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Belarus Mig-29 fängt Ryanair-Jet ab: Oppositioneller in Minsk festgenommen – Landung vom Regime erzwungen?

Zur Landung gezwungen: Die Ryanair-Maschine auf dem Flughafen von Minsk
Zur Landung gezwungen: Die Ryanair-Maschine auf dem Flughafen von Minsk
© AFP
Ein Kampfjet hat eine Passagiermaschine gezwungen, in Minsk zu landen. Dann wurde ein belarussischer Oppositionspolitiker festgenommen, der sich an Bord befand.

Der im Exil lebende belarussische Regierungskritiker Roman Protasewitsch ist Oppositionsangaben zufolge nach einer Notlandung seiner Maschine am Flughafen von Minsk festgenommen worden. Der Flug mit ihrem ehemaligen Redakteur an Bord sei auf dem Weg von Athen nach Litauen wegen einer "Bombendrohung" in die belarussische Hauptstadt umgeleitet worden und dort notgelandet, berichtete der Oppositionskanal Nexta am Sonntag. Am Flughafen sei Protasewitsch dann festgenommen worden.

Nach der Notlandung sei bei einer Überprüfung des Flugzeugs keine Bombe gefunden worden, berichtete Nexta in Online-Plattformen weiter. Daraufhin seien "alle Passagiere zu einer weiteren Sicherheitskontrolle geschickt" worden. Unter ihnen habe sich auch Protasewitsch befunden. "Er wurde festgenommen."

Eine Mig-29 fing das Flugzeug ab

Die belarussischen Behörden hatten den Aktivisten der Opposition gegen Machthaber Alexander Lukaschenko im vergangenen November auf die Liste der "an terroristischen Aktivitäten beteiligten Personen" gesetzt. Die belarussische Präsidentschaft bestätigte am Sonntag, dass ein Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 aufgestiegen sei, um das Flugzeug mit dem Oppositionellen an Bord abzufangen.

Die ebenfalls im Exil lebende Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja prangerte die Festnahme ihres Mitstreiters an. Die Regierung von Belarus habe die Landung der Maschine mit Protasewitsch an Bord "erzwungen", schrieb sie auf Twitter. Ihm drohe nun die Todesstrafe in seinem Heimatland.

Massenfestnahmen und Folter in Belarus

Über Nexta waren nach der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl in Belarus im vergangenen August hunderttausende Demonstranten mobilisiert worden. Die monatelang andauernden Proteste hatten sich später aber deutlich abgeschwächt. 

Die Sicherheitskräfte waren gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen, mehrere Demonstranten wurden getötet, es gab Massenfestnahmen und Folter von Inhaftierten. Mehr als 400 Demonstranten wurden zu Haftstrafen verurteilt. 

tis AFP

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