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Außenminister Nikos Kotzias: Griechenland klagt über "kulturellen Rassismus"

Der griechische Außenminister Kotzias sieht sein Land verunglimpft. „Das ist kultureller Rassismus, was uns angetan wird." Bei einem wirtschaftlichen Zusammenbruch Athens warnte er vor Chaos.

Außenminister Nikos Kotzias warnt vor einem "Zusammenbruch der inneren Ordnung" in Griechenland

Außenminister Nikos Kotzias warnt vor einem "Zusammenbruch der inneren Ordnung" in Griechenland

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias sieht sein Land durch Medien und Politiker in anderen Ländern der Eurozone verunglimpft. "Das ist kultureller Rassismus, was uns angetan wird", sagte der linke Politiker im Rahmen eines Treffens der EU-Außenminister in Riga.

Es sei eine "geostrategische Notwendigkeit" für die Zukunft Europas, dass man anders über den Umgang mit Griechenland denke. "Es wird zig Millionen Immigranten geben und Tausende Dschihadisten, wenn man Griechenland rausnimmt", sagte Kotzias. "Der Westbalkan ist nicht stabilisiert. Dann haben Sie die Ukraine, Syrien, den Irak, Nordafrika. Das ist eine Sichel." Bisher sei stets versucht worden, die Syriza-Regierung schon in den ersten Tagen zu Fall zu bringen.

Sollte die innere Ordnung in Griechenland in Folge der Sparpolitik zusammenbrechen, sei auch im Landesinneren mit weitreichenden Konsequenzen zu rechnen, so Kotzias. "Unsere jungen Leute hören nur Sanktionen, Bestrafung, Memorandum. Habt ihr euch gefragt, ob diese Generation überhaupt proeuropäisch sein kann? Was kommt danach? Rechtsextremismus, Chaos", sagte Kotzias. Beispiele für solche Versuche oder deren Urheber nannte der Außenminister jedoch nicht.

Über Deutschland: "Ihr wollt uns ersticken"

Der Minister ging auch hart mit Deutschland ins Gericht. "Ihr wollt uns ersticken, schön, ihr werft uns vor, wir hätten Geld verschleudert." Kotzias deutete zudem an, dass sein Land ein Recht auf einen von den internationalen Geldgebern abgelehnten Schuldenschnitt habe. "Man kann nicht ablehnen, Griechenland Dinge zu geben, die Deutschland bekommen hat", sagte der Minister mit Blick auf die Konferenz in London Anfang der 50er Jahre, auf der die Zahlungsverpflichtungen Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg geregelt wurden. Kotzias forderte mehr positives Denken, um den Schuldenstreit zu lösen. "Wenn man in der Ökonomie von morgens bis abends sagt, wie schlimm alles ist, kommt man da auch nicht raus." Sein Außenministerium beispielsweise sei "total demoralisiert".

las/Reuters / Reuters