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Truppenbesuch im Irak: "Die USA können nicht weiter der Weltpolizist sein" - Trump verteidigt Abzug aus Syrien

Donald Trump hat bei einem Truppenbesuch im Irak seine Abzugspläne aus Syrien bekräftigt. Dennoch geht für ihn der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat weiter. Der Irak soll als Basis zukünftiger Einsätze dienen.         

"Es ist nicht fair, wenn die Last ganz auf uns liegt": Trump sieht keine Gründe mehr, in Syrien weitere Einsätze zu finanzieren

"Es ist nicht fair, wenn die Last ganz auf uns liegt": Trump sieht keine Gründe mehr, in Syrien weitere Einsätze zu finanzieren

AFP

Bei einem überraschenden Truppenbesuch im Irak hat US-Präsident Donald Trump seine Abzugspläne für Syrien bekräftigt. "Die USA können nicht weiter der Weltpolizist sein", sagte Trump auf dem Luftwaffenstützpunkt al Asad. Zugleich hielt sich der Präsident die Möglichkeit offen, auch künftig militärisch gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien vorzugehen. Bei seiner Rückreise in die USA legte der Präsident einen kurzen Zwischenstopp in Deutschland ein.

"Es ist nicht fair, wenn die Last ganz auf uns liegt", sagte der von seiner Ehefrau Melania begleitete Trump auf dem US-Stützpunkt in der westirakischen Provinz Anbar. "Wir wollen nicht mehr ausgenutzt werden von Ländern, die uns und unser unglaubliches Militär benutzen, um sie zu schützen. Sie zahlen nicht dafür und das werden sie müssen."

Die US-Armee sei in Ländern präsent, "von denen die meisten Menschen noch nicht einmal gehört haben", sagte Trump. "Offen gesagt, das ist lächerlich." Seine Pläne für einen vollständigen Abzug aus Syrien verteidigte Trump damit, dass dem Einsatz mittlerweile "genug Zeit" gegeben worden sei.

Nach Trumps Ankündigung schmiss der Verteidigungsminister hin

Vor Journalisten bekräftigte Trump, ein Truppenabzug aus dem Irak sei nicht geplant. Das Land könne vielmehr als Basis für mögliche künftige Militäreinsätze gegen den IS in Syrien genutzt werden: "Wenn wir sehen, dass der IS etwas macht, das uns nicht gefällt, können wir so schnell und so stark zuschlagen, dass sie nicht einmal merken, wie ihnen geschieht." Die USA könnten gegebenenfalls nach Syrien "zurückkehren und helfen".

Trump hatte angekündigt, alle rund 2000 US-Soldaten in Syrien abzuziehen. Er begründet seine Entscheidung damit, dass der IS "weitgehend besiegt" sei.

Trumps Strategie stieß bei westlichen Verbündeten auf deutliche Kritik. Auch in den USA ist sie umstritten: Nach Trumps Ankündigung reichte Verteidigungsminister Jim Mattis seinen Rücktritt ein. Auch der US-Sondergesandte für den Kampf gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, gibt seinen Posten früher ab als ursprünglich vorgesehen. Für Unruhe sorgen zudem Pläne Trumps, rund die Hälfte der 14.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abzuziehen.

Eine Woche nach seiner Syrien-Ankündigung reiste Trump nun am zweiten Weihnachtstag in den Irak und dankte den US-Soldaten für ihren Einsatz. Aus Sicherheitsgründen war die Reise wie üblich vorab nicht angekündigt worden.

Ein Zwischenstopp in Rammstein

Es war das erste Mal seit seinem Amtsantritt vor bald zwei Jahren, dass Trump US-Soldaten in einem Kampfgebiet besuchte. Dass er dies entgegen der Gepflogenheiten in der US-Politik bisher unterlassen hatte, hatte ihm viel Kritik eingebracht. Vor Journalisten räumte Trump ein, er habe Sicherheitsbedenken gehabt mit Blick auf das Präsidentenamt und auf die First Lady, "nicht für mich persönlich".

Ein anvisiertes Treffen mit dem irakischen Regierungschef Adel Abdel Mahdi kam nicht zustande. Beide telefonierten aber. Der US-Präsident lud Mahdi dabei zu einem Besuch nach Washington ein, wie Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte. Außerdem soll US-Außenminister Mike Pompeo am 11. Januar nach Bagdad reisen.

Bei seinem Rückflug mit der Air Force One in die USA machte Trump in der Nacht einen Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein. Auch dort traf er US-Soldaten und ließ sich mit ihnen fotografieren.

sos / AFP