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Absturz der Kaczynski-Maschine: Warum der Unglücksbericht Polen und Russland entzweit

Wer ist Schuld am Absturz der polnischen Präsdentenmaschine in Smolensk vom April 2010? Der russische Abschlussbericht behauptet: Alle Beteiligten, nur nicht die Russen. Ein Fazit, das die Polen zutiefst empört.

Von Bettina Sengling

Der Ärger war da, noch bevor die erste Zeile verlesen wurde. Erst am Dienstag hatte die polnische Botschaft in Moskau erfahren, dass das internationale Luftfahrtamt in Moskau seinen Abschlussbericht zum Absturz der polnischen Präsidentenmaschine an diesem Mittwoch veröffentlichen würde. Der polnische Premier Donald Tusk weilte noch im Winterurlaub in den Dolomiten. Selbst der polnische Flugexperte Edmund Klich, der mit der russischen Behörde Monate lang zusammen gearbeitet hatte, zeigte sich überrumpelt. "Die Russen machen, was sie wollen!" schimpften Politiker in Warschau. Das russisch-polnische Verhältnis ist nun wieder da, wo es vor dem Absturz war: ganz tief am Boden. Die kurze Zeit der Annäherung nach der Tragödie von Smolensk ist endgültig vorbei.

Denn für die russischen Verantwortlichen ist klar, wer schuld an der Katastrophe vom 10. April 2010 hat: die Polen. Der Flugkapitän habe während des einstündigen Fluges von Warschau nach Smolensk unter großem psychologischem Druck gestanden, erklärte die Leiterin des Moskauer Luftfahrtamt (MAK), Tatjana Anodina. Zwar habe der Pilot begriffen, dass der Nebel über Smolensk eigentlich viel zu dicht für eine sichere Landung sei, das habe er nicht nur von den russischen Fluglotsen aus dem Tower erfahren, sondern auch von seinem polnischen Kollegen, der zuvor mit einer kleineren Maschine gelandet war. Ein russisches Transportflugzeug hatte sogar abgedreht und war nach Moskau zurückgeflogen. Auch das wusste der polnische Pilot Arkadiusz Protasiuk.

"Ich werde Ärger von Kaczynski bekommen"

Der Druck, dennoch zu landen, sei vor allem von General Andrzej Blasik ausgegangen, dem Kommandeur der polnischen Luftwaffe. Der General, der als aufbrausend galt, saß während des Fluges in der Kabine der Piloten. Nach Angaben des MAK war er an diesem Morgen zudem angetrunken: Er hatte 0,6 Promille im Blut. Die Mannschaft und Blasik hatten laut Bericht Angst vor der "negativen Reaktion des wichtigsten Passagiers": dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski. "Ich weiß nicht, aber wenn wir nicht landen, werde ich Ärger von ihm bekommen", sagte der Flugkapitän wenige Minuten vor dem Unfall. Kaczynski war auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung für polnische Stalin-Opfer in Katyn, hatte sich am Morgen verspätet und stand deshalb unter Zeitdruck.

Unter diesem Druck habe die Mannschaft deshalb eine ganze Reihe Fehler gemacht: Der Pilot habe nicht rechtzeitig entschieden, einen Ersatzflughafen in Witebsk oder Moskau anzusteuern. Er habe seine Maschine auf 100 Meter abgesenkt, ohne etwas zu sehen: Flughafen, Bäume und Häuser lagen in dichtem Nebel. Er habe auch nicht auf die lauten Alarmsignale des Bordsystems TAWS gehört, das vor Berührungen mit der Erde warnt. Er habe auch keine Landeerlaubnis vom Tower erhalten. Und schließlich habe der Pilot auch technische Fehler gemacht, er sei schlecht ausgebildet gewesen. Schließlich hätte er wissen müssen, dass ein derartiger Landeanflug nur funktioniere, wenn der Flughafen mit einem Instrumentenlandesystem ausgerüstet sei, das Landungen auch bei schlechten Sichtverhältnissen erlaubt. Doch der völlig veralterte und kleine Militärflughafen Smolensk kann damit nicht dienen.

"Der Bericht verspottet Polen!"

In Polen, wo die Pressekonferenz der Luftfahrtbehörde live im Fernsehen übertragen wurde, sind die Menschen außer sich vor Empörung. Premier Tusk brach sofort seinen Urlaub ab. "Es ist ungerecht, alle Schuld den Piloten zu geben", ließ er wissen. Jaroslaw Kaczynski, der Zwillingsbruder des verunglückten Präsidenten, polterte: "Der Bericht verspottet Polen!" Es gebe keine Beweise dafür, dass Blasik und sein Bruder auf die Piloten Druck ausgeübt hätten. Und dass der General Alkohol getrunken habe, sei nicht Auslöser für den Crash gewesen.

Für die Polen tragen nämlich auch die Russen Schuld am Unglück. "Wenn ein russischer Politiker an Bord gewesen wäre, wäre das Flugzeug sicher nicht abgestürzt", sagte ein polnischer Politiker. Nach allgemeiner Meinung in Polen hätten die Fluglotsen den Flughafen schließen müssen und auch den Senkflug nicht erlauben dürfen. Außerdem war angeblich eine Laterne an der Landebahn kaputt. 150 Seiten Anmerkungen habe die polnische Regierung zu einem ersten russischen Untersuchungsbericht nach Moskau übermittelt, monierte Premier Tusk. Doch die seien nicht berücksichtigt worden.

Tusk scheint mit seiner vorsichtigen Annäherung an Russland erst einmal gescheitert. Nach dem Unglück hatte er sich einträchtig mit dem russischen Premier Wladimir Putin an der Unglücksstelle gezeigt. Beide beteuerten damals, wie wichtig ihnen die Aufklärung des Unfalls sei. Beobachter riefen schon eine neue russisch-polnische Freundschaft aus, nach Jahrzehnte langer Eiszeit.

"Präsident ist Opfer eines Attentats geworden"

Im Land jedoch geben die konservativen Kräfte den Ton vor. Der katholische Radiosender Radio Maria verbreitet immer noch, der polnische Präsident sei Opfer eines Attentats geworden und Flugzeug in Wirklichkeit explodiert. Kaczynski warf seinem liberalen Gegner Tusk vor, die Untersuchungen der Katastrophe den Russen überlassen zu haben. Im Herbst sind Parlamentswahlen, deshalb verschärft offenbar auch Tusk den Ton Richtung Moskau.

In Wirklichkeit hatten die Fluglotsen in Smolensk keine Wahl. Nach mehrfachen Telefonaten mit Moskau warnten sie die Piloten vor der Landung, verbaten sie aber nicht. Kaczynski war ein erklärter Gegner der Russen. Hätte der Tower den Flughafen geschlossen, hätte Kaczynski dies als Affront interpretiert. Und einen Skandal wollte keiner, am diesem Morgen des 10. April 2010.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.