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Kiews Innenminister zeigt Video: Eskalation zwischen Russland und Ukraine: Diese Aufnahme soll das Ramm-Manöver zeigen

Der Konflikt um die Krim zwischen Kiew und Moskau spitzt sich erneut zu. Die Russische Küstenwache brachte drei Schiffe der ukrainischen Marine vor einer Meerenge auf. Ein Video soll den Zwischenfall belegen.

Das Verhältnis zwischen Moskau und Kiew hat sich dramatisch verschärft. Am Sonntag brachten russische Spezialkräfte drei Schiffe der ukrainischen Marine auf. Der Vorfall ereignete sich in der Meerenge von Kertsch, die das Asowsche Meer mit dem Schwarzen Meer verbindet. Der Durchgang steht allerdings unter der Kontrolle von Moskaus Geheimdienst FSB, der für die Grenzsicherung zuständig ist und auch auf der besetzten Halbinsel Krim operiert.

Nach der Version Kiews beschossen die Russen zwei Kriegsschiffe und einen Schlepper. Während der Kampfhandlungen seien sechs Matrosen verletzt worden. Russlands Geheimdienst FSB spricht allerdings von drei Verletzten. Einzig gesichert ist nur, dass alle ukrainischen Seeleute nun in russischer Haft sitzen. Für Kiew Anlass genug, über die Einführung des Kriegsrechts im Parlament abstimmen zu lassen. Präsident Poroschenko versetzte die Reservisten in Bereitschaft – eine Vorstufe der Mobilmachung.

Ein Video soll den Zwischenfall vor der Krim belegen

Parallel zu dem Säbelrasseln zwischen Russland und der Ukraine hat sich wieder in den sozialen Netzwerken eine Propaganda-Schlacht entwickelt. Angeführt wird sie auf ukrainischer Seite von Kiews Innenminister Arsen Avakov. Er postete auf Twitter ein Video, das den Vorfall vom Sonntag belegen soll.

Die Aufnahme dauert eine Minute.  Es ist zu sehen, wie sich ein Schiff einem Schlepper nähert. Aufgeregte Stimmen sind zu hören. Beide Schiffe sind auf Kollisionskurs, bis das Schiff den Schlepper rammt und zum Stopp zwingt. Dann bricht die Aufnahme ab. 

Das Video scheint ein Besatzungsmitglied auf der Brücke gemacht zu haben. Unbestätigt ist allerdings, ob dort der Vorfall vom Sonntag tatsächlich dokumentiert ist. Auch bleibt Innenminister Arsen Avakov eine wichtige Antwort schuldig: Wie sind ukrainische Behörden an Aufnahmen gelangt, die angeblich russische Seeleute gemacht haben. Avakov deutet auf Twitter selber nur kryptisch an, sein Ministerium sei mit "speziellen Zugangsmitteln" in den Besitz der Aufnahme gelangt. Mehr gibt er nicht preis. 

Moskau sieht sich im Recht

Moskau würdigt die Manöver Kiews in den sozialen Netzwerken mit keinem Wort und rückt nicht von seiner harten Linie ab. Die ukrainischen Schiffe seien illegal in russische Hoheitsgewässer eingedrungen, heißt es über die Nachrichten-Agentur Tass. Spezialkräfte hätten rechtmäßig eine illegale Handlung unterbunden, als die ukrainischen Schiffe die Meerenge passieren wollten. Nach ersten Berichten hat Moskau die Seestraße für zivile Schiffe wieder geöffnet.

sos/ mit Agenturen / AFP