Irak Attentäter rissen 27 Menschen in den Tod


Im Irak sorgen widersprüchliche Aussagen über Rebellenangriffe bei Bagdad für Verwirrung. Unterdessen meldeten sich die Entführer der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena.

Selbstmordattentäter haben am Montag in den irakischen Städten Mossul und Bakuba nahezu zeitgleich 27 Menschen bei Autobombenanschlägen getötet und Dutzende weitere verletzt. Mittlerweile bekannte sich der irakische Ableger der Extremisten-Gruppe al Kaida auf einer Internetseite zu den beiden Attentaten.

Zunächst hatten widersprüchliche Angaben über die Anschläge für Verwirrung gesorgt. Ein Polizeisprecher aus Muhavil hatte angegeben, dass Rebellen die örtliche Polizeistation überfallen und sich ein einstündiges Feuergefecht mit den Sicherheitskräften geliefert hätten. Dabei seien insgesamt 36 Menschen getötet worden. Die amerikanische Seite hatte dagegen in der Nacht zu Montag sämtliche Berichte über den Angriff dementiert und behauptet er habe nicht stattgefunden.

Autobomben in Mossul und Bakuba

Die Polizei in Bagdad teilte unterdessen mit, dass einer der beiden Attentäter sich mit einem Sprengstoffgürtel am Polizeikontrollpunkt vor einem Krankenhaus in der nordirakischen Großstadt Mossul in die Luft gesprengt habe. Zwölf Polizisten seien getötet und zahlreiche weitere verletzt worden, berichtete der arabische Fernsehsender "al Dschasira" unter Berufung auf Ärzte eines Krankenhauses, vor dem der Anschlag verübt wurde. Die Polizei war zuerst von einer Autobombe ausgegangen, nachdem die Wucht der Detonation einen Krater in die Straße gerissen und mindestens fünf Autos zerstört hatte.

Ein zweiter Selbstmordattentäter versuchte in Bakuba mit seinem sprengstoffbeladenen Auto ein Rekrutierungsbüro der irakischen Polizei zu rammen. Betonhindernisse hätten einen direkten Aufprall jedoch verhindert, so dass das Auto auf der Straße explodiert sei. Dabei wurden 15 Menschen getötet und 17 weitere verletzt. Vor dem Büro hatten viele junge Männer in der Hoffnung auf Arbeit angestanden.

Entführer der italienischen Journalistin melden sich

Rund 24 Stunden vor Ablauf eines Ultimatums haben die Entführer der am Freitag im Irak verschleppten italienischen Journalistin Giuliana Sgrena die Regierung in Rom erneut zum Abzug ihrer Truppen aus dem Irak aufgefordert. Es handele sich um die letzte Nachricht, heißt es in der am Sonntagabend via Internet verbreiteten Erklärung der Gruppe "Organisation des Dschihad im Zweistromland". Ansonsten werde die "juristische Kommission" der Gruppe ihre endgültige Entscheidung über das Schicksal der 56-jährigen Reporterin treffen.

Die Organisation hatte bereits am Samstagabend gefordert, dass Italien bis zum Montagabend alle 3000 im Irak stationierten Soldaten abziehen solle. "Dies ist die letzte Botschaft an die italienische Regierung; weder die Sicherheit noch die Stabilität können garantiert werden, solange sich auch nur ein einziger italienischer Soldat auf irakischem Territorium befindet", hieß es in der Mitteilung. Zudem hatte eine "Organisation des islamischen Dschihad" mit der Ermordung der Journalistin gedroht. Sgrena ist Korrespondentin der linken italienischen Tageszeitung "Il Manifesto" und schreibt unter anderem für die Wochenzeitung "Die Zeit".

AP/DPA AP DPA

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