Absturz Warum fiel der Hubschrauber vom Himmel?


Nach dem Absturz eines Bundeswehrhubschraubers in der afghanischen Hauptstadt Kabul geht heute die Suche nach der Ursache weiter.

Nach dem Absturz eines Bundeswehrhubschraubers in der afghanischen Hauptstadt Kabul geht heute die Suche nach der Ursache weiter. Bei dem Unfall waren am Samstag sieben deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) versicherte, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Es gebe "keinerlei Hinweise auf einen Beschuss dieses Hubschraubers".

Ein Spezialistenteam aus Deutschland nahm am Sonntag in Kabul die Untersuchung der Unglücksursache auf. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nannte die Mission dort "ebenso gefährlich wie notwendig". Der Tod der Soldaten löste auch eine Diskussion über Gefahren und Ausrüstung bei dem Einsatz aus.

Vermisste Kinder wieder da

Zwei zunächst vermisste afghanische Mädchen tauchten am Sonntag wieder auf und sind wohlauf, wie das Verteidigungsministerium in Berlin berichtete. Es werde niemand mehr vermisst.

Sieben tote Soldaten

Schröder und Politiker von Grünen, CDU/CSU und FDP reagierten auf den Unfall bestürzt. Die sieben getöteten Soldaten waren an drei Standorten stationiert: Ein 53 Jahre alter Hubschrauberpilot und zwei Soldaten im Alter von 24 und 28 Jahren kamen aus Laupheim bei Ulm in Baden- Württemberg, hieß es aus dem Umfeld des Standortes. Drei andere waren beim Heeresfliegerregiment 15 im westfälischen Rheine angesiedelt. Das siebte Todesopfer ist ein 29 Jahre alter Zeitsoldat, der bei der Luftwaffe in Faßberg nahe Celle in Niedersachsen diente.

Die Opfer sollen laut Verteidigungsministerium so schnell wie möglich nach Deutschland übergeführt werden. In Kabul und auch in Deutschland werde es eine Trauerfeier geben. Die Termine standen zunächst nicht fest.

Hubschrauber "in einem einwandfreien Zustand"

Der Sprecher des deutschen Kontingents der Schutztruppe in Afghanistan, Paul-Georg Weber, hat nach dem tödlichen Hubschrauberabsturz in Kabul Kritik an der Ausrüstung zurückgewiesen. "Wir arbeiten nach den gleichen Bestimmungen, die auch für die Zivilluftfahrt in Deutschland gelten. Die Maschinen werden in den entsprechenden - hier in Afghanistan kürzeren - Intervallen gewartet", sagte er am Montag im Radio EINS. Der Unglücks- Hubschrauber sei "insofern in einem einwandfreien Zustand gewesen".

Kritik vom Bundeswehr-Verband

Der Vizevorsitzende des Deutschen Bundeswehr-Verbandes, Wolfgang Ostermeier, sagte der Zeitung "Die Welt": "Wir fliegen mit veralteter Ausrüstung." Die Bundeswehr brauche neues Material. Die FDP-Bundestagsfraktion forderte am Wochenende eine Überprüfung der Ausrüstung der Deutschen in der internationalen Afghanistan-Schutztruppe. Unions-Verteidigungsexperte Christian Schmidt (CSU) sagte: "Wer meint, durch Strecken, Streichen, Kürzen die Sicherheit der Bundeswehr aufrecht zu erhalten, ist auf dem falschen Weg."

DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker