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Fidel Castro: "Werden unseren Freund verlieren"

Die Hinweise verdichten sich, dass Castro einen bösartigen Tumor haben könnte. Die kubanische Regierung dementiert dies freilich. Ein Nachfolger für Castro soll auch bereitstehen - und es ist nicht sein Bruder Raúl.

Die kubanische Regierung hat Berichte dementiert, Fidel Castro leide an Krebs. Castro erhole sich gut von der Darmoperation am letzten Montag und habe keinen Krebs, erklärte Kubas stellvertretender Präsident Carlos Lage. Castro werde die Regierungsgeschäfte in "einigen Wochen" wieder übernehmen.

Die brasilianische Tageszeitung "Folha de Sao Paulo" hatte am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise in Brasilia berichtet, Staatspräsident Luiz Inàcio Lula da Silva sei von der Regierung in Havanna informiert worden, Castro habe einen bösartigen Tumor.

"Es sieht so aus, als werden wir unseren Freund verlieren", habe Lula zu Mitarbeitern gesagt und sie um äußerste Diskretion gebeten. Auch in Havanna hieß es in Diplomatenkreisen, Castro habe Darmkrebs, sein Zustand sei sehr ernst. Die katholische Kirche Kubas rief die Gläubigen auf, für Castro zu beten. Die Bischöfe verlasen am Sonntag einen entsprechenden Hirtenbrief und forderten die Kubaner auf der Insel und im US-Staat Florida auf, Ruhe zu bewahren.

Raúl übernimmt nur vorläufig

Die US-Regierung bekräftigte erneut, sie wolle Kuba helfen - wenn es denn demokratisch wird. Außenministerin Condoleezza Rice sagte in einer Rede an die Kubaner: "Die USA respektieren eure Hoffnungen als souveräne Bürger". Die USA wünschten sich ein freies, unabhängiges Kuba, das ein enger Verbündeter werde. Kubas Parlamentsvorsitzender Ricardo Alarcón wies dies erneut als eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten zurück.

Der fast 80-jährige Castro hatte am Montag nach einer Darmoperation erstmals seit der Revolution von 1959 seine Ämter abgegeben. Nun ist vorläufig sein knapp fünf Jahre jüngerer Bruder Raúl im Amt. Laut "Folha de Sao Paulo" gilt aber - falls der "Commandante" stirbt - Außenminister Felipe Pérez Roque als Favorit für die Nachfolge. Pérez Roque sei Fidel sehr treu ergeben.

DPA / DPA