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Kampf gegen IS-Dschihadisten: Frankreich liefert Waffen in den Irak

Als erstes EU-Land unsterstützt Frankreich die Kurden im Kampf gegen den IS-Terror mit Waffen. Noch am heutigen Mittwoch soll die erste Ladung ins Kriegsgebiet transportiert werden.

Frankreich will die kurdischen Truppen im Irak rasch mit Waffen in ihrem Kampf gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) unterstützen. Bereits "in den kommenden Stunden" würden die Waffen geliefert, teilte das Büro von Präsident Francois Hollande am Mittwoch in Paris mit. Das habe Hollande in Übereinstimmung mit der Führung in Bagdad entschieden. Zu Art der gelieferten Waffen gab es zunächst keine Angaben. Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak hatte um Waffenlieferungen gebeten, um den Vormarsch der sunnitischen IS-Kämpfer zu stoppen.

Zuvor hatte die die Europäische Union (EU) ihren Mitgliedsstaaten grünes Licht für Waffenlieferungen an die irakischen Kurden im Kampf gegen die radikalen Islamisten gegeben. Auf einer Sondersitzung einigten sich die EU-Botschafter am Dienstagabend darauf, dass einzelne Staaten in enger Abstimmung mit der irakischen Regierung militärische Ausrüstung liefern dürfen, wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilte.

Keine gemeinsame EU-Linie

Eine gemeinsame Haltung zu Waffenlieferungen fanden sie indes nicht. Einige Länder sprachen sich Diplomaten zufolge strikt dagegen, andere Länder wie eben Frankreich, aber auch Italien und Tschechien dafür aus. Deutschland erwägt inzwischen die Lieferung von Militärausrüstung wie Helmen, Schutzwesten, gepanzerten Fahrzeugen, Nachtsichtgeräten oder Sanitätsmaterial. Auch Waffenlieferungen werden in der Bundesregierung nicht mehr ausgeschlossen.

Die halbautonome Kurdenregierung im Irak hatte international um Waffenlieferungen gebeten, um den Vormarsch der Kämpfer der Sunniten-Bewegung Islamischer Staat (IS) zu stoppen. Die Islamisten haben weite Teile Syriens und des Irak erobert und verbreiten dort Angst und Schrecken. Sie gelten als radikaler als al Kaida und wollen einen Gottesstaat errichten. Mindestens 200.000 Menschen sind im Nord-Irak auf der Flucht, viele davon Christen und Jesiden.

kng/DPA/Reuters / DPA / Reuters