Hintergrund Verlauf des Nahost-Konflikts


Von den Verhandlungen von Camp David II bis zum Libanonkrieg: stern.de bietet Ihnen hier einen Überblick über die Ereignisse der Jahre 2000 bis 2006.
Von Svenja Friedrich

Als Nahost-Konflikt bezeichnet man den bis heute ungelösten Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und im weiteren Sinne zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten. Dazu zählen Ägypten, Syrien, Jordanien und Libanon. Im weiteren Sinne umfasst der Konflikt auch den Iran, da dieser ein Interesse an der Eskalation hat.

Die Ereignisse 2000 bis 2006


2000
Die Verhandlungen zwischen dem israelischen Außenminister Ehud Barak und dem Vertreter der Palästinenser Jassir Arafat (genannt Camp David II) scheitern. Die Palästinenser rufen die Zweite Intifada - ein Aufstand der Palästinenser gegen Israel.

2001

Der konservative Politiker Ariel Scharon wird zum israelischen Ministerpräsidenten gewählt.

2003

Präsident George W. Bush stellt die "Roadmap for Peace" vor: Den Palästinensern wird ein unabhängiger Staat zuerkannt. Im Gegenzug werden eine demokratische Reform der Palästinenserbehörden und eine Abkehr vom Terrorismus gefordert. Israel soll die Staatsgründung anerkennen und unterstützen und sich aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland zurückziehen, sobald die terroristische Bedrohung beendet ist.
Trotz der Roadmap marschieren israelische Truppen immer wieder kurzfristig in den Gazastreifen und das Westjordanland ein. Die israelische Regierung beginnt mit dem Bau einer etwa 720 km langen Sperranlage um das Westjordanland.

2004

Die israelische Regierung beginnt mit der Politik der gezielten Tötung von Feinden des Staates Israel. Mehrere wichtige Hamas-Führungspersonen werden getötet, die Hamas schwört umgehend Rache. Im Verlaufe des Jahres kommt es zudem zu mehreren groß angelegten Aktionen der israelischen Armee.
Jassir Arafat stirbt am 11. November in einem Pariser Militärhospital.

2005

Der Abschluss eines Waffenstillstands beendet die Zweite Intifada.
Israel beginnt mit der Räumung der illegal errichteten jüdischen Siedlungen im Gazastreifen sowie im Westjordanland. Dabei kam es zu gewaltsamer Auseinandersetzung zwischen Siedlern und der israelischen Armee. Etwa 8000 Menschen wurden bei dieser Aktion umgesiedelt.
Nach einem Schlaganfall im Dezember liegt Ariel Scharon im Koma.

2006

Die Widerstandsgruppe Hamas gewinnt im Januar die Wahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten.
Bei den israelischen Parlamentswahlen im März wird Ehud Olmert neuer Ministerpräsident. Scharon selbst liegt weiterhin im Koma.
Im Juli entführt die Hamas einen israelischen Soldaten, um über einen Gefangenenaustausch zu verhandeln. Israel kontert sofort mit massiven Bombardements in Gaza und im Westjordanland. Als sich die libanesische Hisbollah solidarisiert und auf israelischem Staatsgebiet zwei israelische Soldaten entführt und acht weitere ermordet, greift Israel massiv Stützpunkte der Hisbollah im gesamten Libanon an. Dies ist der Beginn des Libanonkriegs 2006.


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