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News vom Wochenende: Schweden-Rückkehrer müssen in Niedersachsen für 14 Tage in Quarantäne

Lufthansa kündigt Rückfluggarantie für Touristen an +++ Missbrauchsfall Münster: Bislang keine weiteren Opfer und Täter +++ Fast 110.000 Corona-Tote in den USA +++ Ex-US-General Hodges: Truppenabzug ist "kolossaler Fehler" +++ News vom Wochenende im stern-Ticker.

Schweden-Rückkehrer müssen in Niedersachsen in Quarantäne

Stockholm: Wer aus Schweden an seinen Wohnort in Niedersachsen zurückkehrt, muss wegen der Corona-Entwicklung in dem skandinavischen Land in eine zweiwöchige Quarantäne

AFP

Alle Entwicklungen in den Vereinigten Staaten finden Sie in unserem Ticker zu den Unruhen in den USA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:  

  • Schweden-Rückkehrer müssen in Niedersachsen für 14 Tage in Quarantäne (17.17 Uhr)
  • Lufthansa kündigt Rückfluggarantie für Touristen an (15.01 Uhr)
  • Missbrauchsfall Münster: Bislang keine weiteren Opfer und Täter (13 Uhr)
  • Vier Teenager sterben bei Autounfall – 14-jähriger Fahrer überlebt (11.09 Uhr)
  • Fast 110.000 Corona-Tote in den USA (9.28 Uhr)
  • Zustimmung zu AfD geht laut "Sonntagstrend" weiter zurück (7.20 Uhr)

Die News von heute im stern-Ticker: 

+++ 17.17 Uhr: Schweden-Rückkehrer müssen in Niedersachsen in Quarantäne +++

Wer aus Schweden an seinen Wohnort in Niedersachsen zurückkehrt, muss wegen der Corona-Entwicklung in dem skandinavischen Land in eine zweiwöchige Quarantäne. Das hat das Gesundheitsministerium in Hannover am Sonntag mitgeteilt. Hintergrund sei, dass es in Schweden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100 .000 Einwohner gegeben habe. Die Rückkehrer müssen demnach unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und dort 14 Tage bleiben - selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

+++ 16.29 Uhr: Spanien: 255 000 werden schon im Juni neues Grundeinkommen beziehen +++

In Spanien werden Zehntausende Menschen bereits in diesem Monat in den Genuss des jüngst eingeführten monatlichen Grundeinkommens für finanzschwache Haushalte kommen. Am 26. Juni würden 75.000 Haushalte mit insgesamt 255.000 Personen im ganzen Land die erste Zahlung erhalten, teilte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag mit. Der sozialistische Politiker betonte: "Mehr als die Hälfte der Begünstigten werden Minderjährige sein."

Die linke Regierung hatte das sogenannte Mindestlebenseinkommen Ende Mai unter dem Eindruck wachsender sozialer Not durch die Corona-Krise per Dekret früher als geplant eingeführt. Das Vorhaben war Ende vorigen Jahres Teil der Koalitionsvereinbarungen zwischen dem Regierungschef und seinem Partner Pablo Iglesias vom Linksbündnis Unidas Podemos.

Die Regierung geht davon aus, dass insgesamt 850 000 Haushalte Anspruch auf die neuen staatlichen Hilfen haben werden. Das entspricht etwa 2,3 Millionen der knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens. Etwa 16 Prozent davon sind Haushalte mit einem alleinerziehenden Elternteil - zu 90 Prozent sind das Frauen.

+++ 15.01 Uhr: Lufthansa kündigt Rückfluggarantie für Touristen an +++

Mit einer neuen Rückfluggarantie will die Lufthansa die wegen der Corona-Pandemie drastisch gesunkene Nachfrage nach Flügen wiederbeleben. "Wir führen eine Home-Coming-Garantie ein", sagte Konzernchef Carsten Spohr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dagegen stellte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) erneut klar, dass es von staatlicher Seite keine Rückholaktionen für Reisende mehr geben werde.

"Wer zurück will nach Deutschland, den bringen wir zurück", sagte Spohr, "sei es, weil er wegen erhöhter Temperatur am Zielort nicht einreisen darf, er dort in Quarantäne müsste oder ob im Gastland das Virus ausbricht."

"Wer sich im Urlaub infiziert, kann jedenfalls nicht davon ausgehen, dass wir ihn nach Deutschland zurückbringen", sagte dagegen Maas der "Bild am Sonntag". Die Bundesregierung werde "im Sommer nicht noch einmal Flieger schicken können, um deutsche Urlauber heimzuholen".

+++ 14.40 Uhr: Abbau des bei Brand verformten Gerüsts auf Notre-Dame soll beginnen +++

Der Abbau des beim Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame verformten Gerüsts geht in die letzte Phase. Ab Montag sollen Kletterer-Teams das geschmolzene Metall mit Säbelsägen zerschneiden, wie das für den Wiederaufbau zuständige Etablissement Public am Sonntag mitteilte. Diese Teile sollen dann mithilfe eines 80 Meter hohen Turmkrans, der im Dezember aufgestellt wurde, entfernt werden. Außerdem sollen die Gerüstteile, die mit einer Art Gondel zugänglich sind, von Gerüstbauern demontiert werden.

Vor dem verheerenden Brand der Kathedrale im April des vergangenen Jahres war die Turmspitze des weltberühmten Bauwerks restauriert worden. Das dafür auf dem Dach installierte Gerüst hielt dem Einsturz der Turmspitze zwar stand, wurde jedoch durch die Hitze des Feuers massiv verformt. Das Gerüst besteht aus rund 40 000 Teilen, wiegt 200 Tonnen und befindet sich teils in 40 Meter Höhe.  

+++ 14.29 Uhr: Wolkiger Wochenstart in Deutschland +++

Zum Wochenstart müssen sich die Menschen in Deutschland auf viele Wolken einstellen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mitteilte, kann es am Montag im Südosten gebietsweise regnen, im Westen kann es zu vereinzelten Schauern und kurzen Gewittern kommen. Im Nordosten hingegen ist es vielfach sonnig und trocken. Höchstwerte liegen im Südosten bei viel Regen bei 13 Grad, in Brandenburg bei bis zu 22 Grad. 

In der Nacht zum Dienstag bleibt es im Süden und Nordwesten bewölkt. Südlich der Donau und lokal bis zum Main kann es regnen. Ansonsten ist es in Deutschland häufig klar und trocken bei Tiefstwerten von 11 bis 5 Grad.

Am Dienstag bleibt es in der Südhälfte wolkig bis stark bewölkt mit gebietsweise Regen, einzelnen Schauern und Gewittern. In anderen Teilen Deutschlands ist es teils wolkig, teils sonnig. Vor allem im Nordosten scheint meist die Sonne und es bleibt trocken. Höchsttemperaturen liegen bei 14 bis 21 Grad, in der Lausitz sogar bis 23 Grad.

+++ 13.52 Uhr: Chinesischer Außenhandel im Mai drastisch eingebrochen +++

Die globalen wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Krise haben sich dramatisch auf den chinesischen Außenhandel ausgewirkt: Wie aus offiziellen Statistiken vom Sonntag hervorging, sackten die Importe in China im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,7 Prozent ab und fielen damit auf ein Vier-Jahres-Tief. Milder fiel der Rückgang bei den Exporten aus. Sie fielen um 3,3 Prozent, Experten hatten mit einem Rückgang von 6,5 Prozent gerechnet.

+++ 13.34 Uhr: Estland: Mann erschießt zwei Menschen und verletzt drei weitere +++

Ein Mann hat in Estland zwei Menschen erschossen und drei weitere Menschen verletzt, darunter zwei kleine Kinder. Der mutmaßliche Täter wurde nach einem Großeinsatz und mehreren Schusswechseln mit der Polizei gefasst, wie die Behörden am Sonntag in der Hauptstadt Tallinn mitteilten. Zum Motiv und zu den Hintergründen der Tat am Samstagabend lagen zunächst keine klaren Erkenntnisse vor.

Nach ersten Informationen rammte der Verdächtige an einer Tankstelle nahe der Kleinstadt Lihula im Westen des baltischen EU-Land zwei Autos und eine Wand. Danach flüchtete der 32-jährige vom Unfallort und wurde von einem Motorradfahrer verfolgt, der das Geschehen beobachtet hatte. Wenige Minuten später erschoss der Mann den Biker, der noch am Tatort starb, und eröffnete auch das Feuer auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug mit vier Insassen. Eine Frau in dem Auto erlag ihren Verletzungen. Ein Mann und zwei Kinder im Alter von 3 und 5 Jahren wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht.

+++ 13 Uhr: Missbrauchsfall Münster: Bislang keine weiteren Opfer und Täter +++

Einen Tag nach Bekanntwerden eines großen neuen Falls von schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern in Münster gibt es keine Veränderung beim Ermittlungsstand. "Wir haben keine weiteren Opfer und keine weiteren Täter", sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Sonntag der Deutsche-Presse-Agentur.  

+++ 12.04 Uhr: Syrien: Zwölf proiranische Kämpfer bei Luftangriffen getötet +++

Kampfflugzeuge haben im Osten Syriens nach Angaben von Aktivisten mehrere Einrichtungen proiranischer Milizen angegriffen und dabei mindestens zwölf Kämpfer getötet. Die Flugzeuge hätten eine Militärbasis in der Nähe der Stadt Dair as-Saur bombardiert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Bei den Angriffen seien zwölf irakische und afghanische Kämpfer von Iran-treuen bewaffneten Gruppen getötet und Militärfahrzeuge zerstört worden. 

Die syrische Regierung kommentierte die Angriffe zunächst nicht. Der Iran gehört im syrischen Bürgerkrieg zu den wichtigsten Verbündeten der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und unterstützt dort Milizen. Teheran setzt dabei unter anderem auf Gruppen aus dem Irak und auf die libanesische Hisbollah.

+++ 11.32 Uhr: Neuer Corona-Ausbruch legt Nordmazedonien lahm +++

Massive Ausgangssperren wegen einer neuen Corona-Infektionswelle legen Nordmazedonien lahm. Auf den Rekordwert von 177 registrierten Neuansteckungen am Freitag folgten tags darauf nochmals 125, wie das Portal "sitel.com.mk" am Sonntagmorgen unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden meldete.

Die Regierung des kleinen Balkanlandes mit gut zwei Millionen Einwohnern hatte bereits zuvor für die am meisten betroffenen Städte und Gemeinden eine 80-stündige Ausgangssperre verhängt. Sie begann am Donnerstag 21 Uhr und endet am Montag 5 Uhr früh. Für den Rest des Landes gelten nächtliche Ausgangssperren.

+++ 11.09 Uhr: Vier Teenager sterben bei Autounfall – 14-jähriger Fahrer überlebt +++

Bei einem schweren Autounfall im Nordosten Australiens sind vier Jugendliche ums Leben gekommen. Der 14-jährige Fahrer sei mit nicht lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus der Stadt Townsville gebracht worden, teilte die Polizei des Bundesstaats Queensland am Sonntag mit. Das Fahrzeug soll am frühen Sonntagmorgen einen Kreisverkehr gestreift haben. Daraufhin sei es gekippt und gegen einen Ampelmast gestoßen. Die vier Jugendlichen starben noch am Unfallsort. Der Fahrer soll von der Polizei befragt werden.

+++ 10.53 Uhr: NRW-Innenminister Reul: "Missbrauchsfälle erschüttern mich zutiefst" +++

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat sich schockiert über den neuen Fall von Kindesmissbrauch geäußert. "Diese furchtbaren Missbrauchsfälle von Münster erschüttern mich zutiefst", sagte der CDU-Politiker am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittler arbeiteten mit Hochdruck an der weiteren Aufklärung. "Mehr Ermittlungen bedeutet aber auch immer, dass mehr Fälle ans Tageslicht kommen." Jeder aufgedeckte Fall rette Kinder aus unvorstellbarem Leid und führe die Täter ihrer gerechten Strafe zu. 

+++ 10.39 Uhr: Malta lässt rund 400 Migranten in den Hafen einlaufen +++

Nach internationalen Protesten lässt Malta mehr als 400 Migranten in den Hafen einlaufen. Die Menschen saßen meist seit Wochen auf kleinen Quarantäne-Schiffen vor dem Mittelmeerland fest. Zugleich warf die Regierung in Valletta den anderen EU-Staaten mangelnde Solidarität vor. "Die Regierung ist nicht gewillt, das Leben sowohl der Migranten als auch der Besatzung zu gefährden, angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bei der Übernahme keine Solidarität zeigen", hieß es in der Mitteilung vom späten Samstag.

+++ 9.54 Uhr: Zehn Menschen bei Angriff auf Drogen-Entzugsklinik in Mexiko getötet +++

Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Drogen-Entzugsklinik in Mexiko sind am Samstag zehn Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden des zentralmexikanischen Bundesstaats Guanajuato stürmten die Angreifer die Klinik in der Stadt Irapuato und eröffneten das Feuer. Neun Menschen seien sofort erschossen worden, ein zehnter sei später seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen.

Die Angreifer seien mit "massiver Gewalt" in die Klinik eingedrungen, erklärten die Behörden. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Ermittlungsverfahren.

+++ 9.34 Uhr: Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland +++

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 183.979 angegeben - ein Plus von 301 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 185.450 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8668 Todesfälle und damit 22 mehr als am Vortag, die JHU 8673 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 169.100.

+++ 9.28 Uhr: Fast 110.000 Corona-Tote in den USA +++

In den USA ist die Zahl der Corona-Toten auf fast 110.000 gestiegen. 749 Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben, hieß es am Sonntag auf der Website der Johns-Hopkins-Universität. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle stieg demnach landesweit auf 1,9 Millionen. Etwa 500.000 Menschen sind bereits wieder genesen. 

Gemessen an der absoluten Zahl der Infektions- und Todesfälle sind die USA weltweit das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Auf dem Höhepunkt der Ansteckungswelle im April wurden in den Vereinigten Staaten etwa 3000 Corona-Tote pro Tag registriert. Inzwischen ist dieser Wert auf etwa tausend pro Tag gesunken. Täglich werden noch rund 20.000 Neu-Infektionen gemessen.

+++ 8.53 Uhr: Ex-US-General Hodges: Truppenabzug ist "kolossaler Fehler" +++

Der frühere Befehlshaber der US-Truppen in Europa, Ben Hodges, hat die angeblichen Pläne der US-Regierung unter Präsident Donald Trump für eine Truppenreduzierung in Deutschland scharf kritisiert. Hodges sagte dem "Spiegel", die Entscheidung von Trumps Kernteam sei ein "kolossaler Fehler" und ein "rein politisches Manöver". Das Magazin zitiert ihn weiter mit den Worten: "Die Entscheidung illustriert, dass der Präsident nicht verstanden hat, wie essenziell die in Deutschland stationierten US-Truppen für die Sicherheit Amerikas sind."

US-Präsident Donald Trump plant nach Medienberichten einen drastischen Abbau der US-Truppen in Deutschland. So hatte das "Wall Street Journal" unter Bezug auf ungenannte US-Regierungsvertreter berichtet, Trump habe das Pentagon angewiesen, die US-Truppenpräsenz in Deutschland von derzeit 34.500 Soldaten um 9500 zu reduzieren. Außerdem solle eine Obergrenze von 25.000 US-Soldaten eingeführt werden, die gleichzeitig in Deutschland anwesend sein könnten. 

+++ 8.04 Uhr: Corona-Infektionen: Streeck plädiert für "mehr Mut" im Sommer +++

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sieht der Virologe Hendrik Streeck eine Chance während der Sommermonate. Es könne möglicherweise eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, sagte der Bonner Professor der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben", so Streeck.

Derzeit zeigten Studien, dass bis zu 81 Prozent der Infektionen asymptomatisch verliefen. Das heißt, die Infizierten haben keine oder kaum Symptome. "Die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen ist derzeit rückläufig", sagte Streeck. "Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können." Die Hoffnung auf einen Impfstoff könne sich als trügerisch erweisen. Also solle man sich darauf einstellen, mit dem Virus zu leben.

+++ 7.20 Uhr: Zustimmung zu AfD geht laut "Sonntagstrend" weiter zurück +++

Die Zustimmung zur AfD geht in der Corona-Krise laut einer Umfrage weiter zurück. Im "Sonntagstrend", den das Institut Kantar wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhebt, verschlechtert sich die AfD zum vierten Mal in Folge um einen Punkt und kommt nun auf acht Prozent. Das ist der schlechteste Wert für die Partei seit September 2017. Stärkste Kraft bleibt die Union mit 38 Prozent. 

Die Grünen ziehen wieder an der SPD vorbei: Die Partei gewinnt einen Punkt und kommt auf 16 Prozent, die SPD verliert einen Punkt und kommt auf 15 Prozent. Auch die FDP büßt einen Punkt ein und liegt bei nun sieben Prozent. Um einen Punkt verbessert sich die Linkspartei, die nun auf acht Prozent kommt.

Für den "Sonntagstrend" wurden vom 8. Mai bis zum 3. Juni 2020 1.428 Menschen befragt.

+++ 5.46 Uhr: Rio de Janeiro lockert Corona-Beschränkungen +++

Der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro hat am Samstag seine Corona-Beschränkungen gelockert. Gouverneur Wilson Witzel ordnete per Dekret an, dass Bars, Restaurants und Einkaufszentren teilweise wieder öffnen dürfen. Auch einige sportliche Aktivitäten sind wieder erlaubt. Schon am Samstagvormittag strömten wieder viele Menschen an die Strände.

+++ 4.25 Uhr: Videos zeigen Venezuelas Oppositionsführer Guaidó in Caracas +++

Nach tagelanger Verwirrung um seinen Aufenthaltsort ist Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaidó offenbar wieder aufgetaucht. Mitarbeiter des selbsternannten Übergangspräsidenten verbreiteten am Samstag Videos, auf denen Guaidó in den Straßen der Hauptstadt Caracas zu sehen ist. "Sie sind diejenigen, die sich verstecken", sagt Guaidó in einem der Videos über Präsident Nicolás Maduro und andere Regierungsbeamte, für deren Ergreifung die USA ein Millionen-Kopfgeld ausgesetzt haben. "Ich zeige mein Gesicht."

Guaidó trägt auf dem Video Maske und Handschuhe zum Schutz gegen das neuartige Coronavirus und unterhält sich mit Autofahrern, an deren Fahrzeugen er entlang geht. Wann und wo die Aufnahmen gemacht wurden, geht aus den Videos aber nicht hervor.

+++ 4.23 Uhr: Surfer stirbt nach Hai-Attacke vor australischer Ostküste +++

Vor der Ostküste Australiens hat ein Hai einen Surfer am Sonntag angegriffen und getötet. Auch Ersthelfer hätten den am Bein schwer verletzten 60-Jährigen nicht mehr helfen können, teilte die Polizei mit. Die Hai-Attacke ereignete sich am Salt Beach nahe Kingscliff, 800 Kilometer nördlich von Sydney. Per Hubschrauber sei ein großer Hai verfolgt worden, der nach dem Angriff vor dem Strand gesichtet worden sei, hieß es weiter. Andere Surfer wurden aufgefordert, die Gewässer zu verlassen. Der Strand wurde für die Zeit der Ermittlungen gesperrt. Es war der dritte tödliche Hai-Angriff in diesem Jahr in australischen Gewässern. Darüber hinaus gab es sieben weitere Attacken, die aber nicht tödlich endeten.

+++ 4.02 Uhr: Entrüstung über tödlichen Polizeieinsatz gegen Ureinwohnerin in Kanada +++

Inmitten der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA sorgt im Nachbarland Kanada ein tödlicher Polizeieinsatz gegen eine Ureinwohnerin für Entrüstung. Die Ureinwohner-Organisation Congress of Aboriginal People (CPA) forderte am Samstag eine unabhängige Untersuchung zum Tod der 26-jährigen Chantel Moore, die am Donnerstag  von einem Polizisten erschossen worden war. Untersucht werden müssten auch die "anhaltenden" Vorurteile und der Rassismus gegenüber Ureinwohnern in der kanadischen Polizei und Justiz.

Solidarität in Kanada: Justin Trudeau kniet vor tausenden Demonstranten nieder

+++ 1.12 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren in Israel gegen Annexionspläne +++

In Israel sind tausende Menschen gegen die Pläne zur Annexion von Gebieten im besetzten Westjordanland auf die Straße gegangen. Sie folgten am Samstagabend einem Aufruf linker Organisationen und Parteien und beteiligten sich an der Protestaktion in Tel Aviv. Viele Demonstranten schwenkten israelische und palästinensische Flaggen und hielten Plakate gegen die Besetzung des Westjordanlands und die Annexionspläne hoch.

+++ 0.56 Uhr: US-Regierung bietet Russland nach Öl-Unfall in Sibirien Hilfe an +++

Nach dem verheerenden Öl-Unfall in Sibirien hat die US-Regierung den russischen Behörden ihre Hilfe bei den Säuberungsarbeiten angeboten. Außenminister Mike Pompeo zeigte sich am Samstag im Onlinedienst Twitter erschüttert über das Unglück. "Trotz unserer Meinungsverschiedenheiten stehen die Vereinigten Staaten bereit, Russland bei der Eindämmung dieser Umweltkatastrophe zu helfen, und bieten unsere technischen Kompetenzen an", schrieb Pompeo.

Ende Mai waren 21.000 Tonnen Diesel aus dem Tank eines Kraftwerks in der Stadt Norilsk im Norden Sibiriens ausgelaufen und hatten den Fluss Ambarnaja verschmutzt. Die roten Ölfecken in der Tundra waren selbst aus dem All zu sehen. Umweltschützern zufolge handelte es sich um den bisher schlimmsten derartigen Unfall in der Region. Die Chefin der russischen Umweltschutzbehörde, Swetlana Radionowa, sprach von einem Unfall "beispiellosen Ausmaßes".

+++ 0.04 Uhr: Maas: Zusammenarbeit mit US-Streitkräften im beiderseitigen Interesse +++

Bundesaußenminister Heiko Maas hat nach Medienberichten über Pläne zum Abzug vieler US-Soldaten aus Deutschland das beiderseitige Interesse an der Zusammenarbeit betont. "Sollte es zum Abzug eines Teils der US-Truppen kommen, nehmen wir dies zur Kenntnis", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". "Wir schätzen die seit Jahrzehnten gewachsene Zusammenarbeit mit den US-Streitkräften. Sie ist im Interesse unserer beiden Länder." Zum Verhältnis zwischen Deutschland und den USA sagte Maas: "Wir sind enge Partner im transatlantischen Bündnis. Aber: Es ist kompliziert."


Nachrichten von Samstag, den 6. Juni: 

+++ 21.19 Uhr: Polens Regierungschef hofft auf Verlegung von US-Truppen in sein Land +++

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hofft, dass bei einem möglichen Abzug von US-Truppen aus Deutschland ein Teil der Soldaten in sein Land verlegt werden. "Das wird die Ostflanke der Nato stärken", sagte Morawiecki dem polnischen Radiosender RMF. Dies werde der Sicherheit von ganz Europa nützen. Die endgültige Entscheidung darüber liege bei US-Präsident Donald Trump, aber er rechne damit, dass das Kontingent an US-Soldaten in Polen ständig wachsen werde, so Morawiecki. Derzeit sind seinen Angaben zufolge knapp 5000 US-Soldaten in Polen stationiert. 

+++ 20.27 Uhr: ICE fährt gegen brennenden Baum: Zug evakuiert +++

 Ein Schnellzug der Deutschen Bahn ist in Wuppertal gegen einen brennenden Baum gefahren. Der ICE mit rund 150 Menschen an Bord sei evakuiert worden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Sankt Augustin am Samstagabend. Ein Fahrgast habe einen Schock erlitten, eine weitere Person habe über Kreislaufbeschwerden geklagt, hieß es. Die Lok sei nicht unerheblich beschädigt worden. Der Baum war nach Polizeiangaben am Samstagnachmittag auf eine Oberleitung gefallen, hatte Feuer gefangen und war teils auf den Gleisen liegen geblieben.

+++ 20.18 Uhr: Gegner von Annexionen im Westjordanland demonstrieren in Tel Aviv +++

Gegner möglicher Annexionen Israels im besetzten Westjordanland haben in Tel Aviv gegen die Pläne protestiert. Auf Schildern von Demonstranten waren am Samstagabend auf dem Rabin-Platz im Zentrum der Stadt Sprüche wie "Palestinian Lives Matter" (Palästinensische Leben zählen) zu lesen. Aufgerufen zu der Demonstration hatten mehr als 30 Parteien und Nichtregierungsorganisationen. Die Organisatoren sprachen von tausenden Teilnehmern, die Polizei äußerte sich zunächst nicht dazu.

+++ 19.59 Uhr: Al-Sisi: Libyscher General Haftar bereit zu Waffenstillstand +++

Nach mehreren militärischen Siegen der von der UNO anerkannten libyschen Einheitsregierung hat sich der libysche General Chalifa Haftar zu einem Waffenstillstand bereiterklärt. Nach Gesprächen in Kairo verkündete Haftars Verbündeter, der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi, am Samstag, Haftar biete einen Waffenstillstand ab Montag an. Die Truppen der Einheitsregierung rückten derweil auf die libysche Stadt Sirte vor.     

Al-Sisi forderte internationale Unterstützung für den Vorschlag, die sogenannte "Kairo-Erklärung". Demnach sollten sich "ausländische Söldner aus Libyen" zurückziehen, Milizen aufgelöst und ihre Waffen beschlagnahmt werden. Somit solle verhindert werden, dass "extremistische Milizen" Kontrolle über Libyens Ressourcen bekämen.

+++ 19.37 Uhr: Tausende Menschen demonstrieren in Paris gegen Rassismus und Polizeigewalt +++

Ungeachtet eines Verbots der Pariser Behörden haben in der französischen Hauptstadt tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Unter dem Motto "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden" versammelten sich am späten Samstagnachmittag auf dem Marsfeld nahe dem Eiffelturm zahlreiche Menschen, obwohl wegen der Corona-Pandemie alle Demonstrationen mit mehr als zehn Teilnehmern von der Polizei untersagt worden waren. Mehrere tausend Menschen demonstrierten zudem auf der Place de la Concorde und skandierten "Gerechtigkeit für alle".

+++ 18.44 Uhr: Erneuter Erdrutsch in Norwegen reißt riesiges Loch in Landstraße +++

Wenige Tage nach einem Hunderte Meter breiten Erdrutsch ist es im Norden Norwegens erneut zu einem größeren Abgang gekommen. Während beim ersten Vorfall am Mittwoch mehrere Häuser und Hütten ins Meer gespült worden waren, klaffte nun im selben Gebiet in der Kommune Alta ein gewaltiges Loch in einer Uferregion. Fotos zeigten, wie der Erdrutsch ein großes Stück der alten Europastraße E6 weggerissen hatte. Verletzt wurde dabei niemand, wie der norwegische Rundfunksender NRK am Samstag berichtete. Auch Gebäude wurden demnach diesmal nicht in Mitleidenschaft gezogen. Ein Polizeisprecher sagte dem Sender, der abgerutschte Teil der Erde habe einen Durchmesser von rund 50 Metern und eine Höhe von 30 bis 40 Metern.

+++ Jugendamt hatte früher Kontakt zu Familie von Missbrauch-Opfer +++

Das Jugendamt der Stadt Münster hatte Kontakt zu der Familie von einem der Opfer des Missbrauchsfalls in Nordrhein-Westfalen. Die Familie sei den Behörden aus den Jahren 2015 bis 2016 bekannt, "weil der soziale Kindsvater wegen des Besitzes und des Vertriebs pornografischer Daten aufgefallen war", teilte die Stadt am Samstag mit. In dieser Zeit habe das Jugendamt Kontakt zu der Familie gehabt. 2015 habe das Familiengericht keinen Anlass gesehen, das Kind aus der elterlichen Verantwortung zu nehmen. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) sagte dazu: "Eine Bewertung können wir erst vornehmen, wenn die Faktenlage dafür ausreichend geklärt ist." Lewe reagierte bestürzt auf den Missbrauchsfall. "Ich bin erschrocken, dass unsere Stadt offenbar Schauplatz solch schrecklicher Taten war", teilte er mit.

+++ 17.33 Uhr: Hamburgs Grüne machen Weg für Neuauflage von Rot-Grün frei +++

Die Hamburger Grünen haben am Samstag den Koalitionsvertrag mit der SPD gebilligt. Auf einem kleinen Parteitag stimmten 30 der 35 der Delegierten dem Vertrag und der Verteilung der Senatsposten zu. Es gab drei Gegenstimmen und eine Enthaltung, ein Delegierter nahm an der Abstimmung nicht teil. Mit dem Votum ist der Weg für die Wiederwahl von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) praktisch frei. Es wurde erwartet, dass auch die Parteitagsdelegierten der SPD am Samstag bei einer Online-Abstimmung mehrheitlich für den Vertrag votieren.

+++ 17.02 Uhr: Moskau eröffnet mitten in Corona-Krise Buchmesse am Roten Platz +++

Trotz anhaltend hoher Corona-Infektionen hat in Moskau mitten auf dem Roten Platz eine Buchmesse mit zahlreichen Besuchern begonnen. Es sei wichtig, wieder ins Leben zurückzukehren, teilten die Veranstalter am Samstag mit, an dem in Russland auch der Geburtstag des Nationaldichters Alexander Puschkin und somit der Tag der russischen Sprache gefeiert wird. Bei den Besuchern der drei Tage dauernden Veranstaltung, die im Freien stattfindet, werde am Eingang die Temperatur gemessen. Zudem müssten die Gäste wie in der ganzen Stadt vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe tragen. Es ist eines der ersten Kulturevents in Moskau seit Einführung der strengen Ausgangssperren im Frühjahr. Andere größere Veranstaltungen sind in Moskau wegen der Pandemie weiter verboten.

+++ 16.54 Uhr: Infektionen in Vorpommern: 350 Personen in häuslicher Isolation +++

Nach den bis Samstag acht bekannten Corona-Infektionen nach Gottesdiensten in Vorpommern hat der Landkreis Vorpommern-Rügen rund 350 Personen in häusliche Isolation geschickt. Sie hätten am Pfingstsonntag oder -montag an insgesamt vier Gottesdiensten in Stralsund und Grimmen teilgenommen, begründete Landrat Stefan Kerth (SPD) die sogenannte Allgemeinverfügung. 

+++ 16.06 Uhr: Nach Randale in Berlin-Neukölln 20 Personen kurz festgesetzt +++

Nach Randale in Berlin-Neukölln in der Nacht zum Samstag hat die Polizei 20 Personen - 13 Frauen und 7 Männer - kurzzeitig festgesetzt. Ihre Identitäten wurden festgestellt, danach wurden alle wieder entlassen, wie die Polizei mitteilte. Etwa 70 Polizisten waren im Einsatz. Die Polizei geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus. Sie ermittelt wegen Sachbeschädigung und besonders schweren Landfriedensbruchs.   

Kurz nach 22 Uhr am Freitagabend hätten mehrere Anrufer die Polizei alarmiert, hieß es. Etwa 50 Personen sollen teilweise vermummt und mit Fackeln in den Händen unterwegs gewesen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Steine auf die Fenster von neun Geschäften geworfen worden sein. Ein Müllcontainer wurde in Brand gesetzt, mehrere Hauswände beschmiert. Nach Auskunft einer Polizeisprecherin wurden die Schriftzüge "GFLOYD" und "No justice, no peace" (Keine Gerechtigkeit, kein Frieden) hinterlassen. Der Afroamerikaner George Floyd war in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gestorben, nachdem ein weißer Polizeibeamter sein Knie minutenlang in Floyds Nacken gedrückt hatte. 

+++ 14.45 Uhr: Zwei Frauen in Kärnten getötet - Mann erschießt sich bei Polizeikontrolle +++

Nach der Tötung von zwei Frauen im österreichischen Kärnten ist ein Mann nach Schüssen auf Polizisten in einer nahen italienischen Grenzstadt ums Leben gekommen. Der Mann sei dort von italienischen Polizisten aufgehalten worden, habe das Feuer eröffnet und sich danach getötet, berichtete der italienische Sender RAI. Die Beamten schossen demnach nicht zurück.

Österreichische Ermittler waren am Samstag auf dem Weg nach Tarvis, um zu klären ob es sich um den Verdächtigen handelt, der eine Frau mit einer Axt getötet und einer weitere erschossen haben soll, sagte ein Kärntner Polizeisprecher der DPA. "Es weist einiges auf eine Beziehungstat hin", sagte der Sprecher. 

Nach Angaben der Polizei wurde Samstagfrüh eine 62-jährige Frau vermutlich mit einer Axt getötet. Kurz nach dieser Tat in einem Haus im Ort Wernberg sei eine 56-Jährige Frau von einem Fahrzeug aus auf einer Straße im Gebiet von Villach erschossen worden. Ein Mädchen war unmittelbarer Nähe des Geschehens, sie blieb aber unverletzt.

+++ 10.43 Uhr: Paris verbietet Demonstrationen gegen Polizeigewalt wegen Infektionsschutz +++

Die französischen Behörden haben mehrere für Samstag angekündigte Demonstrationen gegen Polizeigewalt in Paris unter Verweis auf das Infektionsschutzgesetz verboten. Wegen der Corona-Pandemie seien alle Demonstrationen mit mehr als zehn Personen untersagt, teilte der Polizeipräfekt Didier Lallement am Samstag mit. Zu den Demonstrationen werde im Internet aufgerufen; sie seien von den Organisatoren jedoch nicht angemeldet worden. 

Aktivisten hatten zu Protesten am späten Nachmittag auf dem Marsfeld nahe dem Eiffelturm aufgerufen. Bereits am Freitag waren zwei Gedenkveranstaltungen für den Afroamerikaner George Floyd, der in Minneapolis nach einem brutalen Polizeieinsatz gestorben war, von der Polizei verboten worden. Die Versammlungen hätten am Samstag gegen 15 Uhr vor der US-Botschaft stattfinden sollen.

+++ 9.24 Uhr: Ranghoher Al-Kaida-Führer Droukdal in Mali getötet +++

Französische Soldaten haben in Mali den Anführer der Dschihadistenmiliz Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) getötet. Der Algerier Abdelmalek Droukdal sei im Norden Malis nahe der algerischen Grenze getötet worden, teilte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. "Mehrere seiner engen Mitstreiter" seien bei dem Einsatz ebenfalls getötet worden. 

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurde der Aqmi-Chef, der mehrere Dschihadistengruppen in der Sahelzone befehligte, am Donnerstag in Talhandak nordwestlich der malischen Stadt Tessalit getötet.

Droukdal, der gelegentlich auch Droukdel geschrieben wird, gehörte nach Angaben von Parly dem Führungsgremium von Al-Kaida an und befehligte alle Ableger des Netzwerks in Nordafrika und in der Sahelzone. Nach Angaben der Ministerin wurde zudem ein Anführer der Dschihadistengruppe EIGS gefangengenommen, die der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen hat.

+++ 8.40 Uhr: Nordkorea droht mit Schließung von gemeinsamem Verbindungsbüro mit Seoul +++

Nordkorea hat mit der Schließung des gemeinsamen Verbindungsbüro mit Südkorea gedroht. "Als erstes werden wir definitiv das untätige gemeinsame Nord-Süd-Verbindungsbüro schließen", sagte ein für die innerkoreanischen Beziehungen zuständiger nordkoreanischer Regierungssprecher am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Hintergrund ist ein Streit über eine Aktion südkoreanischer Aktivisten, die Flugblätter mit kritischen Botschaften über die Politik des Nordens über die Grenze geschickt hatten.

+++ 8.17 Uhr: Walter-Borjans verteidigt Verzicht auf Kaufprämie für Verbrenner +++

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat den von seiner Partei durchgesetzten Verzicht auf eine Kaufprämie für Verbrenner-Autos im Konjunkturpaket der großen Koalition verteidigt. Es könne nicht sein, "dass eine Branche dem Staat diktiert, auf welche Weise die Förderung zu erfolgen hat", sagte Walter-Borjans der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagsausgabe). Die Politik sei nicht "Empfänger von Branchenordern", betonte er.

Die Absage der großen Koalition an eine Auto-Kaufprämie für Verbrenner hat einen Keil zwischen Gewerkschaften und SPD getrieben. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte die SPD-Spitze scharf angegriffen und vor einem "massiven Vertrauensverlust" der Beschäftigten in der Autobranche gegenüber der Sozialdemokratie gewarnt. Dies wies Walter-Borjans in der "Augsburger Allgemeinen" zurück. "Sie alle wissen, dass wir im Konjunkturpaket sehr viel für die gesamte Wirtschaft getan haben", sagte der SPD-Chef.

+++ 6.16 Uhr: Nato bereitet sich auf mögliche zweite Corona-Welle vor +++

Die Nato wappnet sich nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg mit konkreten Planungen für eine erneute Verschärfung der Corona-Pandemie. "Die Nato bereitet sich auf eine zweite mögliche Corona-Welle vor", sagte Stoltenberg der "Welt am Sonntag". Das Ziel sei, im Kampf gegen das Coronavirus in "koordinierter Weise" vorzugehen.

"Wir müssen unsere Planungen so abstimmen, dass den Nato-Mitgliedern und den Partnerländern, die eng mit dem Bündnis verbunden sind, bei der Bekämpfung des Coronavirus noch besser und schneller geholfen werden kann", sagte der frühere norwegische Ministerpräsident. Die Pläne sollen seinen Angaben zufolge schon bald fertiggestellt und den Verteidigungsministern des Bündnisses Mitte Juni bei einem virtuellen Treffen zur Beratung vorgelegt werden.

+++ 6.00 Uhr: Koalition einigt sich auf Kompromiss zum Verfassungsschutz +++

Union und SPD haben nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ihren Streit um mehr Befugnisse für das Bundesamt für Verfassungsschutz beigelegt. Das Kölner Bundesamt soll mehr digitale Kompetenzen im Kampf gegen Extremisten erhalten, wie Seehofer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben) sagte. Auf Drängen der SPD gab Seehofer demnach aber die Forderung nach einer Online-Durchsuchung auf. 

+++ 5.46 Uhr: Biden sichert sich offiziell Nominierung der US-Demokraten +++

Der Demokrat Joe Biden hat sich nach eigenen Angaben die nötigen Stimmen für die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei gesichert. Damit kann es nun als sicher gelten, dass er bei der Wahl am 3. November für die Demokraten gegen den Republikaner Donald Trump antreten wird, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht. Biden erklärte in der Nacht zum Samstag, mit den Erfolgen bei den jüngsten Vorwahlen habe er sich nun mehr als die nötigen 1991 Delegiertenstimmen für die Nominierung der Partei gesichert. 

Er werde sich als Präsident darum bemühen, das Land nach den polarisierenden Jahren unter Trump zu einen, versprach Biden. Er werde die Wirtschaft stärken und für Chancengleichheit kämpfen, erklärte der 77-Jährige weiter. Biden war zuletzt unter Präsident Barack Obama Vizepräsident gewesen. 

+++ 4.32 Uhr: Hollywood darf ab kommender Woche wieder Filme drehen +++

In Hollywood dürfen ab kommender Woche wieder Filme gedreht werden. Die Film- und Fernsehstudios in Los Angeles dürfen nach dreimonatiger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie ab dem 21. Juni ihren Betrieb wieder aufnehmen, wie die Regierung des Bundesstaats Kalifornien am Freitag mitteilte. Schauspieler und Aufnahmeteams müssen sich aber weiter an strikte Auflagen halten. Alle Dreharbeiten müssen zudem von den Gesundheitsbehörden der Bezirke genehmigt werden.

In Kalifornien stehen die Filmkameras seit Mitte März still. Ob die Behörden in Los Angeles schon kommende Woche wieder Dreharbeiten in den großen Hollywood-Studios genehmigen, ist aber unklar. In Los Angeles wurden die Hälfte aller Infektions- und Todesfälle in Kalifornien verzeichnet.

+++ 4.03 Uhr: Umfrage: Corona könnte stärker spalten als Flüchtlingskrise +++

Eine Mehrheit der Deutschen glaubt laut einer neuen Studie, die Corona-Pandemie könne das Land stärker spalten als die Flüchtlingskrise. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" hervor. Demnach gaben knapp 60 Prozent der Befragten an, sie glaubten, die Corona-Krise könne zur stärksten Polarisierung der Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren führen. Nur rund 27 Prozent glaubten das nicht oder eher nicht, gut 13 Prozent waren in der Frage unentschieden.

+++ 3.30 Uhr: Bolsonaro droht mit Austritt Brasiliens aus der WHO +++

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat mit einem Austritt seines Landes aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gedroht. Bolsonaro sagte am Freitag vor Journalisten, seine Regierung analysiere gerade den WHO-Austritt der USA, den US-Präsident Donald Trump vor einer Woche verkündet hatte. "Entweder die WHO arbeitet ohne ideologische Voreingenommenheit oder wir gehen auch", sagte Bolsonaro. Und weiter: "Wir brauchen keine Leute von außerhalb, die uns Tipps bei der Gesundheit hier geben."

Trump hatte am Freitag vergangener Woche den Bruch seines Landes mit der WHO verkündet. Im Streit um den Umgang mit der Corona-Pandemie hatte er bereits Mitte April die US-Zahlungen an die WHO eingestellt. Trump wirft der UN-Unterorganisation "Missmanagement" sowie Einseitigkeit zugunsten Chinas vor, das als Herkunftsland des neuartigen Coronavirus gilt.

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum neuen Zentrum der Pandemie. Die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten ist auf über 646.000 gestiegen. Mehr als 35.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

+++ 1.32 Uhr: Facebook löscht Konten mehrerer rechtsextremer Gruppen +++

Facebook hat in den USA dutzende Konten rechtsextremer Gruppen gelöscht, die nach Angaben des Online-Netzwerks zu Gewalt bei den Anti-Rassismus-Protesten aufgerufen haben. Die Gruppen hätten ihre Mitglieder und Unterstützer dazu aufgefordert, zu den Protestaktionen gegen den Tod des Afroamerikaners George Floyd zu gehen, erklärte der Facebook-Manager Brian Fishman am Freitag. In einigen Fällen hätten sie sogar vorgehabt, bewaffnet zu den Protesten zu gehen.

Die gelöschten Konten standen nach Angaben von Facebook mit den rechtsextremen Gruppen Proud Boys und American Guard in Verbindung, die von Facebook und dem zugehörigen Instagram schon zuvor gesperrt worden waren. Sie hatten demnach aber versucht, auf die Plattformen zurückzukehren. Facebook versuchte daraufhin, auch ihre neuen Konten zu identifizieren.

+++ 1.04 Uhr: Seehofer: Bundesligaspiele mit Zuschauern in neuer Saison denkbar +++

In der neuen Saison der Fußball-Bundesliga könnte es nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auch wieder Spiele vor Zuschauern geben. In einem am Samstag veröffentlichten Interview für die Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte Seehofer, er gehe zunächst von reduzierten Zuschauerzahlen aus. Erst sollte jedoch die laufende Saison zu Ende gespielt werden.

"Ich habe schon die Zuversicht im Herzen, dass wir in der neuen Saison nach und nach wieder Publikum zulassen können. Nicht sofort, nicht wie vor dem Corona-Ausbruch, aber mit reduzierten Zuschauerzahlen und so, dass die Abstände zwischen den Stadionbesuchern eingehalten werden", sagte Seehofer. "Wir werden hier - wie in anderen Bereichen auch - kluge Lösungen finden, bei denen wir Lebensfreude und Infektionsschutz miteinander vereinen", fügte der Bundesinnenminister hinzu.

+++ 0.18 Uhr: Kanadas Premierminister Trudeau geht bei Protest auf die Knie +++

Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist bei einem Protest gegen Rassismus nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd aus Solidarität auf die Knie gegangen. Trudeau war gemeinsam mit Bodyguards, alle mit Masken, zu der Demonstration in der kanadischen Hauptstadt Ottawa erschienen, wie kanadische Medien berichteten. 

Der Premierminister hörte demnach einigen Rednern zu, nickte und klatschte. Als bei der Veranstaltung eine Schweigeminute eingelegt wurde, setzte Trudeau wie auch viele Menschen um ihn herum ein Knie auf den Boden und beugte seinen Kopf nach vorne. Durch die Geste wird Solidarität mit den Protesten gegen Rassismus und Polizeibrutalität gezeigt. 

+++ 0.05 Uhr: Affäre um Luxusimmobilie: Vatikan-Polizei nimmt Mittelsmann fest +++

Im Skandal um eine Luxusimmobilie in London hat die Polizei des Vatikans einen italienischen Mittelsmann festgenommen. Ihm würden Erpressung, Veruntreuung, schwerer Betrug und Geldwäsche vorgeworfen, teilte der Vatikan am Freitagabend mit. Der Haftbefehl sei im Zusammenhang mit einer Affäre um den Kauf und Verkauf einer Immobilie in der Sloane Avenue ausgestellt worden. An dem Geschäft seien auch Funktionäre des Staatssekretariats - die oberste Kurienbehörde des Vatikans -  beteiligt gewesen. 

ivi/mod / DPA / AFP