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Simbabwe: Verhandlungen über Machtaufteilung

Knapp vier Monate nach der höchst umstrittenen Wahl in Simbabwe beginnen in Südafrika die Verhandlungen über die Aufteilung der Macht in dem krisengeschüttelten Land. Präsident Robert Mugabe und Oppositionführer Morgan Tsvangirai hatten dazu tags zuvor den Weg frei gemacht.

In Südafrika beginnen im Laufe des Tages zweiwöchige Verhandlungen der simbabwischen Konfliktparteien über eine Aufteilung der Macht in dem Krisenland. Diplomatische Kreise in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria bestätigten, dass Vertreter der ZANU(PF)-Partei von Präsident Robert Mugabe wie auch der MDC von Oppositionschef Morgan Tsvangirai in dem Kap-Staat bereits an einem geheim gehaltenen Ort eingetroffen seien.

Eine am Vortag von allen Parteien unterzeichnete Grundsatzvereinbarung hatte den Weg für die Verhandlungen freigemacht. Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) begrüßte in einer in Addis Abeba herausgegebenen Erklärung die Gespräche. Das Memorandum über die Verhandlungsgrundlagen zur Beilegung der politischen Krise sei "ein bedeutender Schritt, um nationale Versöhnung zu erreichen".

AU-Kommissionspräsident Jean Ping mahnte die Konfliktparteien in Simbabwe, auf der "positiven Entwicklung aufzubauen und sich zu einer dauerhaften und einverständlichen Lösung zu bewegen". Gleichzeitig dankte er dem südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki für seine Vermittlungsbemühungen in Simbabwe. Der einstige Modellstaat befindet sich nach einer chaotisch verlaufenen Landreform sowie politischer Gewalt im Umfeld der umstrittenen Präsidentenwahl in der schwersten Krise seiner Geschichte.

Fast vier Monate nach der umstrittenen Wahl hatten Mugabe und sein Gegenspieler Tsvangirai am Montag die Aufnahme von Verhandlungen vereinbart. Bei der Präsidentenwahl am 29. März hatte Tsvangvirai die meisten Stimmen gewonnen, nach offiziellen Angaben verfehlte er aber die nötige absolute Mehrheit. Unbeeindruckt von weltweiter Kritik und internationalen Appellen hatte sich Mugabe als alleiniger Kandidat bei einer "Stichwahl" am 27. Juni bestätigen und zwei Tage später für fünf weitere Jahre als Staatspräsident vereidigen lassen. Tsvangirai war wegen gewaltsamer Übergriffe auf seine Anhänger nicht zur Stichwahl angetreten. Die Opposition erkennt Mugabes Sieg nicht an. Sie betont, dass Tsvangirai im ersten Wahlgang deutlich mehr Stimmen erhalten habe als Mugabe.

DPA / DPA