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Andreas Petzold: #Das Memo: Wladimir Putin - Comeback eines Geächteten

Mit seinem Syrien-Einsatz hat sich Putin zur Schlüsselfigur der internationalen Politik zurückgebombt. Mancher westliche Staat nimmt das wohlwollend auf. Realpolitik erzeugt eben auch moralische Kollateralschäden.

Barack Obama und Wladimir Putin stecken beim G20-Gipfel die Köpfe zusammen

Auf Augenhöhe: Barack Obama und Wladimir Putin stecken beim G20-Gipfel die Köpfe zusammen

Da saßen sie nun in der Ecke, abgeschieden an einem kleinen Tisch in der Wandelhalle, aber unter den Augen der Medien, Berater und Minister, die das G20-Treffen in Antalya bevölkerten. Die Welt sollte sehen: Barack Obama und Putin, die beiden mächtigsten Männer der Welt, tauschen sich über den Krieg gegen den Terror aus, unter vier Augen, unterstützt von einem Dolmetscher. Nur die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice durfte zuhören.

Die symbolträchtigen Fotos dieser Begegnung markieren eine Zeitenwende, denn Putin ist nun endgültig zurück auf der Weltbühne. Beim G7-Gipfel im Juni in Elmau musste er noch Zuhause bleiben. Und vor eineinhalb Jahren, als sich Putin völkerrechtswidrig der Krim bemächtigte, hatte der US-Präsident nur Spott für seinen Kontrahenten übrig. Russland sei doch "nur eine Regionalmacht“, deren Verhalten "nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche" resultiere – auch Demütigung kann ein Instrument der Weltpolitik sein. Doch der höhnische Kommentar fällt Obama nun auf die Füße. Die Fotos der beiden Präsidenten in Antalya vermitteln zumindest ein anderes Bild: Augenhöhe! Man braucht einander wieder.

An Putin führt kein Weg vorbei

Der Despot Wladimir Putin hat geschickt alle Bälle in der Luft gehalten. Mit dem Einverleiben der Krim und seiner zynischen Aggression in der Ukraine wärmte er die russische Seele und brachte das Volk hinter sich. Gleichzeitig nutzte er die Atomverhandlungen mit dem Iran erfolgreich, um der internationalen Isolation zu entkommen. So gelang Putin innen- und außenpolitische Selbstbehauptung mittels Krieg und Diplomatie, der russischen Variante einer asymmetrischen Auseinandersetzung mit dem Westen.

Dass Moskau Kampfjets nach Syrien geschickt hat, um eine Mittelmeer-Basis und Baschar al Assads Macht zu sichern, unterstreicht Putins Comeback-Ambitionen. Auch wenn es einem nicht gefällt, muss man nüchtern feststellen: Russland hat sich mit seinem Einsatz in Syrien in eine Schlüsselposition zurückgebombt. An Putin führt kein Weg vorbei. Und nach den Terror-Attacken in Paris erscheint es zwingender denn je, eine gemeinsame Strategie mit Moskau zu erarbeiten. Ganz der Staatsmann hatte Putin schon vor Wochen verlangt, der UN-Sicherheitsrat möge sich mit den "IS"-Dschihadisten befassen. Damit nahm er vorweg, was jetzt auch der französische Präsident Francois Hollande fordert. Heute schuf der Kreml-Chef schon mal Fakten: Er ordnete gemeinsame Luftschläge mit den Franzosen an. Es darf sich nur nicht Putins Hoffnung erfüllen, dass darüber die Themen Ukraine und Krim von der Tagesordnung rutschen. Hier dürfen sich Berlin, Brüssel und Washington keine Blöße geben.

Assad braucht gesichtswahrenden Exit

Alles hängt in den kommenden Monaten davon ab, ob es gelingt, einen gesichtswahrenden Exit für den Massenmörder in Damaskus zu finden. Bevor Assad Syrien nicht verlassen hat, wird sich keine verlässliche militärische Koalition gegen die Islamisten zimmern lassen. Der rigorose Krieg gegen das eigene Volk bleibt das stärkste Motiv für tausende Rebellen, gegen den Tyrannen zu kämpfen. Putin dürfte allerdings klar sein, dass er nicht ewig seine schützende Hand über Assad halten kann.

Er hat allen Grund, seine Militärmaschinerie in Syrien in eine größere internationale Allianz einzubetten: Spätestens nach dem Anschlag auf die russische Chartermaschine über dem Sinai, vermutlich das Werk der Islamisten, weiß er, wie exponiert und verwundbar Russland dasteht. Zudem morden tausende tschetschenische Männer unter der schwarzen Flagge des Kalifats, sie verfügen über Zugänge und Verbindungen nach Russland. Und während andere ausländische Kämpfer als Kanonenfutter herhalten, sind Tschetschenen nach Geheimdiensterkenntnissen die einzigen Ausländer, die in den Kommandostrukturen des IS eine wichtige Rolle spielen. Putin hat sein Land zur Kriegspartei gemacht – und ist damit ins Visier geraten. Die 224 Toten vom Sinai sind die ersten Opfer.

Moralische Kollateralschäden 

Inoffiziell haben manche westliche Staaten Russlands Syrien-Engagement unverhohlen wohlwollend aufgenommen. In Hintergrundgesprächen preisen Geheimdienste, auch der BND, die "Effizienz" der russischen Militärschläge. Sie verweisen darauf, dass Moskaus Militärberater aus vier Quellen erstklassige Informationen abschöpfen können und damit den Amerikanern teils voraus seien. Neben der eigenen Aufklärung nutzen die Russen Hinweise des syrischen Dienstes, der Iraner und der schiitischen Hisbollah. Dass die Kampfflieger mit dem roten Stern auf dem Rumpf ihre Bomben auch über Zivilisten und gemäßigten Rebellen-Verbänden abwerfen, wird mit einem "Ja, aber..." beiseitegeschoben, gleichsam als Kollateralschaden der Weltpolitik. 

Putin hat sein Ziel erreicht. Er ist wieder da. Der ehemals Geächtete wird wieder geachtet. Ausgerechnet der Mann, für den demokratisch-freiheitliche Grundrechte lästige Begleiterscheinungen der modernen Zeit sind, ist zum Anchorman der globalen Krisendiplomatie aufgestiegen. Realpolitik erzeugt eben auch moralische Kollateralschäden.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.