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Schottland Befürworter der Unabhängigkeit verliert TV Duell


Nach 307 Jahren soll sich Schottland vom Vereinigten Königreich lossagen. Dafür wirbt die "Scottish National Party" und ihr eloquenter Chef Alex Salmond. Doch im TV-Duell versagte er.

Im ersten TV-Duell gut sechs Wochen vor dem Referendum über eine Unabhängigkeit Schottlands haben sich Regierungschef Alex Salmond und der frühere britische Finanzminister Alistair Darling einen hitzigen Schlagabtausch geliefert. "Niemand kann Schottland besser führen als die Menschen, die in dem Land leben und arbeiten", warb Salmond am Dienstagabend für ein "Ja" zur Unabhängigkeit von Großbritannien bei dem Referendum am 18. September. Darling, selbst Schotte, warnte seine Landsleute eindringlich: "Wenn wir uns entscheiden zu gehen, gibt es kein zurück, keine zweite Chance."

Die Debatte wurde von permanenten Buhrufen und Applaus der Zuhörer begleitet, der Moderator musste das Publikum immer wieder zur Ruhe mahnen. Insbesondere das Lager der Unabhängigkeitsbefürworter hatte sich von dem TV-Duell einen Wendepunkt versprochen. Doch gelang es dem sprachgewandten schottischen Regierungschef Salmond offenkundig nicht, Darling, dem Anführer der Unabhängigkeitsgegner, den entscheidenden Schlag zu verpassen. In den Umfragen liegen die Befürworter eines Verbleibs in der Union mit England, Wales und Nordirland mit gut zehn Prozentpunkten vorne. Allerdings sind noch etwa 16 Prozent der Wähler unentschlossen.

Das TV-Duell dürfte daran nichts geändert haben. Wie eine Umfrage für den "Guardian" ergab, ging Salmond aus dem Fernsehduell als Verlierer hervor. Demnach fanden 47 Prozent der Zuschauer, dass sich Darling im Fernsehduell besser schlug. 37 Prozent sahen dagegen den schottischen Regierungschef vorn.

Traum von der Selbstbestimmung

"Am 18. September haben wir die Chance unseres Lebens, wir müssen diese Gelegenheit mit beiden Händen ergreifen", suchte Salmond die vier Millionen stimmberechtigten Schotten für ein "Ja" zur Unabhängigkeit zu bewegen. Die Union verhindere den Traum von der Selbstbestimmung. Darling beschwor vor allem die Gefahr herauf, die ein Ausstieg aus dem Pfund für Schottland bringen würde. Der Preis dafür wäre zu hoch, warnte er.

Die drei größten Parteien im britischen Parlament waren Edinburgh kurz vor der Debatte noch mit einer gemeinsamen Erklärung entgegengekommen, in der sie den Schotten auch bei einem Verbleib in der Union mehr Selbstbestimmung zusicherten, insbesondere bei der Steuererhebung. Die Erklärung unterzeichnete auch der konservative britische Premierminister David Cameron, der sich dem Wunsch Salmonds zur Teilnahme an einem TV-Duell verweigert hatte.

ivi/AFP/Reuters Reuters

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