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Bürgerkrieg: Mehr als 100.000 Tote in Syrien

Seit 28 Monaten liefern sich Regierungstruppen und Rebellen in Syrien erbitterte Kämpfe, das Land liegt in Trümmern. Jetzt zeigen Daten der UN: Im Bürgerkrieg wurden bisher 100.000 Menschen getötet.

Im syrischen Bürgerkrieg sind nach Angaben der Vereinten Nationen mittlerweile mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Diese Zahl nannte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag in New York, wo er neue Anstrengungen für eine Friedenskonferenz forderte. Zusammen mit US-Außenminister John Kerry zeigte sich Ban überzeugt, dass es keine militärische Lösung für den seit 28 Monaten anhaltenden Konflikt geben könne.

Die bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien hatten im März 2011 mit Protesten gegen Präsident Baschar al-Assad begonnen und sich zu einem blutigen Bürgerkrieg ausgeweitet.

Oppositionsvertreter und Nichtregierungsorganisationen waren schon seit längerem davon ausgegangen, dass mehr als 100.000 Menschen im Bürgerkrieg getötet wurden. Am Freitag wollen die 15 Mitgliedsländer des UN-Sicherheitsrates bei einem informellen Treffen erstmals mit Vertretern der syrischen Opposition zusammenkommen.

Ban forderte die syrische Regierung und die Rebellen erneut auf, den blutigen Konflikt sofort zu beenden. Die anvisierte Friedenskonferenz in Genf müsse sobald wie möglich stattfinden. "Wir müssen das zu einem Ende bringen", sagte Ban.

Überprüfung auf Chemiewaffen

Demnächst erwarte er zudem einen Bericht der UN-Abrüstungsbeauftragten Angela Kane und des Giftgasexperten Åke Sellström, die am Mittwoch in der syrischen Hauptstadt Damaskus eingetroffen waren, um das Terrain für künftige Chemiewaffen-Inspektionen zu sondieren. Das Team, das Ban bereits im März beauftragt hatte, soll Vorwürfe prüfen, wonach im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt wurden.

Beide Seiten im Bürgerkrieg beschuldigen sich, mit den weltweit geächteten Waffen zu kämpfen. Das Regime in Damaskus hatte erst zu Beginn des Monats seine Bereitschaft zu Gesprächen mit Sellström erklärt. Zuvor hatte Damaskus stets abgelehnt, die von von Sellström geleitete Expertengruppe ins Land zu lassen.

anb/AFP/DPA / DPA