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Kurz vor dem TV-Duell Pointen, Peinlichkeiten und Pannen früherer US-Fernsehduelle


Von Nixons Bartschatten bis zu Bushs Blick auf die Uhr- Kurz vor dem TV-Duell blickt stern.de auf die entscheidenden Momente vergangener Begegnungen im Fernsehen zurück.

US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney treten am Mittwoch in Denver bei ihrem ersten Fernsehduell gegeneinander an. Die mehr als 50-jährige Geschichte der TV-Debatten in den USA liefert zahlreiche Beispiele, wie Kandidaten mit zielsicheren Pointen punkteten oder sich mit misslungener Mimik selbst ein Bein stellten.

1960

Vizepräsident Richard Nixon, noch von einer Grippe geschwächt und mit Bartschatten im Gesicht, wirkt in seiner ersten Fernsehdebatte düster und ausgezehrt - ein scharfer Kontrast zu dem gutaussehenden und dynamischen Senator John F. Kennedy. Nixon kann den schlechten Eindruck später nicht mehr korrigieren und verliert die Wahl.

1976

Präsident Gerald Ford verblüfft die Nation mit seiner Bemerkung, dass es "keine sowjetische Dominanz über Osteuropa" gebe - eine fragwürdige Aussage zur Zeit des Kalten Kriegs. Für seine Wahlniederlage gegen Jimmy Carter machen Experten allerdings eher die Nachwehen der Watergate-Affäre verantwortlich.

1980

Der Herausforderer Ronald Reagan gewinnt in einem bis dahin knappen Rennen gegen Carter die Oberhand, indem er zum Schluss des Duells die pointierte rhetorische Frage an die Wähler stellt: "Geht es Ihnen besser als vor vier Jahren?" Damit trifft er angesichts von Konjunkturkrise und Inflation genau ins Schwarze. Carter verliert. Romney versucht im aktuellen Wahlkampf, mit der gleichen Frage gegen Obama zu punkten.

1984

Präsident Reagan nimmt den Anspielungen auf sein hohes Alter die Spitze, indem er in der Debatte mit Walter Mondale ironisch bemerkt: "Ich werde Altersfragen in dieser Kampagne nicht thematisieren. Ich werde die Jugend und Unerfahrenheit meines Opponenten nicht politisch ausschlachten."

1988

Michael Dukakis wird in seiner Debatte mit George Bush senior vom Moderator mit der Frage konfrontiert, ob er den Tod des Täters wünschen würde, sollte seine Frau vergewaltigt und ermordet werden. Dukakis gibt daraufhin ein trockenes Statement gegen die Todesstrafe ab, das wie abgelesen wirkt - und bestätigt damit sein Image als "Mann aus Eis". Er verliert.

1992

Präsident Bush senior lässt während der Debatte die Wähler seine Ungeduld spüren, indem er auf seine Armbanduhr schaut. Dies verstärkt den Eindruck, Bush sei ein arroganter Patrizier, der sich wenig um die Probleme der kleinen Leute schere. Der Rivale Bill Clinton gewinnt die Wahl vor allem mit dem Versprechen, die US-Wirtschaft wieder fit zu machen.

2000

Mit Kopfschütteln und wiederholtem Seufzen wirkt Vizepräsident Al Gore im ersten TV-Duell mit George Bush junior herablassend. Bei den folgenden Debatten versucht Gore, mehr zu lächeln - doch den Ruf eines arroganten Intellektuellen wird er nicht mehr los.

2004

Diesmal hat George W. Bush sein Mienenspiel nicht im Griff und wirkt im Vergleich zu seinem Gegner John Kerry gestresst und reizbar. Bush gerät ins Stocken, blickt finster und verwechselt Osama bin Laden und Saddam Hussein. Bei der zweiten Debatte eine Woche später bemüht er sich um mehr Lockerheit. "Jetzt gucke ich aber wirklich gleich finster", scherzt er in Erwiderung auf Kerrys Antworten.

2008

John McCain macht einen wenig sympathischen Eindruck, als er mit dem Finger auf Barack Obama zeigt und ihn als "That One" ("Dieser da") tituliert, statt ihn beim Namen zu nennen. Obamas Demokraten drehen den Spieß um und verwandeln die abschätzige Aussage nach der Debatte in einen Wahlkampfslogan. Im Internet verkaufen sie T-Shirts und Aufkleber mit dem Schriftzug "That one".

awö/AFP AFP

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