Die USA und Israel greifen weiter den Iran an, Teheran schlägt zurück. In Frankfurt kommt der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung an. Alle Entwicklungen im Liveblog.
Wichtige Updates
Matthias Urbach
Eskalation im Iran – die Lage im Überblick:
- Die USA und Israel greifen weiter den Iran an.
- Ali Chamenei, der getötete Oberste Führer des Irans, sollte eigentlich am Mittwochabend beigesetzt werden. Das Staatsbegräbnis wurde offenbar verschoben.
- Berichten zufolge soll sein Sohn Modschtaba die Nachfolge antreten, Israel droht bereits mit Tötung.
- Der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung aus dem Nahen Osten ist in Frankfurt gelandet.
- Die Türkei hat eine Rakete aus dem Iran abgefangen – will sich aber nicht in den Krieg einmischen.
- Israel greift wiederholt die Hisbollah in Beirut an. Die libanesische Regierung hat Hisbollah-Mitglieder festgenommen.
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Stefan Düsterhöft

Der Iran strebt laut Außenminister Abbas Araghtschi derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. „Wir fordern keine Waffenruhe“, sagt Araghtschi dem US-Sender NBC News. „Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten.“
„Wir haben zweimal mit ihnen verhandelt, und jedes Mal haben sie uns mitten in den Verhandlungen angegriffen“, so Araghtschi weiter. Mit Blick auf eine mögliche Bodenoffensive gegen den Iran sagt Araghtschi, ein solcher Schritt würde für die Feinde Teherans mit einer „Katastrophe“ enden. „Wir warten auf sie“, sagt der iranische Außenminister. „Wir sind zuversichtlich, dass wir ihnen die Stirn bieten können.“
Zu der für den Welthandel wichtige Straße von Hormus sagt Araghtschi, der Iran habe „derzeit nicht die Absicht“, die Meerenge abzusperren. „Aber wenn der Krieg weitergeht, werden wir jedes Szenario in Betracht ziehen.“
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, die Öl- und Gaspreise stiegen dadurch weltweit deutlich an.
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Stefan Düsterhöft

Der Iran hat nach Angaben des Innenministeriums von Bahrain eine Öl-Anlage in dem Golfstaat angegriffen und dort einen Brand ausgelöst. Die Anlage in Maameer südlich der Hauptstadt Manama sei Ziel von „iranischer Aggression“ geworden, teilt das Innenministerium mit. Opfer habe es nicht gegeben, das Feuer sei unter Kontrolle. Im Internet kursieren Videos, die den Angriff zeigen sollen. Darin ist zu sehen, wie ein Geschoss an der Anlage einschlägt und eine Explosion auslöst.
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Stefan Düsterhöft

Der Iran hat seit Kriegsbeginn am Samstag eigenen Angaben zufolge mehr als 500 ballistische Raketen und Marschflugkörper abgefeuert. Weiterhin seien mindestens 2000 Kampfdrohnen verschiedener Typen von iranischem Boden gestartet worden, berichtetedie Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine „informierte militärische Quelle“. Die Agentur steht den mächtigen Revolutionsgarden nahe, Irans Elitestreitmacht.
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Stefan Düsterhöft

Angesichts der unsicheren Lage im Nahen Osten verschiebt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seine geplante Asienreise. Es gebe derzeit keine ausreichend sicheren und praktikablen Flugmöglichkeiten, erklärt seine Sprecherin.
Eigentlich wollte Steinmeier am Sonntag nach Indonesien und auf die Philippinen reisen. Die Reise sollte bis zum 13. März dauern. Wann sie gegebenenfalls nachgeholt wird, blieb zunächst unklar.
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Jacqueline Haddadian

Im Osten der iranischen Hauptstadt meldet die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Isna mehrere Explosionen. Auch das Onlineportal Etemad meldete Raketeneinschläge.
Unterdessen kündigten die israelischen Streitkräfte einen Angriff in einem Industriegebiet etwa 20 Kilometer südöstlich Teherans an. In einem persischsprachigen Post riefen sie die Bürger auf X dazu auf, das Gebiet zu verlassen.
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Jacqueline Haddadian

Reza Pahlavi: Jeder Chamenei-Nachfolger wird illegitim sein
Die geplante Ernennung eines Nachfolgers des getöteten obersten Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, zum "Scheitern verurteilt", schreibt der Schah-Sohns Reza Pahlavi auf dem Onlinedienst X. Wer auch immer ernannt werde, "wird keine Legitimität haben und als Komplize der blutigen Geschichte dieses Regimes und seiner seiner kriminellen Führer angesehen werden", so Pahlavi.
Neben dem Sohn Chameneis, Modschtaba ist auch der als moderat geltende ehemalige Präsident Hassan Ruhani im Gespräch. Für Pahlavi mache es keinen Unterschied, ob der nächste Führer "Modschtaba oder "Hassan" sei, schreibt er. Er hofft, im Fall eines Sturzes der Islamischen Republik selbst das Land übergangsweise zu führen, bis ein Referendum ausgerufen wird, in dem die Menschen im Iran für eine Demokratie als Staatsform stimmen können.
Neben dem Sohn Chameneis, Modschtaba ist auch der als moderat geltende ehemalige Präsident Hassan Ruhani im Gespräch. Für Pahlavi mache es keinen Unterschied, ob der nächste Führer "Modschtaba oder "Hassan" sei, schreibt er. Er hofft, im Fall eines Sturzes der Islamischen Republik selbst das Land übergangsweise zu führen, bis ein Referendum ausgerufen wird, in dem die Menschen im Iran für eine Demokratie als Staatsform stimmen können.
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Jacqueline Haddadian

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach Einschätzung von US-Kriegsbeobachtern um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Solange es die militärischen Fähigkeiten des Irans zuließen, werde er weiter versuchen, den Schiffsverkehr durch die für den Welthandel wichtige Meerenge zu stören, schreibt das US-Institut für Kriegsstudien in seiner neuesten Lage-Analyse. Das Vorgehen in der Straße von Hormus sei Teil der iranischen Strategie, auch den Golfstaaten Kosten für den Krieg aufzuerlegen.
Die Straße von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, wie der Iran, Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Die Straße von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, wie der Iran, Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
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Thomas Krause
Trump will nächstes Staatsoberhaupt des Iran mitbestimmen
US-Präsident Donald Trump besteht dem Nachrichtenportal Axios zufolge darauf, persönlich an der Auswahl des nächsten iranischen Staatsoberhaupts beteiligt zu werden. „Ich muss an der Ernennung beteiligt sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela“, sagt Trump mit Verweis auf die Nachfolge des gestürzten Präsidenten Nicolas Maduro. Trump habe bestätigt, dass Modschtaba Chamenei der wahrscheinlichste Nachfolger seines getöteten Vaters sei, dieses Ergebnis jedoch als inakzeptabel bezeichnet. Der 56-jährige Sohn des am Samstag bei einem Luftangriff getöteten Ajatollah Ali Chamenei gilt als Hardliner mit engen Verbindungen zu den Revolutionsgarden.
Mehr über Modschtaba Chamenei lesen Sie hier:
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Thomas Krause
In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Zeugen zufolge an verschiedenen Orten Explosionen und Sirenen zu hören. In Abu Dhabi gibt es mehrere Explosionsgeräusche, in Dubai ertönen Sirenen, wie mehrere Personen vor Ort Reuters sagen. Auch in einigen Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran sind laut staatlichen iranischen Nachrichtenagenturen Explosionen zu hören.
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Thomas Krause
Bei den amerikanischen und israelischen Bombardierungen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 4000 zivile Gebäude zerstört worden. Betroffen seien 3646 Wohngebäude sowie 528 Geschäftseinheiten, berichtet die iranische Halbmondgesellschaft auf Telegram.
Auch 14 Einrichtungen des Gesundheitswesens seien betroffen, darunter Krankenhäuser sowie Rehabilitationszentren, so die humanitäre Organisation weiter. Drei Kliniken mussten den Angaben zufolge ihren Betrieb infolge der Angriffe einstellen.
Auch 14 Einrichtungen des Gesundheitswesens seien betroffen, darunter Krankenhäuser sowie Rehabilitationszentren, so die humanitäre Organisation weiter. Drei Kliniken mussten den Angaben zufolge ihren Betrieb infolge der Angriffe einstellen.
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Thomas Krause
Libanon meldet mehr als 100 Todesopfer
Im Libanon sind nach dortigen Behördenangaben seit Montag mehr als hundert Menschen durch israelische Angriffe ums Leben gekommen. Neben den insgesamt 102 Toten gebe es weitere 638 Verletzte, teilt das libanesische Gesundheitsministerium mit.
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Thomas Krause
Unter dem Druck Israels geht die Führung im Libanon weiter auf Distanz zum Iran. Die Regierung in Beirut hat die zuständigen Behörden angewiesen, „jegliche Sicherheits- und Militäraktivitäten“ der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) zu unterbinden. Informationsminister Paul Morcos erklärt, die Entscheidung sei in einer Kabinettssitzung unter Vorsitz von Ministerpräsident Nauaf Salam gefallen.
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Thomas Krause
Großbritannien verstärkt angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten seine Luftstreitkräfte in der Region. Premierminister Keir Starmer kündigt die Entsendung von vier zusätzlichen Typhoon-Kampfjets nach Katar an. Damit sollen die dortige Staffel ergänzt und „die Verteidigungsoperationen in Katar sowie in der gesamten Region gestärkt“ werden, sagt Starmer auf einer Pressekonferenz.
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Fabian Huber

Nach über 24 Stunden Anreise bin ich angekommen in Tel Aviv – und sofort dröhnen die Sirenen. Der Schutzraum meines Hotels liegt praktischerweise im Fitnessraum. Die Menschen sind den Drill inzwischen gewohnt, kommen zügig, aber nicht hektisch in den Keller. Dort sind Matratzen ausgelegt, auf dem Flachbildschirm läuft ein Nachrichtensender. Eine junge Amerikanerin, die neben mir sitzt und gerade im Gym auf der Straße gegenüber trainierte, sagt: “Das Interessante gerade ist: Wenn du viel draußen bist, lernst du immer neue Schutzräume in der Stadt kennen.” Der Kriegszustand ist hier längst Routine.
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DPA · AFP · Reuters
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