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Konflikt im Gazastreifen: Gestrichene Flüge - viele Israel-Reisende gestrandet

Am Flughafen von Tel Aviv sind drei Viertel aller Flüge gestrichen worden. Viele können weder ein- noch ausreisen. Auch die Lufthansa stellt den Flugverkehr ein - die Sicherheitsbedenken sind zu groß.

Nach der Streichung zahlreicher internationaler Flüge nach Tel Aviv wegen des Gaza-Konflikts sind viele Reisende gestrandet. Eine Reporterin des israelischen Fernsehens berichtete am Mittwochmorgen vom #link;htthttp://www.iaa.gov.il/Default.aspx;Flughafen Ben Gurion# bei Tel Aviv, etwa drei Viertel der Flüge auf den Anzeigetafeln seien gestrichen. Viele Israelis, die ins Ausland fliegen wollten, mussten wieder nach Hause fahren. Andere konnten nicht nach Israel zurückfliegen. Ein Flug der US-Airline Delta etwa hatte wegen der Reisewarnungen am Dienstag einen Zwischenstopp in Paris eingelegt. Israels Transportminister Israel Katz betonte, die nationale Airline El Al werde mehr Flüge einsetzen, um gestrandeten Reisenden zu helfen.

Kritik aus Israel

Auch die deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin setzten ab Dienstagabend alle für die nächsten 36 Stunden geplanten Flüge nach Tel Aviv aus. Für US-Airlines galt ein 24-stündiges Verbot. Am Dienstagvormittag war in der Ortschaft Jahud nahe des Flughafens Ben Gurion eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete eingeschlagen.

Die US-Regierung verteidigte das befristete Flugverbot zum Tel Aviver Flughafen gegen Kritik aus Israel. Die Maßnahme diene einzig dazu, amerikanische Bürger und Airlines zu schützen, sagte US-Außenminister John Kerry nach Angaben seines Ministeriums in einem Gespräch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Flüge amerikanischer Fluggesellschaften nach Tel Aviv für 24 Stunden verboten.

Reisebranche fordert Öffnung eines Ausweichflughafens

Reiseveranstalter forderten die Öffnung eines Ausweichflughafens. Der Militärflughafen Ovda in der Negev-Wüste im Süden Israels müsse für internationale Flüge zugänglich gemacht werden, verlangte der Vorsitzende des Verbands israelischer Reiseveranstalter, Jossi Fatal. Die Streichung der Flüge nach Israel füge dem Land immensen Schaden vor allem im Tourismus zu, warnte Fatal am Mittwoch im israelischen Rundfunk. Er sprach auch von einem großen Image-Schaden, weil der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv bislang das "einzige Tor zur Welt" für Israel sei.

amt/DPA / DPA