HOME

Alternativer Nobelpreis für Erwin Kräutler: Amazonas-Bischof kämpft für indigene Völker

Gleich vier Preisträger teilen sich in diesem Jahr den Alternative Nobelpreis: Ein Umweltschützer aus Nigeria, israelische Ärzte, eine Organisation in Nepal und ein katholischer Priester.

Für ihren Einsatz für Menschenrechte und den Umweltschutz sind am Montag Aktivisten aus Nepal, Nigeria, Brasilien und Israel mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Geehrt wurden von der Stiftung für den "Right Livelihood Award" im schwedischen Parlament der gebürtige Österreicher und seit Jahren in Brasilien tätige Bischof Erwin Kräutler, der nigerianische Umweltaktivist Nnimmo Bassey, Vorsitzender von Friends of the Earth International, der Nepalese Shrikrishna Upadhyay für seinen Kampf gegen die Armut in seinem Land und die Organisation Ärzte für Menschenrechte Israel (Physicians for Human Rights Israel; PHRIA). Sie teilen sich ein Preisgeld von 200.000 Euro.

Der "Right Livelihood Award" soll Personen und Initiativen ehren, die bei der Vergabe der Nobelpreise nicht beachtet werden. Begründet wurde der Preis 1980 von dem schwedisch-deutschen Philanthropen Jakob von Uexküll.

Der römisch-katholische Bischof Kräutler, der die österreichische und brasilianische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde für seinen unermüdlichen Einsatz für die Rechte der brasilianischen Ureinwohner und den Schutz des Amazonas-Regenwaldes ausgezeichnet. Kräutler sei es zu verdanken, dass die Rechte der Ureinwohner seit 1980 auch in der brasilianischen Verfassung verankert seien, erklärte die Jury bei der Bekanntgabe der Preisträger im September. Der Bischof erklärte am Montag auf einer Pressekonferenz, er akzeptiere die Auszeichnung "im Namen all jener, die heute mit mir kämpfen - für die indigenen Völker, für Amazonien und für die Menschenrechte".

Auszeichnung für Kampf gegen Armut in Nepal

Zur Ehrung Basseys, der auch Leiter der Umweltorganisation Environmental Rights Action in Nigeria ist, erklärte die Stiftung, der Aktivist stelle sich "den Praktiken der multinationalen Konzerne in seinem Land und der von ihnen verursachten Umweltzerstörung" entgegen. Zudem habe er die für Mensch und Natur schrecklichen Folgen der Ölförderung aufgezeigt und mit seinem Engagement die Umweltschutzbewegung in seinem Land und weltweit weiter vorangetrieben. Es sei an der Zeit für die Völker der ganzen Welt, "zusammenzustehen und sich zerstörerischen Unternehmensinteressen zu widersetzen, um unseren Planet zu verteidigen und eine gesunde Zukunft zu bauen", sagte Bassey am Montag.

Der Entwicklungshelfer Upadhyay wurde für seinen unermüdlichen Kampf gegen die Armut in Nepal "selbst angesichts der Bedrohung durch politische Gewalt und Instabilität" geehrt. Upadhyay gründete die Organisation Support Activities for Poor Producers of Nepal, mit deren Hilfe Hunderte von Wassersystemen, Straßen und Schulen gebaut werden konnten.

Die Organisation PHRIA erhielt den Alternativen Nobelpreis für ihren "unbeugsamen Geist" bei ihrem Engagement für das Recht auf Gesundheit für alle Israelis und Palästinenser. PHRIA wurde 1988 gegründet und ermöglicht den Menschen vor Ort mittels mobiler Krankenhäuser Zugang zum Gesundheitswesen.

DAPD/AFP