Das Licht des Fernsehers flackert über die Gesichter der Menschen, die sich darum versammelt haben. Sie stehen Arm und Arm, die Augen geweitet, manche von ihnen weinen. Hier auf dem von ihnen so getauften "Platz der Geiseln und Vermissten" im Zentrum von Tel Aviv versammeln sich täglich Hunderte. Nun, in den Tagen, in denen die Hamas täglich mehrere Geiseln freilassen soll, kann man sich dort kaum noch bewegen – alle möchten dabei sein, wenn die Geiseln die Grenze überqueren.
Wer keinen Platz findet, um die Liveschalte auf dem Fernseher zu verfolgen, versammelt sich mit seinen Liebsten um einen Handybildschirm. Niemand, so scheint es, will die Bilder alleine sehen. Ein paar Menschen singen Volkslieder aus früheren Kriegen oder aus der Gründungszeit Israels. "Die ganze Welt ist eine schmale Brücke", singen sie auf Hebräisch. "Das Wichtigste ist: Habe keine Angst."