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Afghanistan: Cheney war Ziel von Selbstmordanschlag

US-Vizepräsident Dick Cheney war das Ziel des Selbstmordattentäters, der sich beim US-Hauptstützpunkt in Afghanistan in die Luft gesprengt hat. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zum dem Anschlag. Cheney blieb unverletzt, doch mehr als 20 Menschen starben.

US-Vizepräsident Dick Cheney ist bei seinem Besuch in Afghanistan einem Anschlag entgangen. Zu dem Selbstmordattentat vor den Toren des wichtigsten US-Luftwaffenstützpunkts im Land bekannten sich die islamistischen Taliban. Der Anschlag habe Cheney gegolten, sagte ein Taliban-Sprecher. Bei der Explosion starben nach Angaben der Nato mindestens zwei ausländische Soldaten, ein Vertragsarbeiter der US-Regierung sowie der Attentäter. Die örtliche Polizei ging zunächst von zehn Todesopfern aus.

Der Anschlag ereignete sich vor einer Sicherheitsschleuse außerhalb des Luftwaffenstützpunkts Bagram, etwa 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul. Der Attentäter habe sich unter Tagelöhner gemischt, die vor der Anlage auf Arbeit gewartet hätten, berichtete ein Polizist vom Anschlagsort.

Bei dem Anschlag wurden der Nato zufolge 23 Menschen verletzt. Einer der getöteten Soldaten sei US-Amerikaner gewesen. Der zweite Soldat kam aus Südkorea, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte. Er habe zum Zeitpunkt des Anschlags vor dem Hauptportal des Stützpunktes Wache gestanden. Südkorea hat etwa 150 Soldaten in Afghanistan stationiert. Im Norden des Landes sind auch Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

Treffen mit Karsai

Kurz nach dem Anschlag kam Cheney wie geplant in der Hauptstadt zu Gesprächen mit Präsident Hamid Karsai zusammen. Das Treffen war ursprünglich bereits für Montag vorgesehen gewesen, wurde jedoch verschoben. Cheneys Besuch war vor seiner Anreise aus Islamabad geheim gehalten worden. Mit der Delegation des US-Vizepräsidenten reisende Journalisten berichteten, sie seien erst auf den Anschlag aufmerksam geworden, als das Militär für etwa 20 Minuten die höchste Alarmstufe für den Stützpunkt ausgerufen habe.

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar wurden Augenzeugen zufolge mehrere Menschen getötet und verletzt. Mindestens zwei der Toten seien Zivilisten gewesen, berichteten die Zeugen.

Reuters / Reuters