HOME

Assad versichert: Syrien lässt Chemiewaffen zerstören

Nach dem Einlenken der syrischen Regierung versichert Assad nun, die Chemiewaffen des Landes zu vernichten. Das dauere aber ein Jahr und koste eine Milliarde Dollar.

Syriens Präsident Baschar al Assad hat persönlich zugesichert, die Chemiewaffen seines Landes zerstören zu lassen. Dies werde jedoch ein Jahr dauern und eine Milliarde Dollar (fast 750 Millionen Euro) kosten, sagte Assad im US-Sender Fox. Er bestritt gleichzeitig, dass sich Syrien in einem Bürgerkrieg befinde. Es sei vielmehr durch zehntausende, mit dem Terrornetzwerk al Kaida verbündete Dschihadisten angegriffen worden.

"Ich denke, dass es technisch eine komplizierte Operation ist", sagte Assad zur Chemiewaffenvernichtung. "Und dafür ist viel Geld nötig, rund eine Milliarde." Die Vernichtung brauche zudem Zeit. "Dazu ist ein Jahr nötig oder etwas mehr." Assad bekräftigte, dass seine Regierung nicht für den #link; 2052492;Giftgaseinsatz am 21. August# nahe Damaskus verantwortlich sei. Dies sei vielmehr das Werk der Aufständischen. Laut UN-Inspekteuren wurde bei dem Angriff Sarin-Gas eingesetzt. Die USA gehen von rund 1400 Toten aus.

Die USA und weitere westliche Staaten machen Assads Führung für den Chemiewaffenangriff verantwortlich. Washington und Paris haben deshalb mit einem Militärschlag gedroht. Damaskus hatte darauf einen russischen Vorschlag angenommen, sein Chemiewaffenarsenal unter internationale Kontrolle zu stellen und vernichten zu lassen. Derzeit wird im UN-Sicherheitsrat um die Details eines Plans für die Umsetzung gerungen.

Assad bittet Obama um Stop der Drohungen

Assad bestritt, dass ihn die Drohung mit einem militärischen Eingreifen dazu gebracht habe, der Vernichtung der Chemiewaffen zuzustimmen. Die sei "ein Missverständnis", sagte er. "Syrien würde sich nie einer Drohung beugen."

Der syrische Machthaber forderte US-Präsident Barack Obama aber gleichzeitig auf, seinem Land nicht mehr mit einem Militärschlag zu drohen. Er solle vielmehr "auf den gesunden Menschenverstand" seines Volkes hören. Ein Großteil der US-Bürger ist gegen ein militärisches Eingreifen in den Syrien-Konflikt oder sieht dieses skeptisch.

"Wir befinden uns nicht in einem Bürgerkrieg", sagte Assad weiter. "Wir haben einen Krieg." Es sei "eine neue Art von Krieg", in dem islamistische Rebellen aus mehr als 80 Ländern gegen seine Regierung kämpften. "Wir wissen, dass es zehntausende Dschihadisten gibt." 80 bis 90 Prozent der "Untergrund-Terroristen" gehörten "zu Al Kaida oder seinen Ablegern".

Zuständige Organisation berät sich am Freitag

Assad räumte ein, dass für den Beginn des Aufstands im Jahr 2011 syrische Rebellen ohne Verbindung zu Dschihadisten verantwortlich waren. Seit Ende 2012 seien die islamistischen Extremisten aber in der Überzahl - gefördert durch finanzielle und politische Unterstützung aus dem Ausland.

Die für die Umsetzung des Plans zur Zerstörung der syrischen Chemiewaffen zuständige Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OVCW) will am Freitag über das Vorhaben beraten. Der Exekutivausschuss der im niederländischen Den Haag ansässigen internationalen Organisation werde am Nachmittag zusammentreten, um die "Vernichtung der syrischen Chemiewaffen" zu diskutieren, teilte OVCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü mit. Dem Ausschuss gehören 41 Mitglieder an.

awö/AFP / AFP