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Rechtsstreit Buch von Trump-Nichte: US-Richter hebt Verfügung gegen Verleger auf

Donald Trump Buch
Das Buch von Mary Trump sorgt schon vor Veröffentlichung für großes Aufsehen
© DPA/Simon & Schuster
Ende Juli soll ein Enthüllungsbuch über die Familie von Donald Trump erscheinen – geschrieben von einer Insiderin: seiner Nichte Mary. Im Rechtsstreit um die geplante Veröffentlichung hat Trumps Bruder Robert nun einen Rückschlag erlitten.

Im Rechtsstreit um die geplante Veröffentlichung eines Buches der Präsidentennichte Mary Trump muss Donald Trumps jüngerer Bruder Robert einen Rückschlag hinnehmen. Ein Richter des Supreme Court im US-Bundesstaat New York hob am Mittwoch (Ortszeit) eine tags zuvor von einem anderen Kollegen auferlegte einstweilige Verfügung gegen den Verleger Simon & Schuster auf. Die Verfügung gegen Mary Trump bleibt jedoch zunächst in Kraft, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Eine Anhörung ist für den 10. Juli angesetzt.

Laut dem Verlag erläutert die promovierte Psychologin in dem Werk, wie ihr Onkel Donald Trump "der Mann wurde, der jetzt die Gesundheit der Welt, die wirtschaftliche Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht".

Zur Begründung seiner Klage hatte Robert Trump angeführt, dass Mary Trump mit dem Buch gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoße, die im Zusammenhang mit der Nachlassregelung ihres Großvaters, also dem Vater des Präsidenten, geschlossen worden sei. Der Präsident hat die geplante Veröffentlichung mit Verweis auf die Vertraulichkeitsvereinbarung als rechtswidrig bezeichnet.

Sehen Sie im Video: Über 124.000 Corona-Tote in den USA – doch Trump versinkt im Selbstlob. Das Coronavirus hat die USA weiter fest im Griff.  Doch Donald Trump ist der Überzeugung, dass die US-Regierung einen guten Job macht.  Bei einer Rede in Marinette im US-Bundesstaat Wisconsin spielt der US-Präsident den Ernst der Lage zum wiederholten Male herunter. Die hohen Fallzahlen in den USA seien auf eine einfache Tatsache zurückzuführen:  "Wir haben das größte Testprogramm der Welt, wir haben es über die Zeit entwickelt und wir haben beinahe 30 Millionen Tests durchgeführt. Das bedeutet, dass es bei uns auch mehr Fälle gibt. Würden wir nicht testen, gäbe es keine Fälle." Viele Experten sehen die Ursache für die Zunahme der Infektionen hingegen in den von Trump vorangetriebenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen – nicht in der Anzahl der durchgeführten Tests.  Obwohl es in den USA bereits mehr als 120.000 Corona-Todesfälle gibt – der weltweit mit Abstand höchste Wert – ist Trump voll des Eigenlobes.  "Die Todesfälle gehen zurück. Wir haben eine der geringsten Sterblichkeitsraten. Wir haben einen unglaublichen, historischen Job gemacht." Als weiteren positiven Aspekt hebt Trump die Produktion von Beatmungsgeräten in den USA hervor – nicht ohne die USA als Retter anderer Nationen darzustellen und China als Sündenbock anzuführen.  "Wir produzieren Tausende pro Woche und helfen vielen anderen Ländern. Sie rufen an, sie brauchen Hilfe. Weil dieser furchtbare Virus 188 Länder erwischt hat. Es kam aus China und traf 188 Länder. Nicht gut! Nicht gut!" Bei der Rede in Marinette nutzt Trump viele seiner gewohnten rhetorischen Strategien: Positive Selbstdarstellung, bizarre Argumentationsketten und Schuldzuweisungen.  Doch die hohen Infektions- und Todesfallzahlen in den USA lassen sich nicht mit Rhetorik in den Griff bekommen.
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In der Begründung zu seiner Entscheidung schrieb Richter Alan Scheinkman, dass Simon & Schuster nicht an der Vereinbarung beteiligt gewesen sei. Im Gegensatz zu Mary Trump habe Simon & Schuster nicht zugestimmt, "ihre Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz (zur Redefreiheit) abzutreten".

Das 240 Seiten lange Buch soll am 28. Juli erscheinen. Der Titel lautet auf Deutsch übersetzt: "Zu viel und nie genug - Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat". Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps Bruder Fred, der 1981 starb.

kng DPA

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