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Verschollenes Flugzeug: An Bord saßen Passagiere mit gestohlenen Pässen

Das auf dem Weg nach Peking verschollene Flugzeug ist noch immer nicht gefunden. Ölspuren im Meer deuten jedoch auf einen Absturz hin. Fest steht: An Bord waren zwei Männer mit gestohlenen Pässen.

Zu dem vor Vietnam vermissten Passagierflugzeug haben sich offenbar zwei Unbekannte mit gestohlenen Pässen Zugang verschafft. Auf den Passagierlisten fanden sich die Namen eines Österreichers und eines Italieners, die nach Angaben der Außenministerien in Wien und Rom jedoch nicht an Bord der Malaysia-Airlines-Maschine waren.

"Unsere Botschaft erhielt die Information, dass sich ein Österreicher an Bord befand. Das war die Passagierliste von Malaysia Airlines", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Wien. Der Mann sei jedoch zu Hause gewesen. Der Pass sei ihm auf einer Thailand-Reise vor zwei Jahren gestohlen worden. Das Außenministerium in Rom teilte mit, dass sich kein Italiener in dem Flugzeug befunden habe, obwohl ein italienischer Bürger auf der Passagierliste geführt werde. Dabei handelte es sich laut einem Bericht der Zeitung "Corriere Della Sera" um einen 37-Jährigen, dessen Pass im August in Thailand gestohlen worden sei. Das italienische Innenministerium äußerte sich zu dem Bericht zunächst nicht.

Sie waren extra früh aufgestanden. Denn schon um 6.30 Uhr sollten ihre Freunde und Verwandten mit dem Flug MH370 aus Kuala Lumpur am Flughafen in Peking landen. Aber die Boeing B777-200 kam nie in Chinas Hauptstadt an. Stunden später warten die Angehörigen verzweifelt auf Neuigkeiten in einem Hotel. "Mein Sohn war erst 40 - ich wäre gerne für ihn gestorben", sagt eine ältere Frau. Aus dem Raum, in dem die Verwandten warten, schallt verzweifeltes Weinen.

China droht eine nationale Tragödie. Von den 239 Menschen in dem Flug der malaysischen Fluggesellschaft sollen mehr als 150 chinesische Staatsbürger sein. Deutsche standen nicht auf der Passagierliste. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping kündigt eine umfassende Hilfsaktion nach dem Zwischenfall an. Alle zuständigen Ministerien und Rettungskräfte würden alarmiert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilt.

Die Hoffnung schwindet

Die Boeing 777 ist über dem Südchinesischen Meer verschollen. Die Ursache ist unklar. Die Piloten hatten zuvor keine Probleme gemeldet, das Wetter war gut. Das Flugzeugwrack wurde zwar noch nicht gefunden wurde, doch Rettungskräfte haben einen Ölteppich vor der Küste Vietnams entdeckt. Dieser deutet auf einen Absturz der Maschine hindeutet. Auch wenn die Suche ausgeweitet wurde: Überlebende im Meer zu finden, wird von Stunde zu Stunde unwahrscheinlicher. An den Flughäfen von Kuala Lumpur und Peking wurden entsetzte Angehörige von Psychologen betreut.

Spekulationen um möglichen Absturz

Die Boeing 777-200 war auf dem Weg von der Hauptstadt Malaysias nach China verschollen. Etwa zwei Drittel der Passagiere sind Chinesen. Vietnamesische Behörden sprachen von einem Absturz. Die Fluggesellschaft und das malaysische Verkehrsministeriums bestätigten zunächst lediglich, dass sie auch zwölf Stunden nach dem Verschwinden des Fluges vom Radar keinen Kontakt zu der Maschine hätten. Es gab nach Angaben der Airline keinen Notruf, keine Schlechtwetterberichte und der Pilot sei ein erfahrener Mann gewesen.

"In der Region, in der die Maschine verschwand, wurde zu dem Zeitpunkt keine ungewöhnliche Wetterlage gemeldet", sagte Vietnams Vize-Verkehrsminister. Es habe keine Anzeichen gegeben, dass das Flugzeug in Not gewesen sei, sagte Malaysia-Airlines-Chef Ahmad Jauhari Yahya in Kuala Lumpur. Der Pilot sei ein erfahrener Kollege mit mehr als 30 Dienstjahren gewesen.

"Terroristischer Anschlag" möglich

"Wenn beide Piloten damit beschäftigt sind, das Flugzeug vor einem Absturz zu retten, haben sie unter Umständen keine Zeit mehr, sich bei der Bodenkontrolle zu melden", sagte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung, Axel Raab, der DPA. Er wollte über Ursachen nicht spekulieren, meinte aber: "Es könnte theoretisch ja auch ein terroristischer Anschlag gewesen sein."

Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Männer mit den gestohlenen Pässen an Bord und der Unglücksursache gibt, ist derzeit völlig unklar.

Stephan Scheuer und Andreas Landwehr, DPA / DPA