Smart-1 Crash nach Plan


Im "Lake of Excellence" hat die dreijährige Reise der Mondsonde "Smart-1" ein unsanftes, aber planmäßiges Ende gefunden: Die europäische Weltraumagentur Esa ließ die Sonde am Morgen auf den Mond aufprallen.

Spektakuläres Ende des erfolgreichen Erstfluges einer europäischen Sonde zum Mond: Nach ihrer knapp dreijährigen Forschungsreise schlug "Smart-1" am Sonntag um 7.42 Uhr MESZ mit einem "Feuerwerk" auf dem Erdtrabanten auf. Großteleskope verfolgten den Crash der 366 Kilogramm schweren Kleinsonde in der "Lake of Excellence" genannten Südregion des Mondes. Der Aufprall von "Smart-1" hinterließ einen bis zu zehn Meter breiten Krater. Erste Bilder des Canada-France-Teleskops in Hawaii zeigten einen überraschend intensiven "Flash" an der Absturzstelle, ein helles Aufleuchten des aufgewirbelten Staubes.

"Ziemlich spektakulär und am richtigen Ort" schlug die etwa kühlschrankgroße Sonde auf, sagte ein Sprecher des europäischen Raumfahrtkontrollzentrums in Darmstadt, das "Smart-1" bis zu diesem Finale mit Totalschaden gesteuert hatte. Nach dem pünktlichen Crash gab es Applaus im Kontrollzentrum ESOC. Plötzlich kamen von der Sonde keine Messdaten mehr an. Sie war mit einer Geschwindigkeit von 7200 Kilometern in der Stunde auf den erdzugewandten Absturzort zugerast.

Heller als erwartet

"Der Flash beim Einschlag war heller als erwartet", erklärte "Smart-1"-Projektleiter Bernard Foing. "Das sagt aber nichts über die tatsächliche Breite des Kraters aus." Die aufschlagende Sonde sei zunächst vom Boden abgeprallt und habe so möglicherweise diese Art Feuerwerk inszeniert. In Darmstadt werden die von Großteleskopen einlaufenden Daten zum Aufprall nun gesammelt und ausgewertet.

Ionentriebwerk erfolgreich getestet

Die etwas mehr als 100 Millionen Euro teure "Smart-1" hat einen sparsamen neuen Antrieb mit Xenon-Gas als Treibstoff getestet und eine Fülle von Informationen gesammelt. Den Forschern lieferte die Sonde die schärfsten Aufnahmen, die bisher aus einer Umlaufbahn vom Mond gemacht worden sind. Die Hightechsonde funkte genaue Daten über Mondminerale, wies erstmals Kalzium und Magnesium auf dem Trabanten nach und entdeckte am Nordpol des Mondes ein Gebiet, wo die Sonne immer scheint. Für diese Daten flog "Smart-1" 16 Monate lang auf elliptischer Bahn 300 bis 3000 Kilometer entfernt über den Mondpolen.

Zuvor hatte sich die Ende September 2003 gestartete Sonde in Spiralbahnen auf einem 100 Millionen Kilometer langen Flug gemächlich dem Mond genähert, um das solarelektrische Ionentriebwerk gründlich zu testen, das nur etwa 60 Liter Treibstoff verbrauchte. Es soll auch bei einem späteren Flug der Europäer zum Merkur zum Einsatz kommen.

DPA DPA

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