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Fährunglück vor Sansibar Vier Deutsche überleben, bisher 31 Tote geborgen


Wieder erschüttert ein Fährunglück die afrikanische Insel Sansibar. Wie viele Passagiere genau an Bord waren, ist noch unklar. Unter den Geretteten waren zwölf ausländische Touristen.

Nach dem Fährunglück vor der tansanischen Küste sind vier deutsche Passagiere geborgen worden. Die vier seien wohlauf, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Donnerstag in Berlin. Ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Tansania sei zur Unterstützung seit Mittwoch in Sansibar. Keine Angaben machte die Sprecherin darüber, ob sich möglicherweise weitere Deutsche auf dem Unglücksschiff befanden.

Bis zum Donnerstagmorgen haben Retter 31 Tote geborgen. Dies teilte das Rote Kreuz im ostafrikanischen Tansania mit. Etwa 145 Passagiere seien gerettet worden. Mehr als 100 Menschen werden weiterhin vermisst. An Bord des Unglücksschiffes waren auch mehrere europäische Touristen. Die Fähre mit vermutlich weit mehr als 250 Passagieren war am Mittwochmittag in der tansanischen Hafenstadt Daressalam in See gestochen und offenbar bei starkem Wind in Seenot geraten.

Die genaue Zahl der Passagiere war weiter unklar. Die tansanische Zeitung "The Citizen" berichtete, dass bis zu 400 Menschen an Bord gewesen sein könnten, darunter etwa 30 Kinder. Dutzende Menschen sollen im Innern des Schiffes gefangen sein, das in der stürmischen See umgekippt war. Unter den Geretteten waren den Angaben zufolge zwölf ausländische Touristen. "Die Suchaktion wird fortgesetzt, es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass wir noch Überlebende finden", sagte Polizeisprecher Mohammed Mhina.

Sturm ist Schuld an der Katastrophe

Zahlreiche Helfer beteiligten sich an der Rettungsaktion. Das Rote Kreuz habe 20 Freiwillige geschickt, um Erste Hilfe zu leisten, erklärte Ubwa Suleman. "Starke Winde werden für die Katastrophe verantwortlich gemacht", sagte er.

Ziel der Fähre war die etwa zwei Stunden entfernte Insel Unguja, die Hauptinsel von Sansibar. Das Unglück passierte lokalen Medienberichten zufolge in der Nähe der Insel Pungume, 48 Kilometer von Unguja entfernt.

Erst im September war vor Sansibar eine völlig überladene Fähre auf dem Weg zwischen zwei Inseln gesunken. Von den 800 Passagieren auf der völlig überfüllten "MV Spice Islander" waren mehr als 200 ums Leben gekommen. Es war das schwerste Schiffsunglück in Tansania seit zehn Jahren.

Der Archipel Sansibar gehört zu Tansania, hat aber eine gewisse Autonomie. Die herrlichen Strände am Indischen Ozean locken jährlich zahlreiche Touristen auf die Inselgruppe.

nw/DPA/AFP DPA

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