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Unwetter: Deutscher Wetterdienst warnt vor neuen Gewittern

Tote, Sachschäden und Verkehrschaos: Heftige Unwetter haben in Deutschland Verwüstungen angerichtet. Neue Gewitter sind angekündigt. Ein Rückblick auf den Tag im stern-Newsticker.

+++ 21.38 Uhr: Gewitter im Südwesten +++

Erste Stürme und Gewitter ziehen ohne größere Schäden über Baden-Württemberg. Der Wetterdienst hatte in einigen Landkreisen - darunter die Region Stuttgart - vor extremen Unwettern gewarnt. Bis zum frühen Abend sei es aber relativ ruhig geblieben, sagt ein Polizeisprecher. Im Kreis Esslingen meldet die Feuerwehr beispielsweise umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und abgebrochene Äste. Die "Ruhepause" sei nur vorübergehend, so ein DWD-Sprecher.

+++ 19.22 Uhr: DWD warnt vor neuen Gewittern im Norden und Westen +++

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt weiterhin vor unwetterartigen Gewittern, die vor allem im Norden und Westen Deutschlands auftreten können. Aktuell bilden sich schwere Gewitter im Hochsauerland (Kahler Asten), meldet der DWD. Nach Angaben des Portals Wetter Online können sich am Abend in einem breiten Streifen vom Schwarzwald und Nordrhein-Westfalen bis zur Ostsee neue Unwetter entwickeln, die teils mit Starkregen, großem Hagel und orkanartigen Böen einhergehen können.

+++ 19.11 Uhr: Auch in anderen Städten am Mittwoch kein Unterricht +++

Neben Bochum fällt am Mittwoch auch in Essen, Neuss, Bochum, Castrop-Rauxel und Gelsenkirchen der Schulunterricht aus. "Es ist noch zu unsicher, wie die Verkehrsituation morgen sein wird", schreibt die Stadt Essen auf Twitter. In Düsseldorf bleiben ebenfalls zahlreiche Schulen geschlossen. Einen allgemeinen Unterrichtsausfall werde es jedoch nicht geben, teilte die Stadt mit.

+++ 17.39 Uhr: 17.000 Einsätze in NRW +++

In Nordrhein-Westfalen sind Polizei und Feuerwehr bislang rund 17.000 Mal ausgerückt, wie das Innenministerium in Düsseldorf mitteilt. Landesweit seien etwa 14.000 Helfer der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Sechs Menschen seien ums Leben gekommen, 67 verletzt worden, 30 von ihnen schwer. Der Sachschaden müsse noch ermittelt werden.

+++ 17.13 Uhr: Versicherer erwartet hohen Millionenschaden +++

Viele Millionen Euro Schaden hat das Unwetter bisher laut einer ersten Prognose der Provinzial-Versicherung angerichtet. "Die Schadenssumme wird alleine bei unseren Kunden deutlich über 20 Millionen Euro betragen", sagt Provinzial-Bereichsleiter Günter Mohr in Düsseldorf. Umgestürzte Bäume, Sturm, Hagel, Blitz und Regen hätten mehrere tausend Schadensfälle im Rheinland und im Ruhrgebiet verursacht - Schwerpunkte seien offenbar der Rhein-Erftkreis sowie die Städte Düsseldorf und Essen.

Nach Angaben des weltgrößten Rückversicherers Munich Re lässt sich die Höhe der Sachschäden noch nicht beziffern. "Verlässliche Schätzungen über gesamtwirtschaftliche oder auch versicherte Schäden sind immer erst einige Wochen nach solch einem Ereignis machbar", so ein Sprecher. Der AXA Konzern rechnet frühestens für Mittwoch oder Donnerstag mit ersten Schätzungen.

+++ 17.11 Uhr: WDR bestreitet zu späte Warnung +++

Der Westdeutsche Rundfunk weist den Vorwurf von dem ehemaligen ARD-Wettermann Jörg Kachelmann zurück, zu spät vor dem heraufziehenden Sturm gewarnt zu haben. "Der WDR hat am Pfingstmontag ab 6 Uhr morgens durchgehend Unwetterwarnungen und Schlechtwetterprognosen gemeldet", teilt Sprecherin Kristina Bausch in Köln mit. "Die Unwetterwarnungen, die WDR-Radios vom Deutschen Wetterdienst vorlagen, haben wir wie üblich in allen Nachrichtensendungen übernommen."

+++ 16.48 Uhr: Hagelflieger im Südwesten unterwegs +++

Im Schwarzwald sind die ersten Hagelflieger aufgestiegen. Auch in Stuttgart stünden zwei Spezialmaschinen parat, um im Fall der Fälle die Region vor schweren Hagelschäden zu schützen, heißt es von mehreren Piloten. Droht ein Gewitter mit Hagel, fliegen sie unter die Wolken und versprühen Silberjodid. Damit wollen sie die Hagelkörner kleiner halten. Allerdings ist das Verfahren wissenschaftlich umstritten. Im Labor lasse sich der Effekt nachweisen, in der Natur nur schwer, berichtet Michael Kunz vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT Karlsruhe.

+++ 16.30 Uhr: Kleiner Pandabär vermisst +++

Ein kleiner Panda wird in einem Zoo in Gelsenkirchen vermisst. Die Anlage der Tiere ist vollständig zerstört worden, teilt die Zoom-Erlebniswelt mit. Während ein Weibchen wieder eingefangen werden konnte, blieb die Suche nach dem Männchen bisher erfolglos. Kleine Pandas seien nicht gefährlich, versichert der Zoo. Dem wiedergefundenen Panda-Mädchen gehe es den Umständen entsprechend. "Sie ist sehr verschreckt, wird medizinisch versorgt und darf sich in der Veterinärstation ausruhen", erklärt der Zoo. Wegen der Sturmschäden bleibt die Zoom-Erlebniswelt zunächst geschlossen.

+++ 16.08 Uhr: TV-Sender bringen Sonderprogramme +++

Mehrere Fernsehsender ändern heute Abend ihr Programm. RTL streicht die Daily Soap "Alles was zählt" und zeigt um 19.05 Uhr stattdessen die Nachrichtensendung "RTL aktuell spezial: Sturmfront über Deutschland". Das ZDF schiebt sein Abendprogramm um zehn Minuten nach hinten und fügt um 19.20 Uhr ein "ZDF spezial" mit dem Titel "Wetterchaos in Deutschland" ein. Auch die ARD sendet um 20.15 Uhr einen 15-minütigen "Brennpunkt" mit dem Thema "Gewitterstürme über Deutschland".

+++ 15.45 Uhr: Meteorologen warnen weiterhin vor Unwetter +++

Nach Einschätzung von Wetterexperten kann es in der Nacht erneut zu Gewittern mit teilweise hoher Unwettergefahr kommen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Demnach könnten sich bereits am Nachmittag schwere Gewitter entwickeln. "Dabei kann es schweren Hagelschlag, heftigen Starkregen und orkanartige Böen oder Orkanböen geben", warnt der DWD. Ausgenommen seien höchstens der Südosten und der äußerste Nordwesten. Dort seien Gewitter aber nicht ausgeschlossen.

+++ 13.19 Uhr: Bochum schließt am Mittwoch alle Schulen +++

Auch in Bochum hat das Unwetter ein Bild der Verwüstung hinterlassen. Die Verkehrslage ist weiterhin stark eingeschränkt, nur wenige Busse und Bahnen fahren. Öffentliche Grünanlagen, Parks und Spielplätze sowie Friedhöfe bleiben gesperrt. Außerdem fällt am Mittwoch der Unterricht an allen Schulen aus, teilte die Stadt auf Twitter mit.

+++ 12.44 Uhr: Gabriel sagt Rede in Essen ab +++

Wegen Verkehrsproblemen, ausgelöst durch das schwere Unwetter, muss Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) seine Rede auf einer Tagung in Essen absagen. Auch Nordrhein-Westfalens Minister für Stadtentwicklung, Michael Groschek (SPD), kann deshalb nicht kommen. Bei der Veranstaltung auf der stillgelegten Zeche Zollverein sprechen Experten und Politiker über die Zeit nach dem Ende des deutschen Steinkohlebergbaus im Jahr 2018.

+++ 12.39 Uhr: Schaden könnte zweistelligen Millionenbetrag erreichen +++

Nordrhein-Westfalen kann die Schäden durch das schwere Unwetter noch nicht genau beziffern. "Wir müssen damit rechnen, dass der Schaden insgesamt auf einen zweistelligen Millionenbetrag hinausläuft", sagt NRW-Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf. Genauere Schätzungen seien wohl erst in einigen Tagen möglich. "Das war eines der schwersten Unwetter der letzten 20 Jahre in NRW", so Jäger.

+++ 11.37 Uhr: Bahn warnt vor Verspätungen +++

Auch am Vormittag kämpft die Bahn weiter mit den Folgen des Unwetters. Die Ost-West-Verbindungen Dortmund-Essen-Düsseldorf-Köln sowie Dortmund-Gelsenkirchen-Duisburg sind noch immer gesperrt, teilt ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin mit. Wann wieder alles planmäßig laufe, könne man noch nicht sagen. Die Bahn empfiehlt Fahrgästen, sich auf bahn.de oder über das Kundentelefon 0180/6996633 zu informieren. Reisende sollten sich auf Verspätungen einstellen.

+++ 10.13 Uhr: Jörg Kachelmann wettert gegen WDR +++

Der frühere ARD-Wetterexperte Jörg Kachelmann hat auf seinem Blog schwere Vorwürfe gegen den WDR und dessen Intendanten Tom Buhrow erhoben. Es sei schon lange vorher klar gewesen, dass ein sehr schwerer Sturm heraufziehe und Menschleben gefährdet seien. Der WDR habe es aber versäumt, rechtzeitig davor zu warnen. "Durch Ihr Nichtstun sind Sie mitverantwortlich, dass Menschen verletzt und getötet wurden", schreibt Kachelmann.

+++ 9.03 Uhr: Schweres Unwetter tobt auch über Niedersachsen +++

Auch in Niedersachsen wütete die Unwetterfront. Mehrere Dachstühle gingen nach Blitzeinschlägen in Flammen auf. Außerdem kam es zu Überflutungen. Menschen wurden nach ersten Angaben der Polizei in Niedersachsen nicht verletzt.

+++ 8.41 Uhr: Meteorologen rechnen mit weiteren Gewittern +++

Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit weiteren Gewittern. Sowohl an Rhein und Ruhr als auch im Schwarzwald zögen im Laufe des Tages neue Gewitterfronten auf, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am Dienstagmorgen. Ob die Gewitter so stark würden wie in der Nacht zum Dienstag über Düsseldorf, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Er rechne jedoch mit "kräftigen" Unwettern.

+++ 8.37 Uhr: Baum erschlägt Radfahrer - jetzt sechs Tote

Die Zahl der Toten durch das Unwetter ist auf mindestens sechs gestiegen. Auch in Krefeld sei ein Mann ums Leben gekommen, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit. Der Radfahrer sei von einem umstürzenden Baum erschlagen worden. Sturmböen, Blitzeinschläge und Hagel hatten am Montagabend und in der Nacht schwere Schäden angerichtet. Drei Menschen starben allein in Düsseldorf, als eine schwere Pappel auf ein Gartenhaus stürzte.

+++ 7.59 Uhr: Chaos bei der Bahn +++

Auch Züge blieben vorsorglich in den Bahnhöfen stehen. In der Nacht wurden zwar die Strecken Köln-Bonn, Köln-Aachen, Dortmund-Hamm- Bielefeld und die ICE-Strecke Köln-Frankfurt wieder freigegeben. Alle anderen Verbindungen seien aber noch unterbrochen, teilte die Bahn am frühen Dienstagmorgen mit. Aufgrund der Schäden sei auch ein Notverkehr mit Bussen nicht möglich.

mad/kis/tis/DPA / DPA