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Geert Wilders über Merkel: Vergiftetes Lob aus Holland

"Multikulti ist gescheitert" - sagen unisono Angela Merkel und Horst Seehofer und bekommen dafür nun lautstarken Beifall vom niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. Doch die Kanzlerin will sich nicht von dem umstrittenen Islamhasser vereinnahmen lassen.

Angela Merkel ist nicht erfreut: Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat die Kanzlerin für ihre Äußerungen zur multikulturellen Gesellschaft gelobt. Nach seiner Auffassung haben in Deutschland die Christdemokraten "die Führung auf dem Gebiet der Islamkritik" übernommen. In einer Rede vor dem Parlament in Den Haag beglückwünschte er auch den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer zu ähnlichen Äußerungen.

In seiner Rede sagte Wilders, "wenn selbst die Bundeskanzlerin sagt, dass die multikulturelle Gesellschaft vollkommen gescheitert ist, dann will das etwas heißen." "Die wichtigste Politikerin der Christdemokraten im wichtigsten Land Europas durchbricht ein Tabu und sagt, wie es ist. Und sie sagt, was Millionen Menschen denken." Wilders unterstütze auch die Forderung Seehofers nach Zuzugsbeschränkungen für Türken und Araber. "In Deutschland erklären inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung: Der Islam gehört nicht zu unserem Land". Dies sei eine Reaktion auf die Äußerung des Bundespräsidenten Christian Wulff, der Islam gehöre zu Deutschland.

Regierungssprecher Steffen Seibert wies zurück, dass sich Angela Merkel "islamkritisch" geäußert habe. "Das ist nicht wahr. Man wird die Kanzlerin nicht als Islamkritikerin interpretieren können, weil sie natürlich vor einer wichtigen Weltreligion Respekt hat." Sie kritisiere keine Religion, sondern konkretes Fehlverhalten Einzelner. Seibert weiter: "Die Bundeskanzlerin äußert ihre Überzeugung unabhängig davon, wer ihr im In- und Ausland beipflichtet oder widerspricht. Mit Sicherheit macht sie keine Äußerungen, um genau aus dieser Ecke Beifall zu bekommen."

DPA/DAPD/nik / DPA