HOME

Anna Politkowskaja: Die Unbestechliche

Sie galt als engagierteste Journalistin Russlands. Immer wieder nahm sie sich der Themen an, die anderen zu gefährlich erschienen. Dann wurde Anna Politkowskaja ermordet. Das Porträt einer Frau, für ihre Überzeugungen starb.

Von Andreas Albes

Anna Politkowskaja saß auf dem Boden des Fahrstuhls, als wäre sie nur erschöpft zusammen gesunken. Die Beine angewinkelt, den Kopf auf der Brust und leicht zur Seite geneigt. Blut war kaum zu sehen, etwas an der Schläfe und auf dem braunen Linoleum vor ihren Füßen. Die Erste, die sie so entdeckte, war ein 14-jähriges Mädchen. Es hatte den Lift in den siebten Stock gerufen. Als sich die Türen öffneten, erschrak es beim Anblick des leblosen Körpers und rannte die Treppe hinunter. Danach drückte eine Rentnerin in der achten Etage den Fahrstuhlknopf. Sie erkannte Politkowskaja nicht sofort, denn die Haare waren ihr ins Gesicht gefallen. Die alte Dame wollte den Puls fühlen, zögerte jedoch, ging zurück in die Wohnung, um ihre Tochter zu holen. Erst der fiel die Waffe auf, die neben der Leiche lag.

Mit der Makarow, einer Armeepistole Kaliber 9,2 Millimeter, wurde am 7. Oktober die profilierteste Journalistin Russlands erschossen. Zuvor waren bereits zwölf Kollegen umgebracht worden oder auf mysteriöse Weise gestorben, seit Wladimir Putin vor sechs Jahren Präsident wurde. Und doch ist ihr Fall etwas Besonderes. Denn seit jenem 7. Oktober konnte der Westen nicht mehr darüber hinwegsehen, wie gefährlich es ist, in Putins Russland eine andere Meinung zu haben. Anna Politkowskaja hatte stets vor den finsteren Seiten des Systems gewarnt. Sie kämpfte für ein freieres, ein menschlicheres Russland. Und wurde dadurch selbst zum Opfer.

Sie wollte den Mördern zuvorkommen

Vermutlich war sie nicht einmal überrascht, als der Mörder vor ihr stand. Sie lebte in ständiger Furcht vor diesem Moment. In den letzten Monaten hatte sie oft an Selbstmord gedacht. Sie wolle den Tätern zuvorkommen, vertraute sie ihrer Schwester und ihrem Literaturagenten in London an. Das Buch, an dem sie schrieb, sollte fünf Geschichten erzählen, wie sie dem Tod entkommen war. Titel: "Mord erlaubt".

Noch am Abend der Tat wurde das Manuskript von der Miliz beschlagnahmt. Nun liegt es im maroden Plattenbau der Moskauer Generalstaatsanwaltschaft, achter Stock, "Abteilung für besonders wichtige Aufgaben". Die Tat rekonstruierten die Beamten wie folgt: Am 7. Oktober verließ Anna Politkowskaja früh nachmittags ihre Wohnung in der Moskauer Innenstadt. Sie machte ein paar Erledigungen für ihre Tochter, die gerade ihr Apartment renovierte, fuhr mit ihrem Lada zum Supermarkt "Ramstor" und ging in eine Apotheke. Gegen 16 Uhr kam sie wieder nach Hause. Die ganze Zeit folgten ihr mindestens vier Personen. Die Überwachungskamera des Supermarkts zeichnete unter anderem eine etwa 30-jährige Frau mit Sonnenbrille auf.

Auch der Mörder wurde gefilmt: ein hagerer, dunkel gekleideter Mann; das Gesicht ist wegen einer Baseballkappe kaum zu erkennen. Er wartete vermutlich auf dem Treppenabsatz zwischen der ersten und zweiten Etage - die Miliz fand an der Stelle ungewöhnlich viele Kippen. Mit zwei Tüten in der Hand nahm Anna Politkowskaja den Lift in den siebten Stock zu ihrer Wohnung. Erst als sie wieder ins Erdgeschoss fuhr, um die restlichen Einkäufe zu holen, und sich der Fahrstuhl öffnete, fielen die Schüsse.

Eine Kugel verfehlte Politkowskaja

Wegen der mangelnden Treffsicherheit bezweifeln die Ermittler, dass es sich um einen Profikiller handelte. Er feuerte fünfmal, aus zwei Meter Entfernung; ein Schuss verfehlte sein Ziel, einer traf die Schulter, zwei drangen in die Brust ein. Die letzte Kugel, ein so genannter Kontrollschuss, traf die Schläfe. Anhand der ballistischen Untersuchung konnte die Herkunft der Tatwaffe geklärt werden. Aus der Makarow mit Schalldämpfer war Mitte der 90er Jahre ein Mann erschossen worden, während eines Bandenkriegs auf Moskaus Märkten.

25 Millionen Rubel Belohnung, etwa 730.000 Euro, hat die "Nowaja Gaseta", die Zeitung, für die Anna Politkowskaja arbeitete, zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Die Summe stammt von einem reichen Geschäftsmann, der vor einem halben Jahr als Aktionär bei dem regierungskritischen Blatt eingestiegen ist. Ein paar Tausend Euro wurden bereits ausbezahlt, für Hinweise, die aber wenig halfen. Die Spekulationen um Täter und Auftraggeber sind nicht weniger wild als die nach dem Giftmord an dem Ex-Agenten Alexander Litwinenko in London. Kremltreue Medien sehen gar einen Zusammenhang: Der nach Großbritannien geflüchtete Ex-Oligarch Boris Beresowskij habe beide Morde in Auftrag gegeben, um den russischen Präsidenten zu diskreditieren.

Besonders bedeutend erscheint vielen das Todesdatum - Wladimir Putins 54. Geburtstag. War der Mord eine Art Geschenk? Putin kommentierte die Tat: Politkowskajas Tod habe seiner Regierung mehr geschadet als ihre Berichterstattung. Bei seinem Deutschlandbesuch wurde er mit "Mörder! Mörder!"-Rufen empfangen.

Enormer Ermittlungsaufwand

Die Staatsanwaltschaft ermittelt mit unerwartetem Aufwand. Dutzende Beamte sichteten 300 Stunden Videomaterial, hörten sich zahllose, vom Geheimdienst FSB mitgeschnittene Politkowskaja-Telefonate an, analysierten mehr als 500 ihrer Artikel und vernahmen jeden, dessen Namen sie in ihren Notizen fanden. Erste Indizien führten nach Nischnewartowsk in Sibirien. Dort wurden zwei per Haftbefehl gesuchte Männer gesehen, von denen man seit langem annimmt, dass sie sich an der Journalistin rächen wollten. Es sind Ex-Offiziere der Polizei-Spezialeinheit Omon. Sie werden beschuldigt, vor fünf Jahren an der Verschleppung und Folterung eines Studenten in Tschetscheniens Hauptstadt Grosnyj beteiligt gewesen zu sein, der blutüberströmt, mit abgerissenem Ohr in einem Keller der Miliz lag und danach spurlos verschwand. Politkowskaja hatte den Fall aufgedeckt. Vor dem Prozess erhielt sie Morddrohungen und versteckte sich einen Monat in Österreich. Ein Omon-Offizier wurde zu elf Jahren Lagerhaft verurteilt, zwei weitere Verdächtige konnten untertauchen.

Anna Politkowskaja ist bereits die dritte Journalistin der "Nowaja Gaseta", die eines unnatürlichen Todes starb. Im Sommer 2000 wurde der 42-jährige Igor Domnikow vor seinem Haus erschlagen, und vor drei Jahren erlag der stellvertretende Chefredakteur Jurij Schtschekotschichin, 53, einer rätselhaften Krankheit; vieles deutet auf Vergiftung hin. In beiden Fällen wurde nie ein Täter gefasst. Nach Politkowskajas Tod stellte die "Nowaja Gaseta" eine vierköpfige Mannschaft zusammen, um sich selbst auf die Suche nach den Mördern ihrer Kollegin zu machen. Bei den Journalisten gehen viele Hinweise ein, die zu Tschetscheniens Premierminister Ramsan Kadyrow führen.

"Eine verfluchte Frau"

Der hasste die kritische Journalistin. In einer Kabinettssitzung nannte er sie "eine verfluchte Frau!" Anna Politkowskaja hatte Kadyrow zwei Tage vor ihrem Tod in einem Radiointerview als "den Stalin unserer Zeit" bezeichnet. Sie sagte: "Ich will ihn auf der Anklagebank sehen. Und ich habe Beweise, die dies ermöglichen."

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um einen Film, aufgenommen mit einem Handy. Er zeigt eine Szene auf einem Marktplatz in Tschetschenien: Es ist Winter, bewaffnete Soldaten in den Uniformen der Kadyrow-Truppe schlagen mit Gewehrkolben auf mehrere Personen ein. Eine bleibt am Boden liegen, jemand tritt ihr gegen den Kopf, der nur noch leblos hin und her wackelt. Schließlich steigt aus einem weißen Wagen ein gepflegter Mann mit braunem Mantel, sein bärtiges Gesicht hat große Ähnlichkeit mit Kadyrows; er gibt ein paar Anweisungen, worauf der leblose Körper in einem Kofferraum verstaut wird. Der Film liegt nun bei der Staatsanwaltschaft.

Tschetschenien, die kleine, von zwei Kriegen zerstörte Republik im Kaukasus, beschäftigte Anna Politkowskaja mehr als jedes andere Thema. Sieben Jahre lang. Ihre Artikel erzählen von so bestialischen Morden und so barbarischer Folter, dass die Schilderungen oft mittendrin abbrechen. "Weitere Details möchte ich aussparen", schrieb sie dann, "sie sind zu grausam."

Anna Politkowskaja war 48, groß, schlank, mit hohen Wangenknochen und markanten Augenbrauen. Sie liebte es, auch mal hohe Absätze und geschlitzte Röcke zu tragen. Andererseits besaß sie nie einen Pelzmantel, sonst für Russinnen obligatorisch. Sie sagte: "Ich kann doch diesen ganzen armen Leuten, die ich treffe, nicht im Pelz gegenübertreten." Manchmal flog sie jeden Monat für ein paar Tage Richtung Tschetschenien. Trotz Sperrstunde reiste sie nachts, bewaffnete Führer lehnte sie ab, manchmal ließ sie sich im Kofferraum an Checkpoints vorbeischmuggeln, sie übernachtete auf Armeestützpunkten ohne Duschen und mit Mannschaftstoiletten nur für Männer.

Täglich bekam sie Schmähbriefe

Aufgrund ihrer Artikel wurden mehr als 30 Strafverfahren eingeleitet. Putins stellvertretender Stabschef zählte sie angeblich zu den "Unverbesserlichen", von denen die politische Arena "gesäubert" werden müsse. Die Nationalistische Partei Wladimir Schirinowskis setzte sie auf eine Liste "der größten Feinde des russischen Volkes". Tag für Tag bekam sie Schmähbriefe, manchmal mit gebrauchten Kondomen darin. Das Boulevardblatt "Komsomolskaja Prawda" fragte nach ihrem Tod: "Wer war Anna Politkowskaja? Russlands Gewissen oder Agentin des Westens?" Die furchtlose Heldin war sie nur im Ausland. Dort wurde sie mit Preisen überhäuft: "Courage in Journalism Award", "Olof-Palme-Preis", "Hermann-Kesten-Medaille", "Lettre Ulysses Auszeichnung". Die Liste ist lang.

Berühmt wurde sie im Oktober 2002, als tschetschenische Terroristen in Moskau die Zuschauer des Musicals "Nord-Ost" als Geiseln nahmen. Man sah im Fernsehen vor laufenden Kameras, wie sie auf das Dubrowka-Theater zuging, um zu verhandeln. Sie brachte die Geiselnehmer fast so weit, aufzugeben. Trotzdem ließ Präsident Putin den Zuschauersaal stürmen. Alle Terroristen wurden erschossen. 129 Geiseln starben an dem eingesetzten Betäubungsgas.

Als das brutale Vorgehen in der russischen Bevölkerung auf breite Zustimmung stieß, notierte Politkowskaja voller Enttäuschung: "Wie sind wir verroht! So verroht, dass einem schlecht wird. Die soziale Apathie unserer Gesellschaft ist grenzenlos und garantiert, dass das Volk Putin auch in den nächsten Jahren alles straflos durchgehen lässt."

"Sie war eine von uns"

"Nord-Ost" blieb ihr zweites Thema. Bis zu ihrem Tod traf sich Politkowskaja regelmäßig mit trauernden Angehörigen. Manche riefen nachts bei ihr an, wenn sie in ihrer Verzweiflung an Selbstmord dachten. Dann setzte sie sich in ihren alten Lada und fuhr zu ihnen. "Sie war eine von uns", sagt Elena Baranowskaja, die der Geiselhölle entkam, aber ihren Mann und ihren 19-jährigen Sohn verlor.

Einmal sammelten die "Nord-Ost"-Angehörigen Geld und kauften der Journalistin ein hübsches Kaffeeservice, als Dankeschön für die unermüdliche Hilfe. Auf einer kleinen Feier bei Elena Baranowskaja in der Küche wollten sie es überreichen. Doch Anna lehnte das Geschenk ab, als Journalistin nehme sie generell nichts an. Als sie sich verabschiedete, rannte ihr noch jemand nach und schaffte es, das Paket auf den Rücksitz ihres Wagens zu legen. Am nächsten Tag rief Anna Politkowskaja bei Elena an und sagte: "Es steht bei mir auf dem Flur. Und wenn ihr es nicht abholt, wird es dort ewig stehen bleiben."

Sie hielt sich an ihre Prinzipien, manchmal bis zur Starrsinnigkeit. Und sie war diszipliniert. Sie rauchte nicht, trank nicht, ging regelmäßig joggen. Jeden Morgen stand sie um sieben auf, auch an den Wochenenden; spätestens um halb acht musste ihr verschmuster Bloodhound Van Gogh ausgeführt werden. Der 28-jährige Sohn Ilja und die Tochter Vera, 26, erinnern sich, wie ihre Mutter sie als Kinder sogar in den Ferien verdonnerte, Rechenaufgaben zu lösen, Aufsätze zu schreiben und Gedichte zu lernen. Und jeden Tag mussten sie Geige spielen. Andererseits durften sie in Jeans und Turnschuhen zur Schule gehen statt in der damals noch vorgeschriebenen Schuluniform. Wenn sich die Lehrer beschwerten, erwiderte Anna Politkowskaja nur kühl: "Ich halte nichts davon, Kinder in Uniformen zu stecken."

Tochter eines Diplomaten

Sie stammte aus einer sowjetischen Diplomatenfamilie. Ihr Vater arbeitete lange bei den Vereinten Nationen in New York. Während jener Zeit wurde sie geboren, deshalb besaß sie einen amerikanischen Pass. Als Teenager lieferte sie sich mit ihren Eltern erbitterte Redeschlachten über Sinn und Unsinn des Sozialismus. Sie studierte Journalismus an der Moskauer Universität, wo sie ihren Mann Alexander kennenlernte. Er wurde während der Perestrojka ein bekannter Fernsehmoderator. Die beiden hatten geheiratet, als sie mit 19 schwanger wurde. Es war eine Ehe voll von erbittertem Streit. Am Ende betrat Alexander Politkowski nachts die Wohnung erst, wenn im Schlafzimmer kein Licht mehr brannte. Seit ihrer Trennung vor mehr als zehn Jahren hielt es Anna Politkowskaja in keiner Beziehung mehr lange aus. Sie sagte: "Jeder Mann will mir doch nur vorschreiben, wie ich zu leben haben. Das entscheide ich lieber allein." Konnte sie ihren Willen nicht durchsetzen, brüllte sie, weinte, warf sogar mit Tellern.

Im Sommer verbot ihr Dmitrij Muratow, Chefredakteur der "Nowaja Gaseta", weitere Dienstreisen nach Tschetschenien. Er sagt: "Wir hatten Angst um Anna. Wir wollten nicht noch einen Kollegen verlieren". Tagelang redete Anna nicht mit ihm. Als er im Urlaub war, ging sie in die Redaktionskonferenz und erklärte den Kollegen, es sei unerlässlich, das Verbot außer Kraft zu setzen. Nach einer heftigen Diskussion saß sie tags darauf im Flugzeug.

Für viele sah es so aus, als ob sie alle Gefahren ignorierte. Doch seit sie im September 2004 auf dem Weg nach Beslan vergiftet wurde, lebte sie in Wahrheit in ständiger Angst. Es scheint gesichert, dass ihr ein FSB-Agent während des Fluges etwas in den Tee getan hatte. Wohl um zu verhindern, dass sie während der Geiselnahme von mehr als 1000 Schülern, Eltern und Lehrern als Vermittlerin auftrat wie einst bei "Nord-Ost". An den Folgen des Anschlags litt sie schwer. Ihre Speicheldrüsen waren angegriffen, ihr Blutzuckerspiegel sank immer wieder so schnell, dass sie binnen weniger Minuten ein Glas Honig auslöffelte. Wenn sie auf Reisen ging, nahm sie eimerweise selbst gekochten Brei mit. Eine Freundin riet Anna ständig, sie solle "Schluss machen mit Tschetschenien". Sie würde gegen Windmühlen ankämpfen, Russlands Jugend sei mehr an Karriere als an Menschenrechten interessiert.

Sie spürte die Hoffnungen anderer

"Du hast ja recht", sagte Anna Politkowskaja dann, "meine eigenen Kinder sind nicht anders." Das nahm sie ihnen nicht übel. Sie war stolz darauf, dass ihr Sohn seine eigene Marketing-Firma leitet und ihre Tochter das Tschaikowsky-Konservatorium abgeschlossen hatte. Als Vera im Sommer schwanger wurde, freute sich Anna Politkowskaja riesig darauf, Großmutter zu werden. Sie bekochte ihre Tochter und organisierte sofort eine Untersuchung in der besten Frauenklinik. "Sie wusste selbst, dass es Zeit war, mit Tschetschenien aufzuhören", sagt Chefredakteur Muratow. Aber dann seien wieder Menschen in die Redaktion gekommen, die erzählten, wie ihre Angehörigen gefoltert, verschleppt, ermordet wurden. Und Anna spürte, wie sehr diese Menschen in ihr die letzte Hoffnung sahen.

Für ihr neues Buch schrieb sie kurz vor ihrem Tod folgende Zeilen: "Man kann jemanden, der mit fanatischer Hingabe über die Welt berichtet, die uns umgibt, nicht aufhalten. Mein Leben mag schwer sein, öfter noch entwürdigend. Am Ende bin ich nicht mehr jung genug, um dauerhaft Ablehnung zu erfahren. Diese höhnischen Artikel, die in anderen Zeitungen über mich erscheinen und mich als die Irre von Moskau darstellen. Ich finde es ekelhaft, so zu leben. Ich würde mir ein wenig mehr Verständnis wünschen."

Generalstaatsanwalt Jurij Tschaika sagte kürzlich vor der russischen Presse, die Ermittlungen im Fall Politkowskaja verliefen erfolgreich; einige Tatversionen könnten bereits ausgeschlossen werden. "Doch man darf bei so einem Verbrechen keine schnelle Aufklärung erwarten." Die interessiert in Russland sowieso immer weniger Menschen.

print