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Kabelkanal OANN: Statt Fox News - das ist Trumps neuer Lieblingssender

Jahrelang konnte sich der US-Sender Fox News der Zuneigung von US-Präsident Donald Trump sicher sein. Doch zuletzt war die Liebe abgekühlt. Neuer Favorit des Mannes im Weißen Haus ist ein Kabelkanal aus San Diego. Und das hat auch einen guten Grund

Donald Trump vor laufendem Fernseher in der Präsidentenmaschine Air Force One

Donald Trump vor laufendem Fernseher in der Präsidentenmaschine Air Force One. Auf dem Bildschirm läuft eine Sendung von Fox News - mittlerweile schwärmt Trump für einen anderen Kanal.

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Donald Trump und Fox News - das war in den vergangenen Jahren geradezu eine Symbiose. Doch diese Zeiten sind vorbei. Zwar wirbt der rechtslastige US-Sender weiterhin überwiegend kritiklos im Stil eines Staatsfernsehens für den US-Präsidenten, doch zumindest auf Trumps Seite ist die Beziehung abgekühlt. Stattdessen schwärmt der Präsident inzwischen für einen anderen Partner in der US-Fernsehlandschaft, der ihm noch herzlicher zugeneigt ist - den eher kleinen Sender OANN.

"Tatsächlich mache ich, wenn immer es möglich ist, @OANN an!" bekundete Trump kürzlich im Kurzbotschaftendienst Twitter. Über Fox News hingegen zog er zuletzt immer wieder her. Der Sender sei "nicht mehr das, was er mal war", moserte der Präsident im Juli, nachdem Fox News seiner Ansicht nach einen Oppositionsabgeordneten zu schonend befragt hatte.

Auch bei seiner Rückkehr vom Sommerurlaub am Sonntag machte der Präsident seinem Frust über Fox News wieder Luft: Dort sei "etwas in Gange", über das er "nicht glücklich" sei. Trotz aller Pro-Trump-Botschaften auf Fox News stellt Trump inzwischen die Loyalität des Senders aus dem Reich des Medienmoguls Rupert Murdoch in Frage.

Darum ist Trumps Liebe zu Fox News erkaltet

Dies hat vor allem zwei Gründe: Zum einen hat Fox News diverse Auftritte von demokratischen Präsidentschaftsbewerbern bei Bürgerversammlungen ausgestrahlt, zum anderen lassen die Fox-News-Umfragen Trump nicht gut aussehen. "Fox bewegt sich immer mehr auf die verlierende (falsche) Seite zu, indem es über die Dems (Kurzform für die Demokraten) berichtet", grantelte Trump im Mai.

Jüngst beschwerte sich der Präsident, seine "schlimmsten Umfragewerte" habe er immer bei Fox News bekommen. Jüngste Befragungen für den Sender ergaben, dass Trump im direkten Vergleich mit den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern Joe Biden und Bernie Sanders deutlich hinten liegt.

Über den erst seit 2013 existierenden Kabelsender One America News Network (OANN) schüttet Trump hingegen Lob aus, darunter in einer Serie von Twitter-Botschaften der vergangenen Monate. Bereits im Juni 2018 hatte Trump bei einer Pressekonferenz in Singapur nach seinem historischen ersten Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nicht nur eine OANN-Reporterin eine Frage stellen lassen, sondern dabei gleich auch noch vor der Weltöffentlichkeit ihren Sender gerühmt: "Danke für die nette Art, in der Sie uns behandeln. (...) Es ist wirklich schön, was Sie machen."

Der Sender mit Sitz im südkalifornischen San Diego wurde von dem aus der Technologiebranche kommenden Millionär Robert Herring gegründet. OANN beschreibt sich als Kanal "für unverfälschte Nachrichten" und ohne politische Meinung. Das erinnert an das "Fair und ausgewogen"-Motto von Fox News. Doch ebenso wie der Konkurrenzsender ist OANN alles andere als unparteiisch.

"Wir werden Trump niemals ausblenden"

Vielmehr setzt OANN konsequent auf eine noch Trump-freundlichere Berichterstattung als Fox News. Als Fox News sich kürzlich von einem Trump-Auftritt im Bundesstaat New Hampshire ausblendete, blieb OANN dabei: "Wir werden niemals ausblenden!" versicherte Herring persönlich in einer Twitter-Botschaft.

Der Sender-Chef beschreibt OANN als "den liebsten Nachrichtenkanal des Präsidenten". Eine Gemeinsamkeit mit Trump ist, dass OANN einer großen Nähe zu Moskau verdächtigt wird. Kritiker werfen dem Sender vor, russische Propaganda zu verbreiten.

Trumps frische Liebe zu OANN bedeutet aber nicht, dass seine alte Liebe zu Fox News völlig erloschen ist. So startet der Präsident weiterhin regelmäßig mit der Morgensendung "Fox & Friends" in den Tag - von der Sendung hat er sich immer wieder inspirieren lassen, ihr hat er auch häufig Telefoninterviews gegeben. Nicht zuletzt an der Zahl der künftigen Trump-Interviews bei Fox News wird sich abmessen lassen, wie eng die Beziehung noch ist.

Michael Mathes / AFP