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Geisterschiffe vor Japan: Schickt Kim Jong Uns Militär nordkoreanische Fischer in den Tod?

Dieses Jahr stranden besonders viele Leichenboote an den Küsten Japans. Jetzt wurde wieder ein Schiff mit Toten entdeckt, die vermutlich aus Nordkorea stammen. Offenbar gibt es einen Grund für die hohe Zahl der Geisterwracks.

Nordkorea Boot in Japan

Nordkoreanisches Boot vor der Küste Japans. Schiff und Crew wurden Ende November aufgegriffen und mittlerweile wieder in die Heimat zurückgebracht.

An Westküste ist erneut ein verlassenes Schiff mit Toten entdeckt worden, die vermutlich aus Nordkorea stammen. Wie die japanische Küstenwache in der nördlichen Provinz Aomori  bekanntgab, handelt es sich um vier zum Teil skelettierte Leichen. Das gekenterte Holzboot war auf dem Meer entdeckt und in einen Hafen gezogen worden.

Dutzende Schiffe, voll mit Leichen

Seit Jahren werden an der japanischen Küste immer wieder Dutzende Fischerboote, teils voll mit Leichen, an Land gezogen. Die sogenannten Geisterschiffe stammen höchstwahrscheinlich aus . Insbesondere in den Wintermonaten, in denen oft stürmisches Wetter herrscht, häufen sich die Fälle. In diesem Jahr sind es jedoch so viele wie lange nicht mehr: Die japanische Küstenwache zählte bereits mehr als 100 angetriebene Fischerboote.

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Experten vermuten, dass die auffallende Häufung mit den internationalen Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests zusammenhängen. Der UN-Sicherheitsrat hat sie gerade erst erneut verschärft. So werden Lieferungen unter anderem von Benzin, Diesel und Schweröl an Nordkorea auf ein Viertel der erlaubten Menge begrenzt. Hinzu kommt ein Exportverbot auf Lebensmittel und Agrarprodukte, Maschinen, elektrische Geräte, Gesteine und einige Mineralien, Holz sowie auf . Es könnte also Lebensmittelknappheit sein, die Nordkoreas Fischer zwingt, mehr Fische zu fangen und dafür weiter auf das Japan-Meer hinauszufahren.

Nordkorea verkauft Fischereirechte an China

Die Zeitung der nordkoreanischen Arbeiterpartei, Rodong Sinmin, soll nach japanischen Berichten kürzlich die heimische Fischerei zu Höchstleistungen angetrieben haben. Allerdings soll Nordkorea aus Devisenmangel Fischereirechte im Gelben Meer, dem Japan-Meer und anderen Gebieten an chinesische Schiffe verkauft haben. Aus diesem Grunde könnten nordkoreanische Fischer nicht in eigenen nahen Gewässern fischen, berichtete Japans größte Tageszeitung "Yomiuri Shimbun". Da das nordkoreanische den Fischern aber bestimmte Fangmengen aufgezwungen habe, würden die Fischer mit ihren kleinen, für die küstennahe Fischerei gedachten Boote, bis in Japans exklusive Wirtschaftszone hinausfahren, um dort illegal Fische zu fangen.

Die kleinen Holzboote verfügen jedoch über keine modernen Navigationsgeräte, die Motoren sollen zudem in schlechtem Zustand sein. Wenn sie ausfallen, treiben die Fischer hilflos auf dem Meer ab. Da auch die Öleinfuhren von den Sanktionen betroffen sind, könnte es zudem sein, dass die ohnehin nicht sonderlich hochseetüchtigen Boote ohne ausreichend Treibstoff auslaufen. Im schlimmsten Fall treiben die Fischer so in den Tod. Auch die jetzt entdeckten Leichen auf einem 12 Meter langen Boot vor der Küste der Provinz Akita lassen vermuten, dass die Menschen schon länger tot waren.

Fischerhütte in Japan geplündert

Im vergangenen Monat hatten es acht Nordkoreaner jedoch lebend bis nach Japan geschafft. Sie hatten angegeben, auf Tintenfischfang gewesen zu sein, als ihr Motor kaputt ging. Sie baten darum, nach Nordkorea zurückkehren zu dürfen. Japan kam der Bitte diese Woche nach. In einem anderen Fall hatte Japans Polizei drei ebenfalls angetriebene nordkoreanische Fischer verhaftet. Sie sollen eine Fischerhütte auf einer unbewohnten Insel im Norden Japans, wo die Männer nach der Strandung Zuflucht gesucht hatten, geplündert haben. Gegen den Kapitän des Bootes wurde Anklage erhoben.

nik/DPA