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Gewalt in Washington Erstes Urteil nach Sturm aufs Kapitol – Trump-Anhängerin entgeht Gefängnisstrafe

Anhänger des damaligen US-Präsidenten Trump stürmen das US-Kapitolgebäude und schwingen eine USA-Flagge
Ein Foto vom 6. Januar: Anhänger des damaligen US-Präsidenten Trump stürmen das US-Kapitolgebäude, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten
© M. Suarez/Zuma Press / DPA
Die Erstürmung des Kapitols durch Trump-Anhänger Anfang des Jahres ist inzwischen ein Fall für die Gerichte. Ein erstes Urteil gegen eine Frau fiel vergleichsweise milde aus.

Die Erstürmung des Kapitols durch Anhänger von Donald Trump hatte Anfang des Jahres in den USA und auch weltweit Entsetzen ausgelöst. Mehr als fünf Monate danach hat ein US-Bundesrichter ein erstes Urteil gegen eine Teilnehmerin gesprochen. Anna Morgan-Lloyd aus dem US-Bundesstaat Indiana wurde am Mittwoch zu drei Jahren Haft auf Bewährung, gemeinnütziger Arbeit und einem Bußgeld in Höhe von 500 Dollar (420 Euro) verurteilt. Die 49-Jährige entging einer Gefängnisstrafe, weil sie vor der Gerichtsverhandlung ein Schuldbekenntnis ablegte. 

Morgan-Lloyd räumte ein, sich illegal Zutritt zum Kapitol verschafft zu haben, als dort am 6. Januar der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom 3. November zertifiziert werden sollte. "Ich war dort, um Präsident (Donald) Trump meine Unterstützung zu zeigen, und ich schäme mich dafür, dass es ein unzivilisiertes Schauspiel der Gewalt wurde", sagte sie per Videoschalte vor dem Bundesgericht in Washington.

49-Jährige blieb nur zehn Minuten im Kapitol

Morgan-Lloyd hatte am 6. Januar in Washington den Auftritt von Trump verfolgt, der seinen völlig unbelegten Vorwurf des massiven Wahlbetrugs wiederholte und seine Zuhörer aufforderte, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus zu kämpfen".

Sie folgte der Menge zum Kapitol, blieb aber nur zehn Minuten in dem Parlamentsgebäude und machte sich keiner Gewalt schuldig. "Das war der schönste Tag in meinem Leben", schrieb sie am nächsten Tag im Online-Netzwerk Facebook. Nach ihrer Festnahme kooperierte sie nach Angaben ihres Anwalts mit der Justiz, entschuldigte sich und "dachte über viele ihrer Ideen noch einmal nach". 

Wegen ihres Schuldeingeständnisses folgte Richter Royce Lamberth der Empfehlung der Staatsanwaltschaft und verzichtete auf eine Haftstrafe. Zugleich betonte er, dass es sich um ein "ernstes Verbrechen" handelte. Diese Demonstration "ist nicht zufällig gewalttätig geworden", sagte er.

Die Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar durch radikale Trump-Anhänger hatte die USA schwer erschüttert und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie. Im Zuge der Gewalt kamen fünf Menschen zu Tode, darunter ein Polizist.

Die US-Behörden identifizierten inzwischen rund 800 mutmaßliche Teilnehmer der Kapitol-Erstürmung, gegen rund 500 von ihnen wurde Anklage erhoben. Das Urteil gegen Morgan-Lloyd könnte darauf hindeuten, dass das Strafmaß unterschiedlich ausfallen kann – abhängig von den Vorwürfen gegen die Teilnehmer und deren Kooperationsbereitschaft.

Sturm auf das US-Kapitol – ein Greenscreen-Fake?

Sehen Sie im Video: Dieses Bild soll belegen, dass es sich bei dem Sturm auf das US-Kapitol in Washington D.C. um ein inszeniertes Ereignis handelt, das vor einem Greenscreen aufgezeichnet wurde. Doch was hat es mit dem angeblichen Beweisfoto auf sich?

anb AFP

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