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Snowdens Weihnachts-Clip: "Heute geborenes Kind wächst ohne Privatheit auf"

Seit 20 Jahren strahlt der britische Sender zu Weihnachten Beiträge von illustren Persönlichkeiten aus. Dieses Mal durfte Whistleblower Edward Snowden bei Channel 4 eine Rede halten.

Der frühere externe Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, hat zur Beendigung der weltweiten Massenüberwachung aufgerufen. Der Autor George Orwell habe in seinem Buch "1984" einst vor den Gefahren dieser Art von Informationen gewarnt, sagte Snowden in einer alternativen Weihnachtsbotschaft des britischen Senders Channel 4. Die in dem Buch aufgeführten Überwachungsmethoden seien jedoch nichts im Vergleich zu dem, was heute möglich sei.

"Wir haben alle Sensoren in unseren Taschen, die uns verfolgen, wohin wir auch gehen." Ein Kind, das heute geboren wird, habe keine Vorstellung mehr von Privatsphäre. "Sie werden nie wissen, was es heißt, einen privaten Moment zu erleben, einen privaten Gedanken zu haben, der nicht aufgenommen oder analysiert wird", warnte Snowden.

Dabei sei die Privatsphäre der Schlüssel, um der Mensch zu sein, der man sei oder sein wolle. Die durch seine Enthüllungen losgebrochene Diskussion werde bestimmen, wieviel Vertrauen man den Technologien und der sie regulierenden Regierung schenken könne. "Gemeinsam können wir ein besseres Gleichgewicht finden, Massenüberwachung beenden und die Regierung daran erinnern, dass, wenn sie wissen wollen, wie es uns geht, es besser ist danach zu fragen als uns auszuspionieren", sagte Snowden.

Erster TV-Auftritt seit der Ankunft in Moskau

Nach Angaben der britischen Zeitung "The Guardian" vom Dienstag entstand der kurze Film in Russland in Zusammenarbeit mit der Filmemacherin Laura Poitras, die mit Snowden bei der Veröffentlichung von Geschichten über die NSA eng zusammengearbeitet habe. Es handele sich um den ersten Fernsehauftritt von Snowden seit seiner Ankunft in Moskau, schrieb der "Guardian".

Der Sender Channel 4 stahlt seit 20 Jahren zu Weihnachten Beiträge von ungewöhnlichen aber wichtigen Persönlichkeiten aus. Es soll eine Alternative zur Weihnachtsbotschaft von Queen Elizabeth darstellen.

anb/sas/DPA / DPA