Japan Raketenabwehr soll Tokio schützen


Nach dem umstrittenen Vorhaben der USA, eine Raketenabwehr in Osteuropa zu installieren, plant nun auch Japan ein Raketenabfangsystem. Das Verteidigungsministerium hat überraschend Teile eines Raketenabwehrsystems getestet, die Tokio vor einer konkreten Bedrohung schützen sollen.

Japan plant angesichts der als Bedrohung empfundenen Raketenprogramme Nordkoreas einen Raketenabwehrschild für die Hauptstadt Tokio. Wie der japanische Fernsehsender TBS berichtete, ließ das Verteidigungsministerium bereits zu Wochenbeginn Kommunikationsanlagen für sogenannte PAC-3-Abschussvorrichtungen in der Innenstadt Tokios testen.

Japan fürchtet nordkoreanische Raketen

Den Anstoß für den Aufbau einer Raketenabwehr hatte 1998 der Test einer nordkoreanischen Taepodong-Rakete gegeben, die über Japan hinweggeflogen und in den Pazifik gestürzt war. Nachdem das stalinistische Nachbarregime in Pjöngjang im Juli 2006 Raketentests vorgenommen hatte, beschleunigte die Regierung in Tokio ihre Raketenabwehrpläne. Im vergangenen Jahr war ein erstes bodengestütztes System auf einem Luftwaffenstützpunkt nördlich der Hauptstadt installiert worden. Die jüngste Einrichtung von PAC-3-Abschussvorrichtungen auf dem Iruma-Stützpunkt kam rund ein Jahr eher als zunächst geplant.

Raketen-Abfangsystem der USA getestet

Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte hatten im vergangenen Monat erfolgreich ein von den USA entwickeltes Raketen- Abfangsystem über dem Pazifik getestet. Dabei war eine Zielrakete über dem Pazifik von einer Abfangrakete eines japanischen Zerstörers vor Hawaii getroffen und zerstört worden.

Experten sehen den Test als einen wichtigen Schritt hin zum Aufbau eines Raketenschilds. Wie der Sender TBS weiter berichtete, soll ein weiterer Test für PAC-3-Abschussanlagen auch am Hafen von Tokio durchgeführt werden. Der Test in der Nacht zum Montag fand im Shinjuku-Park statt, der in der Nacht für Besucher geschlossen ist.

DPA DPA

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