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Platon Lebedew Chodorkowskis Partner kommt früher frei


Nach der Begnadigung von Michail Chodorkowski kommt jetzt auch sein ehemaliger Geschäftspartner Lebedew frei - früher als zunächst erwartet. Die Kreml-Kritiker saßen zehn Jahre in russischer Haft.

Das Oberste Gericht Russlands hat am Donnerstag die sofortige Freilassung des Chodorkowski-Geschäftspartners Platon Lebedew angeordnet. Lebedew sollte eigentlich erst im Mai auf freien Fuß kommen, jetzt wurde der Termin jedoch auf Freitag vorverlegt. Dies berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Der seit 2003 inhaftierte Lebedew war ein Geschäftspartner des Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski, der kurz vor Weihnachten von Präsident Wladimir Putin begnadigt und aus der Haft entlassen wurde.

Das Gericht bestätigte die Forderung von 550 Millionen Dollar (gut 400 Millionen Euro) gegen Chodorkowski, den früheren Chef des Ölkonzerns Yukos. Chodorkowski war als Yukos-Chef 2003 festgenommen und zwei Jahre später zusammen mit Lebedew wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt worden. Die Urteile gegen Lebedew lauteten auf Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Veruntreuung. Die Urteile waren von der Opposition als politisch motiviert kritisiert worden.

Chodorkowski will für Kreml-Kritiker kämpfen

Chodorkowski war am 20. Dezember von Putin begnadigt worden und nach Berlin ausgereist. Anfang Januar reiste er dann weiter in die Schweiz, wo Teile seiner Familie leben. Chodorkowski sagte nach seiner Freilassung, er könne wegen der Millionenforderungen, die von der russischen Justiz gegen ihn erhoben werden, nicht in seine Heimat zurückkehren.

Der ehemalige Oligarch hat angekündigt, weder unternehmerisch noch politisch aktiv zu werden. Vielmehr wolle er sich für die Freilassung politischer Gefangener einsetzen. Anders als Chodorkowski hatte sich Lebedew geweigert, ein Gnadengesuch zu stellen. Im Vorfeld der Olympischen Spiele, die ein Prestigeprojekt Putins sind, wurden in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche inhaftierte Regierungskritiker freigelassen.

amt/AFP/Reuters Reuters

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