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Diplomatischer Streit: Assange äußert sich erstmals nach Asyl-Bewilligung

Nach der Bewilligung diplomatischen Asyls in Ecuador will Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange heute erstmals öffentlich auftreten. Seine Mutter ist zuversichlich, dass die Ausreise gelingt.

Der seit Mitte Juni in der ecuadorianischen Botschaft festsitzende Australier Julian Assange äußert sich laut Wikileaks um 15.00 Uhr MESZ. Zu den genauen Umständen machte ein Sprecher aus Sicherheitsgründen keine Angaben. Britische Polizisten bewachen die Botschaft, um den 41-Jährigen sofort festzunehmen, sollte er das Gebäude verlassen.

Gegen Assange liegt ein Auslieferungsbefehl an Schweden vor, wo ihm Sexualdelikte vorgeworfen werden. Er fürchtet aber vor allem eine Auslieferung an die USA wegen der Veröffentlichung hunderttausender vertraulicher US-Diplomatendepeschen.

Christine Assange ist guter Dinge

Trotz des Streits zwischen Großbritannien und Ecuador hat sich die Mutter von Wikileaks-Gründer Julian Assange zuversichtlich gezeigt, dass ihrem Sohn die Ausreise in das südamerikanische Land gelingt. Auf die Frage, ob sie es für realistisch halte, dass ihr Sohn es nach Ecuador schaffe, sagte Christine Assange am Sonntag dem australischen Sender ABC 24: "Ich denke, das ist sehr realistisch." Ihr Sohn habe "Milliarden" Unterstützer in der ganzen Welt und erfahre Tag für Tag mehr Zuspruch. Die USA und ihre Verbündeten stünden dagegen allein da.

Julian Assange sitzt derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Ecuador hat ihm zwar Asyl gewährt, allerdings droht Großbritannien, ihn beim Verlassen des Botschaftsgebäudes festzunehmen und nach Schweden auszuliefern. Dort werden ihm Sexualdelikte vorgeworfen. Der 41-jährige Australier fürchtet aber, anschließend an die USA ausgeliefert und dort wegen der Veröffentlichung brisanter Dokumente durch seine Enthüllungsplattform Wikileaks juristisch verfolgt zu werden. Am Sonntag will Assange erstmals nach der Genehmigung seines Asylantrags öffentlich auftreten.

Ihr Sohn sei zwar angesichts des Streits um seine Ausreise "sehr beunruhigt", aber dennoch "guter Dinge", sagte Christine Assange dem Sender ABC 24 weiter. Er wolle in Ecuador seine Arbeit als investigativer Journalist fortsetzen, aber auch das Land erkunden. "Julian ist ein begeisterter Bergsteiger", ergänzte sie. Er werde sich in Ecuador sicher fühlen und "seine Zeit dort genießen".

ivi/AFP / AFP