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Nahost-Friedensprozess: Mühsamer Weg zum Frieden

Eine Chronik der wichtigsten Stationen in den Bemühungen um einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern seit 1991.

Okt.-Nov. 1991: Auf der Konferenz von Madrid trifft Israel mit allen arabischen Nachbarn einschließlich der Palästinenser zu Friedensgesprächen zusammen

13. Sept. 1993: Israel und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) unterzeichnen nach Jahrzehnten der Feindschaft ein Friedensabkommen in Washington. Dabei kommt es zum historischen Handschlag zwischen dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Itzchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat.

4. Mai 1994: Israel und die PLO unterzeichnen das Gaza- Jericho-Abkommen. Damit wird die begrenzte Selbstverwaltung der etwa zwei Millionen Palästinenser und Arafats Rückkehr aus dem Exil möglich.

28. Sept. 1995: Israel und die PLO vereinbaren die palästinensische Selbstverwaltung der Städte Bethlehem, Dschenin, Nablus, Kalkilia, Ramallah, Tulkarm und Teilen Hebrons sowie ein Fortbestehen der jüdischen Siedlungen.

23. Okt. 1998: Unter Vermittlung der USA unterzeichnen Arafat und Netanjahu das Wye-I-Abkommen. Darin ist vorgesehen, dass Israel sich im Gegenzug für palästinensische Sicherheitsmaßnahmen aus 13 Prozent des Westjordanlands zurückzieht. Nur zwei Monate später stoppt Netanjahu die Umsetzung des Abkommens mit der Begründung, die Palästinenser seien ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen.

13. Sept. 1999: Israels neuer Ministerpräsident Ehud Barak und Arafat unterzeichnen das Wye-II-Abkommen in Ägypten. Damit soll die Umsetzung des Wye-Abkommens endlich realisiert und eine Frist für Friedensgespräche gesetzt werden.

11. Juli 2000: US-Präsident Bill Clinton lädt Barak und den inzwischen zum Palästinenser-Präsidenten gewählten Arafat zu Gesprächen in die USA. Die Verhandlungen scheitern jedoch

28. Sept. 2000: Der provokative Besuch von Israels Oppositionschefs Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem löst den zweiten Palästinenser-Aufstand (Intifada) aus.

7. März 2001: Der konservative Scharon wird mit großer Mehrheit zum neuen Ministerpräsidenten Israels gewählt.

30. April 2003: Die USA, die Europäische Union, die Vereinten Nationen und Russland legen einen Friedensplan - die "Road Map" - für den Nahen Osten vor. Die Palästinenser befürworten den Plan, der ein Ende der Gewalt und die Gründung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und Gazastreifen bis 2005 vorsieht.

17. Mai 2003: Scharon und der neue palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas treffen sich zu Verhandlungen über den Friedensplan. Dies sind die ersten Gespräche auf so ranghoher Ebene beider Seiten seit mehr als zwei Jahren.

4. Juni 2003: US-Präsident George W. Bush, Scharon und Abbas kommen zu einem gemeinsamen Gipfeltreffen zusammen.

5. August 2003: Abbas sagt ein Treffen mit Scharon ab und beschuldigt ihn, die Umsetzung des Friedensplans zu verzögern.

19. August 2003: Israel stoppt Gespräche zur Übergabe von vier Städten im Westjordanland, nachdem ein palästinensischer Selbstmordattentäter in Jerusalem 21 Menschen getötet hatte.

1. Dez. 2003: Die Veröffentlichung des alternativen Genfer Friedensabkommens zwischen moderaten israelischen Oppositionspolitikern und palästinensischen Politikern erhöht den Druck auf beide Seiten, die Gespräche wieder aufzunehmen.

6. Juni 2004: Israels Kabinett stimmt für den Plan Scharons, alle 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier von 120 Siedlungen im Westjordanland aufzulösen.

11. Nov. 2004: Palästinenser-Präsident Arafat stirbt in einer Klinik in Paris. Abbas folgt ihm an der Spitze der PLO.

15. Jan. 2005: Abbas wird nach seinem Wahlsieg am 9. Januar als neuer Palästinenser-Präsident vereidigt. Zur Wiederbelebung des Friedensprozesses erreicht er in Verhandlungen mit den radikalen Gruppen umgehend eine weitgehende Waffenruhe.

3. Feb. 2005: Israel kündigt einen Truppenabzug aus fünf Städten im Westjordanland und die Freilassung von 900 inhaftierten Palästinensern als Geste des guten Willens an.

Reuters