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Kampf um Weltkulturerbe Syrische Armee schlägt IS-Kämpfer bei Palmyra zurück


Die Offensive der Terrormiliz Islamischer Staat scheint vorerst gescheitert, die Kämpfer haben sich aus dem Norden von Tadmur zurückgezogen. Unterdessen töteten US-Spezialkräfte einen IS-Anführer.

Im Kampf um die antiken Stätten von Palmyra haben die syrischen Behörden einen Erfolg gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gemeldet. Der Angriff des IS sei zurückgeschlagen, die Miliz habe sich aus dem nördlichen Teil der modernen Stadt Tadmur zurückgezogen, sagte Provinzgouverneur Talal Barasi. Bei einem Einsatz von US-Spezialkräften in Syrien wurde unterdessen nach US-Angaben ein ranghoher IS-Anführer getötet.

Nachdem die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag zunächst die Eroberung von Teilen Tadmurs durch die Dschihadisten gemeldet hatte, in deren südwestlichen Stadtgebieten die antiken Stätten von Palmyra liegen, sprach der Provinzgouverneur am Sonntag von einer "gescheiterten" Offensive des IS. Bei den Kämpfen seien "mehr als 130 Dschihadisten" getötet worden.

Fast 300 Tote seit Mitte der Woche

Die Beobachtungsstelle sprach von fast 300 Toten seit Beginn der Kämpfe am Mittwoch. Darunter seien 123 regierungstreue Kämpfer, 115 IS-Kämpfer und 57 Zivilisten, hieß es. Die Beobachtungsstelle, deren Angaben nicht unabhängig überprüft werden können, stützt sich auf ein dichtes Netzwerk von Informanten in ganz Syrien.

Der Chef der syrischen Altertümerverwaltung, Maamun Abdulkarim, sprach angesichts des zurückgeschlagenen IS-Vorstoßes von "guten Nachrichten". Die aus dem ersten und zweiten Jahrhundert stammenden Ruinen von Palmyra seien bei den Kämpfen in ihrem Umfeld nicht beschädigt worden, "aber das heißt nicht, dass wir jetzt sorglos sein könnten".

Experten sorgen sich um Palmyra

Die Ruinenstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Nach den Zerstörungen, die der IS in anderen antiken Stätten wie Nimrud und Hatra im Irak bereits anrichtete, fürchten Experten nun auch um den Bestand von Palmyra. Die antike Stadt, deren Bauten griechisch-römische und persische Baukunst vereinigen, ist laut der UN-Kulturorganisation Unesco eine Stätte von "überragendem universellem Wert".

Der IS hatte im Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Bürgerkriegsland Syrien und im Norden des Iraks überrannt. In beiden Ländern werden die Dschihadisten am Boden von einheimischen Einheiten und aus der Luft von einer internationalen Militärallianz unter Führung der USA bekämpft.

Bei einem nächtlichen Einsatz von US-Bodentruppen in Syrien töteten Spezialkräfte nach Angaben der US-Regierung unterdessen einen führenden IS-Kommandeur. Ziel sei es gewesen, bei dem Einsatz den IS-Anführer Abu Sajjaf festzunehmen. Er sei jedoch bei einem Schusswechsel mit den US-Spezialtruppen getötet worden, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Seine Ehefrau sei bei dem Einsatz festgenommen und eine von dem Paar offenbar als Sklavin gehaltene Jesidin befreit worden.

Abu Sajjaf leitete nach Angaben des Pentagons Militäreinsätze des IS und war für eine Haupteinnahmequelle der Gruppe, den Ölschmuggel, verantwortlich. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sprach nach dem Einsatz von einem "bedeutenden Schlag" gegen den IS. Nach Angaben eines US-Verteidigungsvertreters wurden dabei rund ein Dutzend IS-Kämpfer getötet, zivile Opfer hätten aber vermieden werden können.

Syrien spricht von 32 getöteten IS-Kämpfern

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete dagegen, bei dem Einsatz seien 32 IS-Mitglieder getötet worden, darunter vier Anführer der Gruppe. Neben Abu Sajjaf seien dies unter anderem der "stellvertretende Verteidigungsminister" und ein "Kommunikationsbeamter" der Dschihadistenmiliz. Einer der vier Anführer sei Syrer gewesen, die drei anderen stammten aus dem Maghreb.

tim/AFP AFP

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