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Folter-Skandal: Lynndie England bekennt sich schuldig

Die US-Soldatin Lynndie England, eine der Schlüsselfiguren im Misshandlungsskandal im Gefängnis Abu Ghoreib, hat sich schuldig bekannt - und will so einer härteren Strafe entgehen.

Die wegen Misshandlung irakischer Häftlinge im Gefängnis Abu Ghraib angeklagte US-Soldatin Lynndie England hat sich schuldig bekannt. Im Zuge einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft stimmte die 22-jährige Reservistin vor Beginn ihres Prozesses am Montag sieben Anklagepunkten zu, im Gegenzug wurden zwei weitere fallen gelassen. Die Geschworenen des Militärgerichts im texanischen Fort Hood werden nach einer mehrtägigen Anhörung über das Strafmaß entscheiden.

Die Anwälte Englands äußerten die Erwartung, dass der Übereinkunft auch der Richter, Oberst James Pohl, zustimmen werde. England bekannte sich in sieben Punkten schuldig: Verschwörung in zwei Fällen, Misshandlung von Gefangenen in vier Fällen und eine unzüchtige Handlung in einem Fall. Die Vorwürfe einer weiteren unzüchtigen Handlung und Pflichtversäumnis würden fallen gelassen, sagte ihr Verteidiger Rick Hernandez.

Drohende Haftstrafe auf elf Jahre verringert

Der Handel mit der Staatsanwaltschaft sei im besten Interesse seiner Mandantin. Statt einer Höchststrafe von 16 Jahren drohen England nur noch elf Jahre Haft. Der Handel ermöglicht es auch, den Prozess auf wenige Tage zu beschränken.

Bilder von England mit gedemütigten irakischen Gefangenen hatten in der ganzen Welt Schlagzeilen gemacht. Auf diesen Aufnahmen ist zu sehen, wie sie lächelnd auf die Genitalien eines Häftlings zeigt und einen Gefangenen an einer Hundeleine führt. Sie soll auch mit anderen Soldaten nackte Häftlinge zu einer menschlichen Pyramide aufgetürmt und sie fotografiert haben.

Häftlinge vor ihrem Verhör "weich klopfen"

Ihre Anwälte hatten während einer Anhörung erklärt, England und die anderen Soldaten hätten auf Anweisung des Militärgeheimdienstes gehandelt. Sie hätten die Häftlinge vor ihrem Verhör "weich klopfen" sollen. Ermittler der Streitkräfte sagten jedoch aus, England habe zunächst ausgesagt, die Reservisten hätten die Fotos "zum Spaß" gemacht.

Im Januar hatte das Militärgericht in Fort Hood den Soldaten Charles Graner wegen der Misshandlungen in Abu Ghraib zu zehn Jahren Haft verurteilt. Graner soll der Vater des Kindes sein, das England im Herbst vorigen Jahres zur Welt brachte.

AP / AP