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Nach Empörungswelle: Trump nennt Biden "Person mit niedrigem IQ" – und behauptet, er habe ihn damit verteidigt

Donald Trump hat auf seiner Japanreise seinen möglichen Herausforderer Joe Biden scharf attackiert und dafür Kritik auch aus den eigenen Reihen kassiert. Jetzt liefert der US-Präsident eine absonderliche Erklärung für sein Verhalten.

US-Präsident Donald Trump (l.) und Joe Biden

"Ich habe mich für die Schlafmütze Joe Biden eingesetzt": US-Präsident Donald Trump (l.) über seinen möglichen Konkurrenten im Präsidentschaftswahlkampf 2020 (r.)

AFP

Die Äußerungen brachten ihm jede Menge Kritik ein, und zwar nicht nur von der demokratischen Opposition, sondern auch von Politikern der Republikaner: Während seines Staatsbesuchs in Japan hatte US-Präsident Donald Trump den Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und ehemaligen US-Vizepräsidenten, Joe Biden, scharf attackiert und zugleich Nordkoreas Diktator Kim Jong Un verteidigt.

Donald Trump lästert über Joe Biden

"Nordkorea hat einige kleine Waffen abgefeuert, was einige meiner Leute verstörte, und andere, aber nicht mich. Ich habe Vertrauen, dass der Vorsitzende Kim sein Versprechen mir gegenüber einhalten wird", twitterte Trump am Wochenende in Tokio nach Berichten über neue nordkoreanische Raketentests. Dann folgte eine Breitseite gegen Biden: Er habe schmunzeln müssen, als Kim Joe Biden eine "Person mit niedrigem IQ" und Schlimmeres genannt habe, schrieb Trump. "Vielleicht sendet mir das ein Signal?"

Auf einer Pressekonferenz mit Japans Regierungschef Shinzo Abe berichtete Trump später erneut von Kims Beschimpfung Joe Bidens und schloss sich dieser an: "Kim Jong Un machte die Aussage, dass Joe Biden eine Person mit niedrigem IQ ist. Das ist er wahrscheinlich, laut seiner Bilanz. Ich glaube, da stimme ich ihm zu", sagte der US-Präsident.

Trump hat Biden in den letzten Wochen schon mehrfach ins Visier genommen. Seine Angriffe aus Japan sorgten aber für besondere Empörung, weil er einem Diktator sein Vertrauen aussprach, während er den Ex-Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten diskreditierte. Außerdem verletzte Trump mit seiner Attacke die ungeschriebene politische Regel, dass auf Auslandsreisen keine Innenpolitik gemacht wird.

Trumps Ausfälle "unter der Würde des Amtes"

"Es ist das Memorial-Day-Wochenende und Sie schießen gegen Biden, während Sie einen Diktator loben. Das ist einfach falsch", twitterte der republikanische Kongressabgeordnete Adam Kinzinger. Der Memorial Day ist ein Feiertag zu Ehren der im Krieg getöteten US-Soldaten.

Joe Biden steht vor blaume Hintergrund und neben einer US-Flagge und richtet sich mit der rechten Hand die Krawatte

Ähnlich sah es die Leiterin von Bidens Wahlkampagne, Kate Bedingfield. Trumps Ausfälle seien "unter der Würde des Amtes", erklärte sie. "Auf fremdem Boden zu sein, am Memorial Day, und sich wiederholt auf die Seite eines mörderischen Diktators gegen einen amerikanischen Mitbürger und ehemaligen Vizepräsidenten zu stellen, spricht für sich selbst."

Nach seiner Rückkehr nach Washington verteidigte sich Trump schließlich gegen die Kritik: "Tatsächlich habe ich mich für die Schlafmütze Joe Biden eingesetzt, während ich auf ausländischem Boden war", twitterte der US-Präsident am Dienstag. "Kim Jong Un nannte ihn einen 'Idioten mit niedrigem IQ' und viele andere Dinge, während ich aus dem Zitat des Vorsitzenden Kim ein viel weicheres 'Person mit niedrigem IQ' gemacht habe. Wer könnte sich darüber aufregen?"

Unklar ist, ob Trump sich mit seiner Antwort über seine Kritiker und Joe Biden lustig machen wollte, oder ob er sie tatsächlich ernst gemeint hat.

Donald Trump und First Lady Melania bei einem Sumoringen-Wettkampf in Tokio

Quellen: Twitter, CNN, "The Hill"