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Aktionstag: Ein Zeichen für die Pressefreiheit!

Die Pressefreiheit steht unter Druck wie schon lange nicht mehr. In Russland, in der Türkei, in Ungarn, in Polen, in den USA - die Repressionen gegen Journalisten nehmen zu. Der stern setzt dagegen ein Zeichen.

Der 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit

Der 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit - noch immer werden Journalisten weltweit schikaniert, drangsaliert, eingesperrt, gefoltert oder getötet

1993 erklärte die UN-Vollversammlung den 3. Mai zum Internationalen Tag der Pressefreiheit. Ziel war und ist die freie Berichterstattung in der Welt zu fördern: Jeder Journalist soll überall das Recht haben, frei und ohne Angst berichten zu können. Der Tag soll außerdem auf die grundlegende Bedeutung freier Berichterstattung für die Existenz von Demokratien aufmerksam machen. 

In Deutschland garantiert Artikel 5 des Grundgesetzes, dass Fernsehen und Radio, Zeitungen, Zeitschriften und Onlinemedien frei berichten dürfen. Allerdings verschärfen sich auch hier die Arbeitsbedingungen für Journalisten: Sie werden auf Demonstrationen angegriffen, ihnen wird der Zugang zu Informationen verwehrt, der "Lügenpresse"-Vorwurf ist in Teilen der Gesellschaft salonfähig. Unser Land belegt Platz 16 von 180 in der Rangliste der Pressefreiheit von der Organisation "Reporter ohne Grenzen". Spitzenreiter sind Norwegen und Schweden, Schlusslichter Eritrea und Nordkorea.

Die Pressefreiheit ist in vielen Ländern bedroht

Der aktuell prominenteste Fall eines deutschen Journalisten, der in seiner Berufsausübung gehindert wird, spielt sich allerdings nicht hierzulande ab: Der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel sitzt seit Monaten in der Türkei in Haft, in einem Land, in dem die Arbeit für Journalisten immer schwieriger und gefährlicher wird. Zurzeit deutet nichts darauf hin, dass sich der Zustand für Yücel bald ändern wird. Erst vor zwei Wochen hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan eine Auslieferung des 43-Jährigen an die Bundesrepublik ausgeschlossen - allen Protesten zum Trotz.

Am Internationalen Tag der Pressefreiheit demonstrierten erneut Dutzende Menschen vor der türkischen Botschaft in Berlin für die Freilassung inhaftierter Journalisten. "In keinem Land der Welt sitzen derzeit mehr Journalisten im Gefängnis als in der Türkei. Journalismus ist kein Verbrechen.", sagte der Generalsekretär von "Amnesty International", Markus N. Beeko, auf der Veranstaltung.

Mit Plakaten mit Fotos inhaftierter Journalisten wie dem "Welt"-Korrespondenten oder dem Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", Murat Sabuncu, wollten die Aktivisten ein Zeichen der Solidarität setzen. Am Abend will die Initiative "#FreeDeniz" mit einem Solidaritätskonzert vor dem Brandenburger Tor auf Willkür- und Gewaltmaßnahmen gegenüber Journalisten weltweit hinweisen.

Der stern -Verlag "Gruner + Jahr" setzt ein Zeichen

Auch die Bundesregierung wies auf das Schicksal des "Welt"-Kollegen hin. "Wir denken an Deniz Yücel und an viele andere", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, "Die Pressefreiheit ist ein Grundpfeiler der Demokratie." Die Bundesregierung werde diese Freiheit "immer aufs Neue verteidigen - in Europa und darüber hinaus", so Seibert.

"Gruner + Jahr", einer der größten Verlage Europas, in dem auch der stern erscheint, setzt zum Internationalen Tag der Pressefreiheit ein Signal: Eine Feder mit kämpferischer Faust. Als Zeichen dafür, dass die freie Berichterstattung etwas ist, wofür man täglich kämpfen muss und für das es sich zu kämpfen lohnt - in Deutschland und überall auf der Welt.

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DPA