Arafats Tod Palästinenser kündigen umfangreiche Wahlen an

Nach dem Tod von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat hat Ministerpräsident Ahmed Kureia baldige Wahlen zugesagt. Diese sollen noch vor dem 9. Januar durchgeführt werden.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia versprach in Ramallah, innerhalb von 60 Tagen ein Nachfolger Arafats wählen zu lassen, wie es das Gesetz vorsehe. "Die Präsidentenwahl wird vor dem 9. Januar stattfinden." Über das genaue Datum werde die Führung der Palästinenser entscheiden. Bereits für Dezember kündigte Kureia Kommunalwahlen an. Im ersten Quartal 2005 werde dann ein neues Parlament gewählt, sagte Kureia nach einer Unterredung mit dem außenpolitischen Koordinator der Europäischen Union (EU), Javier Solana. Seit der Wiederwahl Arafats im Jahr 1996 hat es keine Wahlen in den Palästinensergebieten mehr gegeben.

Gleichzeitig rief die palästinensische Führung die internationale Gemeinschaft zu einer Wiederaufnahme der Friedensbemühungen im Nahen Osten auf. Mit genügend Entschlossenheit könnten diese Ziele "in sehr kurzer Zeit" erreicht werden, sagte Ministerpräsident Ahmed Kureia an die Adresse der USA und Israels gerichtet. Nach dem Tod von Präsident Jassir Arafat bestehe eine einmalige Gelegenheit, die Gewalt zu beenden und mit der Planung eines palästinensischen Staates zu beginnen.

Hunderte Palästinenser ziehen zum Grab von Arafat

Einen Tag nach der Beerdigung von Präsident Jassir Arafat sind hunderte Palästinenser zu seinem Grab in Ramallah gepilgert, um sich von ihm zu verabschieden. Führende palästinensische Politiker beteten am Morgen an Arafats Ruhestätte, neben Kureia auch der neue Vorsitzende des PLO-Exekutivkomitees, Mahmud Abbas. Geschäfte und Büros im Westjordanland und im Gaza-Streifen blieben geschlossen.

Die offizielle Trauerzeit soll laut palästinensischer Autonomiebehörde drei Tage dauern. Darüber hinaus hatten die Behörden eine 40-tägige inoffizielle Trauerzeit ausgerufen. Arafat war am Freitag auf dem Gelände seines Hauptquartiers begraben worden.

AP/Reuters AP Reuters

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