Botschaft an Obama BP-Konkurrenten versuchen Schadensbegrenzung


Nachdem Washington einen sechsmonatigen Bohrstopp im Golf von Mexiko erlassen hat, befürchen Energiekonzerne weltweit eine Verschärfung der Vorschriften für künftige Tiefsee-Bohrungen. Nun sind die BP-Konkurrenten einem Pressebericht zufolge erstmals auf Distanz zu dem britischen Konzern BP gegangen.

Die größten Energiekonzerne gehen wegen der Ölpest vor der US-Küste einem Pressebericht zufolge erstmals auf Distanz zu dem britischen Konzern BP. Die Marktführer Exxon, Shell, Chevron und ConocoPhillips werfen dem Unternehmen vor, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei "vermeidbar" gewesen, schrieb die Wirtschaftszeitung "Financial Times" am Montag.

Entsprechend wollten sich Vorstände der BP-Konkurrenten diesen Dienstag in einer Anhörung im US-Parlament äußern. Der Zeitung zufolge wollen sie argumentieren, dass bei Befolgung "bester Branchenstandards" solche Unfälle nicht passieren könnten. Die Konzerne wollen demnach bezwecken, dass die USA und andere Länder die Vorschriften für künftige Tiefsee-Bohrungen nicht verschärfen.

Washington hatte bereits einen sechsmonatigen Bohrstopp im Golf von Mexiko erlassen. Seit Mitte April strömen dort täglich gewaltige Mengen Rohöl aus dem Bohrloch der Plattform "Deepwater Horizon", die im April explodiert war.

Wegen der Ölpest ist der BP-Konzern stark unter Druck, seine Dividende für das zweite Quartal auszusetzen. Am Montag wollte der Vorstand darüber in einer Telefonkonferenz beraten. Eine Möglichkeit ist, dass BP die Dividendenzahlung an die Aktionäre in einen speziellen Fonds verschiebt, bis die Kosten der Ölkatastrophe - wie zum Beispiel Schadenersatzforderungen - absehbar und abgearbeitet sind.

US-Präsident Barack Obama wird am Mittwoch mit dem BP-Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Henric Svanberg und vermutlich auch mit BP-Chef Tony Hayward zusammentreffen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker