihre Organisatoren vorzugehen. In Russland sind bereits Hunderte Internetseiten gesperrt, auch Seiten von Regierungsgegnern.

13.52 Uhr: Ronaldos Kapitänsbinde für 64.000 Euro versteigert

Ronaldo ist wütend
Ronaldo ist nach seinem regulären Siegtor gegen Serbien, das ihm aberkannt wurde, zurecht wütend - und die Kapitänsbinde muss es ausbaden.
© Srdjan Stevanovic / Getty Images

Die Kapitänsbinde von Fußballstar Cristiano Ronaldo, die der Portugiese nach einem nicht gegebenen Tor beim 2:2 in der WM-Qualifikation gegen Serbien wutentbrannt weggeworfen hatte, ist für 64.000 Euro versteigert worden. Das meldete das serbische Staatsfernsehen. Die Firma Mozzart Bet, die Wettbüros in Serbien betreibt, hat nach einer dreitägigen Online-Auktion den Zuschlag erhalten. Der fünfstellige Betrag kommt nun einer Wohltätigkeitsorganisation zugute. Die Gruppe sammelt nach eigenen Angaben Geld für die Operation eines sechs Monate alten Jungen mit Muskelschwund. Sie hatte die dunkelblaue Armbinde Ronaldos mit dem Aufdruck "C" nach dem WM-Qualifikationsspiel von einem Stadionarbeiter erhalten.

Portugals Kapitän Ronaldo hatte in Belgrad frustriert den Platz verlassen und die Binde wütend auf den Rasen geworfen, nachdem sein anhand von TV-Bildern nachweislich reguläres Tor in der Nachspielzeit vom niederländischen Schiedsrichter Danny Makkelie aberkannt worden war.

12.45 Uhr: Sommergefühle adé – es wird kühler und ungemütlich

Nach den fast schon sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage wird das Wetter über das Osterwochenende wieder kühler und unfreundlicher. Am Karsamstag gibt es neben lockeren Quellwolken zunächst noch längere sonnige Abschnitte, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Allerdings steigen die Höchstwerte nur noch auf 8 bis 14 Grad. Zwischen Vogtland und Lausitz sowie an den Alpen kann es einzelne Schauer geben. Am Ostersonntag lässt sich bei lockerer Bewölkung die Sonne noch in der Mitte und im Süden blicken. Im Norden ziehen dicke Wolkenfelder auf, doch es bleibt im ganzen Land meist trocken bei Temperaturen zwischen 8 und 14 Grad, am Oberrhein sogar bis 16 Grad. In der Nacht zu Montag ziehen im Norden und Westen Wolkenfelder auf, und es kann regnen. Im Südosten bleibt es klar und die Temperaturen fallen auf bis zu minus 3 Grad.

Der Montag bringt dann typisches Aprilwetter: Von Nordwesten auf die Mitte südwärts übergreifend wird es regnen. Oberhalb von 600 Metern gibt's Schnee. Nur im Osten rechnen die Meteorologen kaum mit Niederschlag. Später am Tag gibt es von der Nordsee her den Übergang zu Schauern und kurzen Gewittern, teils bis in tiefe Lagen Schneeregen und Graupelschauer. Im Norden und Westen steigen die Temperaturen auf maximal 10 Grad, im Osten und Süden auf 15 Grad. Im Bergland kann es Sturmböen geben.

11.22 Uhr: Wieder tödlicher Streit in Pariser Vorstadt – zwei Menschen sterben

Bei einem Streit um ein gestohlenes Motorrad sind nahe Paris zwei Menschen getötet worden. Zwei Gruppen waren gestern Abend in der Gemeinde Pontoise im Nordwesten der Hauptstadt aneinandergeraten, wie französische Medien heute unter Berufung auf Polizeikreise berichten. Ersten Erkenntnissen zufolge kamen drei Männer aus einem Nachbarort in die Hochhaussiedlung Marcouville, um sich das mutmaßlich gestohlene Motorrad zurückzuholen. Dabei kam schließlich ein etwa 20-Jähriger aus der Siedlung ums Leben. Kurze Zeit später sollen sich mehrere Dutzend wütende Jugendliche versammelt haben, um das Trio anzugreifen. Ein weiterer etwa 30-jähriger Mann aus Marcouville wurde dabei getötet. Die Polizei nahm mehrere Verdächtige fest, darunter auch das Trio aus der Gemeinde Montigny-lès-Cormeilles.

Das Hochhausviertel ist – wie so viele rund um die Hauptstadt – in den 1970er-Jahren im Zuge der Wohnungsnot entstanden. Bei Paris hatten zuletzt tödliche Auseinandersetzungen zwischen Banden für Schlagzeilen gesorgt. Dabei kamen mehrfach Jugendliche ums Leben.

10.24 Uhr: Mindestens 48 Tote bei schwerem Zugunglück in Taiwan

Bei dem schweren Zugunglück in Taiwan sind neuen Behördenangaben zufolge mindestens 48 Menschen ums Leben gekommen. Demnach werden zudem mehr als 60 Verletzte in Krankenhäusern behandelt.

Der Zug mit acht Wagen und mehr als 350 Passagieren an Bord war nach Angaben der Feuerwehr bei der Durchfahrt durch einen Tunnel entgleist. Kurz vor der Ausfahrt des Tunnels sei ein Baustellenfahrzeug einen Hang hinabgestürzt und auf den Gleisen mit dem Zug zusammengeprallt. Taiwans Premier Su Tseng-chang entschuldigte sich bei den Passagieren und drückte sein Beileid aus. "Ich möchte den Familien der Opfer und den verletzten Passagieren mein tiefes Mitgefühl aussprechen", sagte Su auf einer Pressekonferenz in Taipeh. 

10.07 Uhr: Neue Ermittlungen: Nawalnys Stiftung unter Extremismusverdacht

Die Anti-Korruptions-Stiftung des in einem Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny sieht sich neuen Ermittlungen der Behörden ausgesetzt. Dabei gehe es um den Verdacht extremistischer Aktivitäten, sagte Nawalnys Mitarbeiter Iwan Schdanow in einem Video in der Nacht. "Es ist offensichtlich, dass sie etwas vorbereiten. Das ist wieder so eine Gemeinheit." Schdanow zeigte die Kopie eines Schreibens der Moskauer Staatsanwaltschaft, dass sie nun ermittele. Grund seien "Informationen über Verstöße".

Nawalnys Organisation kämpft gegen Korruption im russischen Machtapparat und hat immer wieder Enthüllungen öffentlich gemacht. Deshalb gab es in der Vergangenheit immer wieder in den verschiedenen Büros Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Computern. Nawalnys ist seit Wochen in einem Straflager etwa 100 Kilometer östlich von Moskau inhaftiert. Er klagte zuletzt über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Aus Protest gegen fehlende medizinische Hilfe ist er in einen Hungerstreik getreten.

10.05 Uhr: Gesetz aus der Kolonialzeit: Neue Klage gegen Aung San Suu Kyi

Die Militärjunta in Myanmar hat eine weitere Klage gegen die entmachtete und unter Hausarrest gestellte Regierungschefin Aung San Suu Kyi eingebracht. Dabei gehe es um einen Verstoß gegen ein Staatsgeheimnisgesetz, das noch aus der Kolonialzeit stamme, sagte Suu Kyis Anwalt Khin Maung Zaw der Deutschen Presse-Agentur. Was ihr im Einzelnen vorgeworfen werde, sei noch unklar. "Wer wegen dieses Gesetzes verurteilt wird, kann mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden", betonte der Jurist. Das frühere Birma war von 1885 bis 1948 britische Kolonie.

Es laufen bereits mehrere Klagen gegen die 75-Jährige. Unter anderem geht es um Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze im Zusammenhang mit in ihrem Haus gefundenen Funkgeräten. Zudem wird ihr vorgeworfen, gegen die Corona-Bestimmungen verstoßen zu haben. Am schwersten wiegt bislang der Vorwurf der "Anstiftung zum Aufruhr". Suu Kyi hatte die Parlamentswahl im November mit ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) klar gewonnen. Dem Militär, das sich per Verfassung von 2008 eine Machtposition in Parlament und Regierung erhalten hatte, soll sie zuletzt immer gefährlicher geworden sein. Wo sie sich aufhält, ist weiterhin unklar. Seit dem Umsturz von Anfang Februar wurde sie nicht mehr öffentlich gesehen.

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9.40 Uhr: Italiens Polizei spürt von Nazis gestohlenes Gemälde auf

Die italienische Polizei hat ein während der Nazizeit in Frankreich einer jüdischen Familie gestohlenes Ölgemälde aufgespürt und den rechtmäßigen Eignern zurückgegeben. Das teilte die Carabinieri-Einheit, die für den Schutz des kulturellen Erbes zuständig ist, in Monza in der Lombardei mit. Das Werk aus dem 17. Jahrhundert sei nach längeren Ermittlungen in der Wohnung eines Antiquars in Padua gefunden worden.

Der Name des Gemäldes wurde mit "Loth avec ses deux filles lui servant à boire" (etwa: Lot mit seinen beiden Töchtern, die ihm zu trinken geben) angegeben. Es werde dem französischen Künstler Nicolas Poussin (1594 bis 1665) zugeschrieben. Wie die Carabinieri berichteten, hatten Nachfahren der früheren Besitzer 2020 den Diebstahl durch deutsche Besatzungstruppen 1944 angezeigt. Das Werk sei in den vergangenen Jahren mehrmals durch Europa transportiert worden, unter anderem zu Messen in Belgien und in den Niederlanden. Es sei dann in Italien beschlagnahmt und den Nachfahren der Eigner übergeben worden.

9.05 Uhr: Dach von russischem Herzzentrum brennt – Ärzte operieren weiter

Ungeachtet eines Brandes in einem russischen Herzzentrum haben Ärzte erfolgreich einen Patienten operiert. Es sei unmöglich gewesen, den Eingriff am offenen Herzen zu unterbrechen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die Klinik in Blagoweschtschensk im äußersten Osten Russlands. Nach der OP hätten Patient und Ärzte das Gebäude verlassen. Der Zustand des Mannes wurde als stabil eingestuft. Er liegt demnach nun auf der Intensivstation eines anderen Krankenhauses. Aus noch ungeklärter Ursache war das Dach des alten Klinikgebäudes in Brand geraten. Den Behörden der Stadt nahe dem Pazifik zufolge wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Verletzte gab es nicht.

8.52 Uhr: April, April: First Lady Jill Biden führt Mitreisende als falsche Stewardess hinters Licht

Einen Aprilscherz der netten Art hat sich First Lady Jill Biden ausgedacht: Die Frau von US-Präsident Joe Biden verkleidete sich am Donnerstag (Ortszeit) auf einem Rückflug nach Washington als Stewardess und verteilte Eiscremeriegel an die mitreisenden Journalisten und Mitarbeiter. Mit der schwarzen Kurzhaar-Perücke, der schwarzen Maske und dem Namensschild mit der Aufschrift "Jasmine" habe keiner die First Lady erkannt, berichteten Mitreisende, die Jill Biden bei dem Besuch in Kalifornien begleitet hatten.

US-Medienberichten zufolge ist es nicht der erste Aprilscherz der Präsidentengattin. Als ihr Ehemann Joe Biden noch Vizepräsident war, versteckte sie sich demnach einmal in einem Gepäckfach der Air Force Two und erschreckte die Mitreisenden beim Öffnen des Fachs mit einem lauten "Buh!".

7.44 Uhr: Dutzende Tote bei Zugunglück in Taiwan befürchtet

Nach einem schweren Zugunglück in Taiwan werden Dutzende Todesopfer befürchtet. Wie die Behörden mitteilten, wurden nach dem Bahnunfall im Landkreis Hualian 36 Menschen geborgen, bei denen zunächst keine Lebenszeichen festgestellt werden konnten. Offiziell bestätigte Todeszahlen lagen zunächst jedoch noch nicht vor. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 61 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Mehr als 70 Menschen seien weiterhin in den Trümmern des Zuges eingeschlossen.

Der Zug mit acht Wagen und mehr als 350 Passagieren an Bord war nach Angaben der Feuerwehr offenbar bei der Durchfahrt durch einen Tunnel entgleist. Kurz vor der Ausfahrt des Tunnels sei ein Baustellenfahrzeug einen Hang hinabgestürzt und auf den Gleisen mit dem Zug zusammengeprallt.

Wie die taiwanische Nachrichtenagentur CNA berichtete, war der Express-Zug auf dem Weg in die südosttaiwanische Stadt Taitung. Das Unglück ereignete sich zum Auftakt des mehrtägigen Totengedenkfestes. Zuletzt war es im Oktober 2018 in Taiwan zu einem schweren Zugunglück gekommen. Damals starben 18 Menschen. 

7.06 Uhr: Patient stirbt bei Brand in Berliner Krankenhaus – fünf Verletzte

Beim Brand in einer Klinik im Berliner Stadtteil Zehlendorf ist ein Mensch ums Leben gekommen. Fünf weitere Patienten wurden am frühen Morgen verletzt, drei davon schwer, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Die Brandursache ist noch unklar. Bis zu 100 Einsatzkräfte löschten die Flammen. Sie seien rund drei Stunden lang bis 7 Uhr im Einsatz gewesen, schrieb die Feuerwehr auf Twitter. Es habe in einem Patientenzimmer im zweiten Obergeschosse der Klinik gebrannt, die Brandmeldeanlage habe gegen 4 Uhr Alarm geschlagen, sagte der Feuerwehrsprecher. "Es kam auch zu einer großen Rauchentwicklung." Der Gebäudeteil sei evakuiert worden.

Betroffen sei eine Station des Krankenhauses, sagte Klinikgeschäftsführer Florian Kell. Auch andere Stationen seien aus Sicherheitsgründen geräumt worden, die Patienten seien in andere Gebäudeteile verlegt worden.

6.19 Uhr: Bahnstrecke Berlin-Hannover nach Unfall auf unbestimmte Zeit dicht

Bahnreisende auf der Strecke Berlin-Hannover müssen nach dem Zusammenstoß zweier Loks in Wolfsburg weiterhin 50 bis 70 Minuten Verspätung einkalkulieren - voraussichtlich auch über Ostern. An dieser Prognose nach dem Unfall habe sich nichts geändert, sagte ein Bahnsprecher am frühen Morgen. Die genaue Dauer der Streckensperrung ist nach wie vor unklar. Fernzüge werden weiterhin umgeleitet und halten statt in Wolfsburg in Braunschweig. Die Bahn rechnet damit, dass die Bergungsarbeiten und die Verspätungen ihrer Fernzüge andauern werden. Auch im Regional- und Nahverkehr verspäteten sich am Donnerstag die Züge. Zwischen Wolfsburg und Hildesheim fuhren die ENNO-Bahnen mit etwa 20 Minuten Verspätung.

Am Mittwochabend war am Bahnhof Fallersleben in Wolfsburg eine Lok mit dem Triebfahrzeug eines Güterzuges kollidiert. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Man gehe davon aus, dass die Bergung der Loks bis nach Ostern dauern werde. Es müsse zudem ermittelt werden, wer oder was den Unfall verursacht habe. Ein Strafermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Am Donnerstagabend hatte eine Bahnsprecherin mitgeteilt, eine der drei Dieselloks stehe wieder auf den Gleisen, die Strecke sei in Richtung Braunschweig eingleisig befahrbar. Ein Halt in Wolfsburg sei aber weiterhin nicht möglich. Einige Züge fahren wieder über Wolfsburg - ohne dort zu halten - und über Braunschweig, andere werden noch über Magdeburg umgeleitet.

5.19 Uhr: Geiselnahme in Euskirchen – Tatverdächtiger durch Schuss überwältigt

Im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat gestern Abend ein Mann einen Hotelangestellten als Geisel genommen und Lösegeld gefordert. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei habe den mit einem Messer bewaffneten Geiselnehmer durch einen Schuss in die Hüfte überwältigt, teilte die Polizei in Köln in der Nacht zu Freitag mit. Der 22 Jahre alte Mitarbeiter wurde durch den Mann leicht verletzt. Beide Männer wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Der mutmaßliche Täter hatte laut Polizei den Angestellten im Eingangsbereich des Hotels mit einem Messer bedroht und festgehalten. Von der alarmierten Polizei forderte er eine größere Summe Lösegeld und gab an, im Besitz von Sprengstoff zu sein. Die Einsatzkräfte durchsuchten in der Nacht mit Diensthunden das geräumte Hotel. Hinweise auf Sprengmittel seien bislang nicht gefunden worden, teilten die Beamten mit. Die Polizei ermittelt nun zu den Hintergründen der Tat.

mad / tkr / rw AFP DPA

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